BNP Paribas stuft GlobalFoundries auf „Neutral“ herab – Kursziel von 80 auf 51 Dollar; die Preiserhöhungen für 2027 sind längst unterschrieben

BNP Paribas stufte GlobalFoundries am 5. Oktober auf „Neutral“ herab – die Wachstumstreiber seien im Kurs längst eingepreist. Einen Tag später standen TSMCs Preiserhöhungen von bis zu zehn Prozent auf Wafern für 2027 fest. Und GF hatte die eigenen Preiserhöhungen für 2027 schon im zweiten Quartal mit den Kunden vereinbart – sie warten nur noch auf ihren Einzug in die Umsätze.

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Vincent JiangVincent Jiang · 3 min read
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Luftbild des Halbleiterwerks Fab 1 von GlobalFoundries in Dresden
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Die Fab 1 von GlobalFoundries in Dresden. Die Preiserhöhungen des Chipherstellers für 2027, im zweiten Quartal mit den Kunden vereinbart, schlagen ab Januar im Umsatz durch.

Am 5. Oktober stufte BNP Paribas Exane GlobalFoundries von „Outperform“ auf „Neutral“ herab und senkte das Kursziel von 80 auf 51 Dollar, die Aktie gab daraufhin im Nasdaq-100 nach 12. Am 6. Oktober schloss das Papier bei 48,63 Dollar – rund fünf Prozent unter dem neuen Kursziel 10.

Analyst Karl Ackerman argumentiert so: Die Expansion in optische Anwendungen, Satellitenkommunikation und Automobil-Leistungselektronik „werde sich langsamer entfalten als die aktuellen Projektionen“, Smartphones blieben strukturell eine Belastung, und die Prognose stehe und falle mit einem „aggressiven“ Hochlauf der Siliziumphotonik – 400 bis 500 Millionen Dollar in diesem Jahr gegenüber einer Run-Rate von knapp einer Milliarde Dollar vor 2028 –, der „setze voraus, dass GF Smart-Mobile-Kapazität erfolgreich auf SiPho verlagert“ 1. Smartphones tragen noch rund 36 Prozent zum Umsatz bei, für 2026 mit einem Rückgang im niedrigen zweistelligen Prozentbereich geführt 3.

Die unterschriebenen Erhöhungen, die niemand neu bewertet hat

In den veröffentlichten Auszügen der Studie kommt der Hebel nicht vor, den sich GF zwei Monate zuvor gesichert hatte. In der Telefonkonferenz vom 5. August sagte Finanzvorstand Sam Franklin, GF habe im zweiten Quartal „gemeinsam mit unseren Kunden über mehrere Technologiefelder hinweg Preiserhöhungen umgesetzt“, die Gespräche seien zu einem „zufriedenstellenden Abschluss“ gekommen, und die Anpassungen würden „ab 2027 im Umsatz sichtbar“; über das zweite Halbjahr hinweg blieben die Preise für 2027 weiter in Überprüfung 3. Zur Höhe der Erhöhungen machte das Unternehmen keine Angaben.

Dass die Mix-Maschine läuft – margenstärkere Technologien wie die Photonik besetzen Kapazitäten, für die früher Smartphones zahlten –, zeigen die gemeldeten Zahlen bereits: Bruttomarge (non-IFRS) von 29,9 Prozent im zweiten Quartal, 470 Basispunkte mehr; für das dritte Quartal sind rund 30,5 Prozent bei einem Umsatz von 1,885 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt 34. Der Durchschlag in die Marge verrät es: Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 98 Millionen Dollar, das non-IFRS-Bruttoergebnis aber um 109 Millionen Dollar 4.

Umsatz zurück am oberen Rand der Zweijahresspanne

$0B$0.5B$1B$1.5B$2BQ4/23Q2/24Q4/24Q2/25Q4/25Q2/26$1.79B
Data
Nettoumsatz
Q3/23$1.85B
Q4/23$1.85B
Q1/24$1.55B
Q2/24$1.63B
Q3/24$1.74B
Q4/24$1.83B
Q1/25$1.59B
Q2/25$1.69B
Q3/25$1.69B
Q4/25$1.83B
Q1/26$1.63B
Q2/26$1.79B
Nettoumsatz je Quartal, in Milliarden Dollar. Der Umsatz des zweiten Quartals 2026 von 1,786 Milliarden Dollar lag um 98 Millionen Dollar über dem Vorjahresquartal, das non-IFRS-Bruttoergebnis um 109 Millionen Dollar. Quelle: Quartalsberichte von GlobalFoundries an die SEC.9

Der Umsatz mit Kommunikationsinfrastruktur wuchs um 62 Prozent, das Ziel für das Gesamtjahr wurde auf 50 bis 60 Prozent angehoben. Die Siliziumphotonik soll sich mehr als verdoppeln, und SiGe, laut GF bereits die größere der beiden, ist bis 2027 überbucht, während die Kapazitäten am Standort Vermont ausgebaut werden 38.

