Intels Foundry-Wachstum läuft über Altera – einen Kunden, den der Konzern verkauft hat und noch teilweise besitzt
Die externen Foundry-Umsätze stiegen binnen eines Jahres von 22 Millionen auf 293 Millionen Dollar. Intels eigener Quartalsbericht führt den Sprung vor allem darauf zurück, dass Altera nach dem Kontrollerwerb durch Silver Lake die Konzerngrenze überschritten hat. Nachdem Altera nun seine IPO-Unterlagen eingereicht hat, haben beide Seiten des Deals ein Interesse daran, dass die Zahl als Wachstum gelesen wird.
Vincent Jiang · 3 min read
Die Grenze verschob sich, die Wafer nicht
Altera ist der FPGA-Hersteller, den Intel 2015 für rund 16,7 Milliarden Dollar kaufte. Die Kontrolle gab der Konzern im September 2025 ab: Silver Lake zahlte 4,46 Milliarden Dollar für 51 Prozent, zu einer Bewertung von 8,75 Milliarden Dollar; Intel behielt 49 Prozent 1. Die Wafer flossen auch nach Abschluss des Verkaufs weiter. Verschoben hat sich nur die Konsolidierungslinie – und genau diese verschobene Linie ist der größte Teil jener Foundry-Dynamik, die der Markt aktuell in der Intel-Aktie eingepreist hat; INTC notiert bei 120,00 Dollar 2.
Ein Quartal mit 293 Millionen Dollar Außenumsatz – in einer Fabrik mit 2,1 Milliarden Dollar Verlust
Im Juni-Quartal setzte die Sparte Intel Foundry 5,8 Milliarden Dollar um und erwirtschaftete dabei einen operativen Verlust von 2,1 Milliarden Dollar 3. Externe Kunden trugen 293 Millionen Dollar dazu bei – etwa fünf Cent von jedem Foundry-Dollar 3. Rund 5,5 Milliarden Dollar des Segments waren Umsätze von Intel mit Intel: Verkäufe, die bei der Konsolidierung verschwinden 3.
Der Quartalsbericht nennt den Grund selbst
Ein Jahr zuvor hatte die externe Umsatzlinie bei 22 Millionen Dollar gelegen; den Anstieg um 271 Millionen Dollar erklärt der Quartalsbericht (10-Q) mit dem Wortlaut, er sei „in erster Linie auf den Übergang von Altera zu einem externen Kunden“ zurückzuführen – nach der Dekonsolidierung zum 12. September 2025 3. Dieselbe Meldung beziffert den Geschäftsfluss: 181 Millionen Dollar Umsatz im Juni-Quartal aus Wafer-Fertigungsdienstleistungen für Altera, eine nahestehende Gesellschaft im Rahmen einer Vereinbarung über Waferfertigung und -verkauf 3. Eine Überleitung zwischen beiden Positionen veröffentlicht Intel nicht; die Kombination der beiden Zahlen weist auf einen einzigen Kunden.
Ein Quartal gegen drei Jahre
Die externen Umsätze lagen 2023 bei 547 Millionen Dollar, fielen 2024 auf 159 Millionen Dollar und erholten sich 2025 auf 307 Millionen Dollar – in einem Jahr, das Altera erst ab dem 12. September als extern verbucht 4. Allein das Juni-Quartal 2026 lag nur 14 Millionen Dollar unter dem Wert des gesamten Vorjahres 34.
Allein das Juni-Quartal: fast das Vierfache des externen Quartalsdurchschnitts von 2025
Data
| Externe Foundry-Umsätze je Quartal | |
|---|---|
| Ø 2023 | $136.8M |
| Ø 2024 | $39.8M |
| Ø 2025 | $76.8M |
| Q2 2026 | $293M |
Fortinet ist real – und noch kein Umsatz
Der stärkste Beleg von außen ist Fortinet, nachzulesen in den eigenen Quartalszahlen vom 29. Juli: eine strategische Zusammenarbeit zur Entwicklung des Security Processor 6, die Fortinets Expertise bei Sicherheitschips mit Intels Kompetenz in Design, Packaging und Fertigung zusammenbringt 5. Sie wurde nach dem Ende des Juni-Quartals angekündigt und umfasst keinen Foundry-Umsatz. Auch Alteras Wiederholungsgeschäft ist echtes Geschäft. Doch weder das eine noch das andere macht aus einem Eigentümerwechsel ein dauerhaftes Geschäft: Als The Inference am 29. September „Intel 14A umwirbt acht Riesen auf dem Papier, während TSMC kassiert“ nachzeichnete, waren die Riesen Papier, kein Bargeld.
Jetzt haben beide Seiten den Börsengang im Blick
Alteras Muttergesellschaft hat am 15. September vertraulich einen Entwurf der IPO-Unterlagen (Draft S-1) eingereicht, und Reuters berichtet, der Börsengang könnte mehr als 2 Mrd. Dollar einspielen 61. Altera-Chef Raghib Hussain sagte im Juli, man bereite sich auf einen möglichen Börsengang vor 1. Silver Lakes Altera bekommt einen gebundenen Zulieferer und einen Wachstumsbeleg, das Multiple von Intel bekommt die Momentum-Schlagzeile – und Intels Aktionäre haben im August rund 20 Mrd. Dollar frisches Eigenkapital beigesteuert, um die Fabriken zu finanzieren 1.
Klarheit schafft erst der im November fällige Quartalsbericht für das dritte Quartal, abgeglichen mit einer einzigen vorab veröffentlichten Prognose: Auch inklusive Altera bleiben die externen Umsätze unter 10 Prozent der Foundry-Segmentumsätze 7. Bis dahin ist die Wachstumsposition ein Kunde, den Intel verkauft hat – und der sich seinen Weg zurück in die Umsatzzeile erkauft.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.



