Intels 14A umwirbt auf dem Papier acht Tech-Riesen – TSMC kassiert
Intel-CTO Naga Chandrasekaran sagt, 14A solle „innerhalb von 5 Prozent“ an TSMCs A14 heranreichen – während acht US-Riesen das Silizium evaluieren. Intels Quartalsbericht zeigt, was Evaluierungen heute einbringen: 293 Millionen Dollar an externem Umsatz stehen einem Defizit von 2,1 Milliarden Dollar gegenüber.
Vincent Jiang · 2 min read
Als Naga Chandrasekaran, Chief Technology and Operations Officer der Intel Foundry, auf Analysten von KeyBanc traf, wählte er eine sorgfältig abgesicherte Formulierung: Intels kommender 1,4-Nanometer-Prozessknoten 14A solle „innerhalb von 5 Prozent“ an TSMCs konkurrierender A14 herankommen 1. Die Formulierung steckte eine Grenze ab, ohne einen Sieger zu küren 1.
Die Wall Street machte aus dieser Rechnung umgehend ein Qualitätssiegel 1. Eine Anlagestudie von Piper Sandler identifizierte acht erste Adressen der US-Techbranche, die 14A evaluieren: Apple, Nvidia, Amazon, AMD, Google, Microsoft, Tesla und Qualcomm 2. Auf dem Papier sieht die Warteschlange wie ein Turnaround aus 2.
Die Realität: 293 Millionen Dollar
Eine Evaluierung ist kein Kaufauftrag 2. Intels Formular 10-Q für das zweite Quartal 2026 zeigt: Von den 5,8 Milliarden Dollar Umsatz der Intel Foundry entfielen rund 5,5 Milliarden auf interne Verrechnungen für Intels eigene Prozessoren 13. Externe Kunden zahlten gerade einmal 293 Millionen Dollar, während die Sparte einen operativen Verlust von 2,1 Milliarden Dollar verbuchte – das zehnte Quartalsdefizit in Folge 13.
Externer Umsatz der Intel Foundry: weniger als 1 Prozent von TSMCs Erlösen als Auftragsfertiger
Data
| Value | |
|---|---|
| Externer Umsatz TSMC | $40.2B |
| Interne Verrechnungen Intel Foundry | $5.5B |
| Externer Umsatz Intel Foundry | $0.29B |
Auf der anderen Seite des Pazifik buchte TSMC im Quartal 40,2 Milliarden Dollar Umsatz – nahezu vollständig von externen Käufern 14. TSMC hält über 72 Prozent der weltweiten Umsätze der Auftragsfertiger, während der kommerzielle Arm der Intel Foundry bei weniger als 1 Prozent bleibt 4.
TSMCs Quartalsumsatz hat sich in zehn Quartalen mehr als verdoppelt
Data
| Umsatz | |
|---|---|
| Q1/24 | $18.5B |
| Q2/24 | $20.7B |
| Q3/24 | $24B |
| Q4/24 | $26.7B |
| Q1/25 | $25.4B |
| Q2/25 | $31.9B |
| Q3/25 | $32.5B |
| Q4/25 | $33.5B |
| Q1/26 | $35.4B |
| Q2/26 | $39.8B |
Die Wette auf High-NA
Intel versucht den technologischen Sprung nach vorn: Das Unternehmen setzt die High-NA-EUV-Scanner von ASML mit einer numerischen Apertur von 0,55 in der kommerziellen Produktion ein; TSMC baut für A14 dagegen auf bewährte Maschinen mit 0,33 NA 1. Den Prozessspezifikationen zufolge soll 14A bei gleicher Leistungsaufnahme eine um 15 bis 20 Prozent höhere Performance liefern als 18A – hinzu kommt die direkte Stromversorgung von der Chiprückseite über PowerDirect 12.
Doch Hardware-Designs brauchen Dichte – und genau dort verspricht TSMCs A14 bereits eine um 20 Prozent höhere Logik-Dichte als N2 12. Interne A14-Testchips hat TSMC schon auf fast 90 Prozent der Ziel-Performance gebracht, die Ausbeute der 256-Mbit-SRAM-Tests ebenfalls auf nahe 90 Prozent 1.
Die Entscheidung fällt im Oktober
Intels Bilanz finanziert die für Ende 2027 angesetzte Risikoproduktion, während die potenziellen Käufer kein Risiko tragen 12. Entscheidend: Intel warnt in seinem Quartalsbericht, dass Umfang und Tempo des Fab-Ausbaus unmittelbar von externen Zusagen abhängen, die bislang nicht eingetroffen sind 2.
Die acht prüfenden Konzerne können bindende Wafer-Verträge erst schließen, wenn Intel im Oktober die Version 0,9 des Process Design Kit veröffentlicht 1. Intel-Chef Lip-Bu Tan erwartet verbindliche Kundenentscheidungen zwischen Ende 2026 und Anfang 2027 1. Bis eine Evaluierung zu einem unterschriebenen Vertrag wird, kassiert TSMC die Gewinne – und Intel trägt die Capex 1. Wer die Ökonomie der Auftragsfertigung verfolgt, muss die Veröffentlichung des Design-Kits im Oktober im Blick behalten: Sie zeigt, ob aus den Evaluierungen jemals bares Geld wird 12.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.