Bruttomarge (IFRS) um 590 Basispunkte aus dem Tief des ersten Quartals 2025 gestiegen

22%24%26%28%30%Q4/23Q2/24Q4/24Q2/25Q4/25Q2/26Non-IFRS: 29,9 % in Q2, 30,5 % fürQ3 erwartet
Data
Bruttomarge (IFRS)
Q3/2328.6%
Q4/2328.3%
Q1/2425.4%
Q2/2424.2%
Q3/2423.8%
Q4/2424.5%
Q1/2522.4%
Q2/2524.2%
Q3/2524.8%
Q4/2527.8%
Q1/2627.6%
Q2/2628.3%
Bruttomarge nach IFRS, in Prozent des Nettoumsatzes, je Quartal. Die Non-IFRS-Werte der Anmerkung sind um aktienbasierte Vergütungen und akquisitionsbedingte Aufwendungen bereinigt. Quelle: Quartalsberichte von GlobalFoundries an die SEC.3,4,9

Alle Auftragsfertiger erhöhen ihre Preise im Gleichtakt

Einen Tag nach der Herabstufung hat TSMC seine Konditionen für 2027 finalisiert: Wafer in ausgereiften Fertigungsknoten kosten ab dem 1. Januar 3 bis 10 Prozent mehr, 2-nm-Wafer im ersten Quartal weitere 6 bis 8 Prozent, CoWoS-Packaging rund 12 Prozent; die Vertragsrunden mit den Tier-1-Kunden eröffnen am 12. November 5. Die bestätigte Untergrenze für aus dem Werk auslaufende Wafer, die Wafer-Out-Rate, liegt für Januar bei 3 bis 6 Prozent; auf KI-Aufträge jenseits der zugesagten Volumina kommen Zuschläge von 10 bis 15 Prozent, und das Auftragsbuch ist bis 2030 voll 6.

Für die Käufer gibt es kein Entrinnen: Bei Samsung hinkt die Ausbeute im 3-nm-Prozess hinterher, bei Intel sind externe Aufträge für 18A erst Ende 2027 zu erwarten 5, und auch die Alternativen bepreisen neu: SMIC hat seine Waferpreise in einem einzigen Quartal um 5,7 Prozent angehoben, UMC und VIS schieben Erhöhungen bis 2027 durch 67. Die in die Zange genommenen Entwickler von Power-Management- und Treiber-ICs reichen Erhöhungen von 5 Prozent bis in den zweistelligen Bereich an ihre Kunden weiter 7.

GF: Verkäufer unter diesem Preisschirm, nicht Käufer

GF verkauft Waferkapazität, statt sie bei TSMC einzukaufen; eine branchenweite Neubepreisung schlägt sich für das Unternehmen daher in der Marge nieder, nicht in den Kosten. Es ist der Verkäufer unter diesem Preisschirm, nicht der Käufer.

Woran es sich entscheidet

Ob das Modell von BNP Paribas die unterschriebenen Preiserhöhungen enthält, geht aus den veröffentlichten Unterlagen nicht hervor; die zitierte Analystenstudie argumentiert mit dem Anlauf, nicht mit dem Preisbuch 1. Drei datierte Messpunkte klären die Frage: GFs Zahlen für das dritte Quartal am 4. November, gemessen an der Prognose von rund 30,5 Prozent Marge auf 1,885 Mrd. Dollar Umsatz 310; TSMCs Vertragsrunden mit den Tier-1-Kunden, die am 12. November eröffnen und die Obergrenze setzen, unter der GF bepreist 5; und GFs Preisüberprüfung in der zweiten Jahreshälfte, in der eine Erhöhung unbekannter Höhe erstmals eine konkrete Zahl bekommt 3.

Auftragsfertiger weltweit kündigen Preiserhöhungen für 2027 an 567. Bei GlobalFoundries sind sie seit August unter Dach und Fach.

Deepdive

AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.

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