Clay: 7,1 Milliarden Dollar für Agenten, mit denen Kunden noch nicht arbeiten können
Die September-Runde über 115 Millionen Dollar bewertet das New Yorker Go-to-Market-Softwareunternehmen mit dem rund 71-Fachen der 100 Millionen Dollar an wiederkehrenden Jahresumsätzen (Annual Recurring Revenue, ARR), die TechCrunch im Februar meldete. Nachgeliefert wurde auf der Konferenz am 8. Oktober: ein Kampagnen-Builder im Early Access, Workflows in offener Beta und ein SDR-Agent (SDR: Sales Development Representative) für Sprachanrufe auf der Warteliste.
Richard Tang · 3 min read
Angeführt wurde die September-Finanzierung von Wellington; auch Sequoia und Andreessen Horowitz gehörten zu den Geldgebern 1. Gekauft haben sie das Versprechen einer selbstlernenden Umsatzmaschine: Agenten finden die Wunschkunden eines Unternehmens, beobachten Intent-Signale und fahren Kampagnen – und lernen aus jedem Durchlauf dazu 1. Auf Sculpt, Clays Anwenderkonferenz~$3.1B — Clays Anwenderkonferenz, private, latest valuation ~$3.1B am 8. Oktober 2026, kamen die Produkte, die dieses Versprechen tragen, im Early Access, in offener Beta und auf die Warteliste 2.
Zwischen der Demo und dem Workflow eines Kunden steht Umsetzungsarbeit: Ausrollen, Zuverlässigkeit, Schulung. In den 7,1 Milliarden Dollar ist genau diese Arbeit eingepreist – und nach Clays eigenem Zeitplan erreichen die meisten Kunden den Flaggschiff-Agenten erst in den kommenden Monaten 2.
Der Agent verändert den Job des Operators
Clay hat auf Sculpt 13 Funktionen vorgestellt, drei davon tragen die Geschichte 2. Der Global Agent nimmt ein Ziel in natürlicher Sprache entgegen, plant die Kampagne anhand des Knowledge Hub – Clays laufend geführtes Verzeichnis dessen, an wen ein Unternehmen verkauft – und schlägt aus den Ergebnissen Anpassungen vor, die ein Mensch freigeben muss 23. Workflows, für alle Nutzer in offener Beta, führt diese Plays über Millionen von Datensätzen aus 3. Der Inbound-SDR-Agent, bislang nur auf einer Warteliste vorab zu sehen, qualifiziert Leads in einem Sprachanruf und lernt aus Aufnahmen der besten Verkäufer eines Unternehmens 2.
Diese Arbeitsteilung schreibt den Beruf neu. Listenaufbau, Qualifizierung und Erstkontakt werden Maschinenarbeit; zu beurteilen, was das System gelernt hat, wird Menschenarbeit. Clay gab diesem Operator 2023 den Namen GTM Engineer, und nach eigener Zählung des Unternehmens, weitergegeben von TechCrunch, tragen diesen Titel inzwischen rund 100 Stellenanzeigen pro Monat, auch bei Cursor und Webflow 4. Ein mit der Runde angekündigtes Stipendium über eine Million Dollar bildet weitere GTM Engineers aus 1.
Der Boden unter der Bewertung ist umstritten
Landbase, ein Konkurrent aus Mountain View, der insgesamt 42,5 Millionen Dollar eingesammelt hat, veröffentlichte am 29. September einen Benchmark: vier Anbieter, dieselben 26 Prompts für den Listenaufbau, jede zurückgelieferte Zeile unabhängig neu bewertet 5. Der Agent von Landbase landete weit vor Clay; Apollo, ein konkurrierender Anbieter von Vertriebsdaten, und ZoomInfo+4.73% — ZoomInfo, up 4.73 percent today lagen weit abgeschlagen dahinter 5. Der Benchmark ist eine Eigenveröffentlichung des Herausforderers – also als Kampfansage zu lesen: Der Mechanismus, für den er plädiert – ein Agent, der über die vorgegebenen Kriterien nachdenkt, statt einen Prompt auf feste Filter abzubilden –, ist die Behauptung von Landbase, kein gesichertes Ergebnis 5.
Clay kontert mit Daten und Distribution. Eine Partnerschaft mit dem Software-Bewertungsportal G2 vom 9. Oktober rückt Buyer-Intent-Signale ohne G2-Abo direkt in die Workflows von Clay; solche Signale kennzeichnen Unternehmen, die gerade aktiv eine Software-Kategorie recherchieren. Damit kommen sie zu den mehr als 200 Datenanbietern hinzu, die Clay ohnehin bündelt 6. Wer einen börsennotierten Vergleich sucht, wird bei ZoomInfo fündig: Das Unternehmen notiert unter dem Tickersymbol GTM und meldet seit acht Quartalen in Folge nahezu unveränderte Umsätze 7.
Landbase bescheinigt sich im eigenen Benchmark 77 Prozent Präzision beim Listenaufbau – Clay kommt auf 48 Prozent
Data
| Value | |
|---|---|
| Landbase (GTM-3 Omni) | 76.7% |
| Clay | 47.9% |
| Apollo | 36% |
| ZoomInfo | 23.2% |
ZoomInfos Umsatz seit acht Quartalen in Folge nahezu unverändert
Data
| Umsatz | |
|---|---|
| Q3 2024 | $303.6M |
| Q4 2024 | $309.1M |
| Q1 2025 | $305.7M |
| Q2 2025 | $306.7M |
| Q3 2025 | $318M |
| Q4 2025 | $319.1M |
| Q1 2026 | $310.2M |
| Q2 2026 | $310.4M |
Clay zahlt dafür, die eigene Lücke zu schließen
Der Preis dafür fällt bei Clay selbst an. Die Belegschaft ist laut einem Interview mit Chief of Staff Julia Govberg von 85 auf rund 600 Mitarbeiter gewachsen 8. Ein Lösungspartner von Clay selbst deutet die Einstellungen als Kurswechsel hin zu Forward-Deployed-Arbeit: Software plus Mitarbeiter, die fest beim Kunden eingebunden sind – eine dienstleistungsartige Kostenstruktur, die Software-Multiples nicht einpreisen 2. Ein Kundenzitat auf Clays Website benennt den Anspruch: Salesforce+4.16% — Salesforce, up 4.16 percent today für die Datenpflege, Snowflake−2.49% — Snowflake, down 2.49 percent today für die Produktdaten – und Clay, um all das in automatisiertes Handeln zu verwandeln 9. Amin verkauft die Kategorie in dieser Woche auf der Disrupt-Bühne von TechCrunch 4.
Wenn die Agenten bei jedem Kunden so laufen wie in San Francisco, wird die Bewertung als verdient gelten. Bis dahin ist der nützlichste Schachzug in jedem Revenue-Team, sich den Job des Prüfers zu sichern: jede Woche zu entscheiden, welche Empfehlungen des Agenten angenommen oder verworfen werden – denn das Lernen zahlt sich erst aus, wenn ein Mensch diese Entscheidung trifft 2.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.



