Hacker machen die eigene App von Asos zur Plakatwand der Erpresser – die Aktie stürzt um 13 Prozent ab

Eine Erpressernachricht, die den Kunden aufs Handy gepusht wurde, kostete Asos rund 70 Millionen Pfund an Börsenwert und Snowflake drei Prozent – noch bevor irgendeine Angabe überprüft war. Asos sagt inzwischen, Namen und Kontaktdaten von Kunden könnten abgerufen worden sein; britisches Recht hat die 72-Stunden-Uhr für die Aufsicht in Gang gesetzt.

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Vincent JiangVincent Jiang · 3 min read
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Sridhar Ramaswamy, Chef von Snowflake, auf der Bühne der TechCrunch Disrupt NY 2016
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Snowflake-Chef Sridhar Ramaswamy: Seine Plattform wurde in der Erpressernachricht genannt, die Asos-Kunden aufs Handy gepusht wurde; das Unternehmen sagt, es sei nicht kompromittiert worden. Aufnahme von der TechCrunch Disrupt 2016.

Eine Erpressernachricht, zugestellt über die eigene App des Opfers

Am 6. Oktober gegen 10 Uhr leuchteten bei allen Nutzern der Asos-App die Handys auf – mit einer Nachricht an den Datenschutzbeauftragten und die IT-Mitarbeiter des Händlers: „Wir haben die Snowflake-Instanz vollständig kompromittiert. Treten Sie mit uns in Kontakt – sonst leaken wir die Daten.“ 1 2 Die Nachricht verlinkte auf einen Telegram-Kanal, den eine Gruppe, die sich Xuanye nennt, noch am selben Morgen angelegt hatte. 1 3

Die Aktie von Asos fiel um bis zu 13,2 % und schloss 9,56 % tiefer – der stärkste Tagesausschlag seit September 2025; auf dem Tagestief büßte das Unternehmen rund 70 Millionen Pfund an Börsenwert ein. 1 2 4 5 Auch Snowflake, dessen Produkt in der Nachricht genannt wurde, gab im Vorbörsenhandel um bis zu 3,2 % und in New York um rund 2 % nach. 2 6

Asos zahlte viermal so viel wie Snowflake – für eine Behauptung, die niemand überprüft hat

-15%-10%-5%0%Asos: Tagestief-13.2%Asos: Schlusskurs-9.56%Panie ebbte bis Handelsschluss teilweise abSnowflake: Vorbörse-3.2%Snowflake: Vormittag New York-2%
Data
Value
Asos: Tagestief-13.2%
Asos: Schlusskurs-9.56%
Snowflake: Vorbörse-3.2%
Snowflake: Vormittag New York-2%
Kursveränderungen am 6. Oktober 2026, in Prozent. Asos: Tagestief und Schlusskurs an der Londoner Börse; Snowflake: Vorbörse und Vormittagshandel in New York. Quellen: [1] [2] [4] [6].1,2,4,6

Asos räumt den Angriff auf den Benachrichtigungskanal ein – nicht den auf Kundendaten

Mehr als fünf Stunden nach der Nachricht bestätigte Asos „unbefugte Aktivitäten im Zusammenhang mit Drittanbieterplattformen, die wir zur Kommunikation mit unseren Kunden nutzen“, teilte mit, Namen und Kontaktdaten „könnten abgerufen worden sein“, und erklärte, man glaube nicht, dass Zahlungskarten- oder Passwortdaten betroffen seien. 4 7 Snowflake nahm eigene Ermittlungen auf und meldete, es habe „keine Kompromittierung der Snowflake-Plattform“ gegeben. 8 9 7

Die Kernbehauptung ist von keiner Seite belegt: Xuanye hat bislang keine Probe der angeblichen Daten veröffentlicht 8, Sophos erklärt, die Gruppe sei nie zuvor in den Foren oder Kanälen aufgetaucht, die das Unternehmen überwacht 4, und die BBC konnte nicht einmal bestätigen, dass Asos Kunde bei Snowflake ist 3. Was die Nachricht immerhin beweist: den Angriff auf den Benachrichtigungskanal selbst. „Eine Lösegeldforderung direkt an die Endgeräte der Verbraucher zu senden, ist eine aggressive Erpressungstaktik“, sagte Dray Agha von Huntress. 2 4

Die 72-Stunden-Uhr läuft – ausgerechnet vor dem Weihnachtsgeschäft

Falls der Vorfall als meldepflichtige Datenpanne gilt, hat Asos 72 Stunden ab Kenntnisnahme, um die ICO (Information Commissioner's Office) zu informieren – bei Versäumnis drohen Bußgelder von bis zu 8,7 Millionen Pfund oder 2 Prozent des weltweiten Umsatzes. 10 Der Zeitpunkt kommt besonders ungelegen: Die Aktie hatte in diesem Jahr mehr als 60 Prozent zugelegt, erst im September hatte Asos eine zuversichtliche Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2026 vorgelegt – und nun geht das Unternehmen mit 16,4 Millionen aktiven Kunden ins Weihnachtsgeschäft. 7 2 Das Unternehmen hat eine Cyber- und Business-Continuity-Versicherung abgeschlossen und erklärte, es sei „zu früh, um mögliche Auswirkungen auf das Geschäft zu beziffern“. 4

Dass der Markt dieses Risiko einpreist, hat mit der jüngeren britlichen Vergangenheit zu tun: Nach dem Angriff im vergangenen Jahr musste Marks & Spencer wochenlang seine Website schließen, im Zuge derselben Angriffswelle wurden auch Co-op, Harrods und Jaguar Land Rover getroffen. 4 2

Snowflake zahlt für einen Sicherheitsvorfall, den es nach eigenen Angaben nie gab

Die Geschichte reimt sich: Mindestens 165 Snowflake-Kunden, darunter Ticketmaster und AT&T, wurden 2024 ausgeraubt – mit gestohlenen Zugangsdaten, nicht über eine Schwachstelle der Plattform. 8 7 Jede Erpressung auf Kundenseite, bei der Snowflake genannt wird, bewegt inzwischen den Aktienkurs – eine Ansteckung, die die Plattform trägt, ohne sie je in Rechnung stellen zu können. 6

Wenn beide Behauptungen vom Dienstag stimmen, sind die Angreifer „an Zugangsdaten gekommen, die mehr als eine Tür öffneten“, sagte Dan Bird von Horizon3. 5 Zwei Uhren laufen: die 72 Stunden der ICO und Xuanyes Leak-Frist – die Gruppe hat zugesagt, die Daten würden „für einen festgelegten Zeitraum nicht angetastet“. 4 Eine von beiden läuft zuerst ab.

Deepdive

AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.

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