Cboe baut die regulierte Antwort auf Kalshi – und ist selbst börsennotiert

Cboe baut die von der US-Börsenaufsicht SEC regulierte Variante der Ereigniskontrakte (Event Contracts) – mit einem eigenen Clearinghaus-Antrag und einer Gebührenfreiheit bis Ende 2026. Kalshi, das über die US-Derivateaufsicht CFTC läuft, soll Berichten zufolge auf eine Bewertung von nahezu 40 Milliarden Dollar kommen. Die börsennotierte Beteiligung an der regulierten Infrastruktur ist Cboe selbst.

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Richard TangRichard Tang · 2 min read
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Robinhood-Chef Vladimir Tenev auf der Bühne
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Robinhood-Chef Vladimir Tenev: Seine Plattform soll als erster Retail-Broker die KPI-Kontrakte von Cboe vertreiben. Foto 2016.

Cboe hat für die Ankündigung nicht den eigenen Handelssaal gewählt, sondern die Bühne von Robinhood: die binären KPI-Kontrakte, die der Börsenbetreiber im Oktober auf 23 an US-Börsen notierte Unternehmen auflegen will – mit Robinhood als erstem Retail-Broker im Vertrieb 1. Das Spannende daran ist nicht das Produkt. Es ist die Infrastruktur darunter – und die Frage, welcher Regulierer sie besitzt.

Der Streit gilt dem Regulierer, nicht dem Kontrakt

Kalshi und andere Handelsplätze für Ereigniskontrakte nutzen die Route der CFTC über sogenannte Designated Contract Markets (DCM); Kalshi verhandelt Berichten zufolge bereits in fortgeschrittenen Runden über rund eine Milliarde Dollar frisches Kapital zu einer Bewertung von nahezu 40 Milliarden Dollar 2. Cboes Antwort lautet, die Kontrakte auf Unternehmensergebnisse an einer registrierten US-Wertpapierbörse unter SEC-Aufsicht zu handeln – und die eigene Position offen darzulegen: Transparenz, Anlegerschutz und bundesrechtliche Vorrangwirkung der Wertpapiermärkte 1. So wichtig wie die Börse ist das Clearinghaus. Cboe Clear U.S. hat bei der SEC eine vorläufige Registrierung als „Covered Clearing Agency“ beantragt, um die Kontrakte zu clearen; die Erweiterung deute, so Cboe, auf tokenisierte binäre Wertpapieroptionen hin 1. Hält die Registrierung, gehört Cboe die gesamte Kette: Listing, Handel, Clearing.

Wer zahlt, wer profitiert, wer trägt das Risiko

Cboe und Robinhood verzichten bei den Kontrakten bis Ende 2026 auf Gebühren, vorbehaltlich einer aufsichtsrechtlichen Prüfung 1. Die Gratisphase, in der sich die Gewohnheit erst herausbildet, finanzieren Cboes Aktionäre. Robinhood profitiert ohnehin, egal wessen Infrastruktur sich durchsetzt: auf demselben Summit kündigte das Unternehmen Perpetual Futures, Aktienhandel am Wochenende und KI-Handelsagenten an 3, und Analysten werten das Paket als Treiber für die Kundenaktivität – für eine Plattform, die mehr Aktivität pro Kunde monetarisieren will 4. Das Risiko liegt bei Cboe: Stockt die Registrierung als Covered Clearing Agency, während DCM-Handelsplätze den Ereignishandel zur Gewohnheit machen, kommt die SEC-Route zu spät.

Der börsennotierte Weg zur regulierten Version

Institutionelle Anleger können an der Privatrunde von Kalshi nicht teilnehmen. Cboe ist das börsennotierte Unternehmen, das die regulierte Version desselben Marktes aufbaut – neben seinen Rechten an S&P-500-Optionen, die inzwischen bis 2051 verlängert sind 2. Das ist der Trade, den diese Ankündigung eröffnet. Und der Termin, der darüber entscheidet, ist die Prüfung des Clearing-Antrags durch die SEC.

Deepdive

AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.

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