Im größten Batterietender Südkoreas setzt LG auf teurere koreanische statt chinesische Zellen
Südkoreas dritte Ausschreibung für Energiespeichersysteme (ESS) zählt den Preis mit 50 von 100 Punkten und honoriert heimische Inhalte mit 25; Angebotsschluss ist der 11. November. LG Energy Solution, das in Runde zwei mit chinesischen Zellen 14 Prozent des Volumens holte, bietet in dieser Zwickmühle nun eine rein koreanische Zelle an.
Vincent Jiang · 2 min read
LG fertigt die Zellen künftig in Ochang statt in Nanjing – und zahlt drauf
In der zweiten Runde der staatlichen Speicherbeschaffung Südkoreas bot LG Energy Solution LFP-Zellen aus dem chinesischen Nanjing an und sicherte sich 14 Prozent des Volumens 1. Für die dritte Runde fertigt der Konzern sämtliche Zellen in Ochang; erstmals stammen alle vier Kernmaterialien – Kathode, Anode, Separator und Elektrolyt – von koreanischen Lieferanten 1.
Bislang größte Ausschreibung: Angebotsschluss am 11. November
Angebote und Nachweise sind bis zum 11. November einzureichen – für 1.180 Megawatt Sechsstunden-Speicher: nach einer Zählung mehr als 7 Gigawattstunden, nach einer anderen 6,6. Es geht um rund 2 Billionen Won (1,47 Milliarden Dollar) und damit um mehr als die ersten beiden Runden zusammen. Die Zuschläge fallen im November, die Anlagen müssen bis Februar 2029 laufen 12.
Die Wertung belohnt billig und koreanisch zugleich
Auf den Preis entfallen 50 der 100 Punkte 12. 25 Punkte gibt es für Brandschutz und Anlagensicherheit, die letzten 25 belohnen heimische Fertigung, Lokalisierung der Lieferkette und Arbeitsplätze; Bieter müssen Hersteller und Herkunft jeder Zelle, jeder Kathode und jedes Elektrolyts angeben 12. Importierte Zellen verschenken diese 25 Punkte. Koreanische Zellen kosten mehr und schlagen auf die 50 Punkte zu Buche, die auf den Preis entfallen.
Die halbe Wertung kauft billig, ein Viertel koreanisch
Data
| Part | Punkte | Share |
|---|---|---|
| Preis | 50 | 50% |
| Brandschutz und Anlagensicherheit | 25 | 25% |
| Heimische Inhalte, Lieferkette, Arbeitsplätze | 25 | 25% |
SK On hat die Kathodenkette längst in der Hand
SK On gewann in Runde zwei 284 der 565 Megawatt, also 50,3 Prozent, und setzte dabei auf LFP-Zellen aus Südkorea. Die Kathodenkette hat der Konzern seither abgesichert: mit rund 160 Milliarden Won bei L&F und 1,07 Billionen Won bei Posco Future M, dazu kommen 9 Gigawattstunden Zellen aus Georgia für NeoVolta Power ab 2027 13. Egal, wer die Megawatt am Ende bekommt – bezahlt werden die Materialhersteller.
LG geht mit 14 Prozent aus Runde zwei in Runde drei
Data
| Zuschlagsanteil in Runde zwei | |
|---|---|
| SK On | 50.3% |
| Samsung SDI | 35.7% |
| LG Energy Solution | 14% |
Die Exportchance ist real, der Beweis steht noch aus
LG hat im ersten Halbjahr ESS-Aufträge über mehr als 3 Billionen Won gebucht, darunter Projekte für KI-Rechenzentren, und strebt bis Ende 2026 eine LFP-Kapazität von 50 Gigawattstunden in Nordamerika an 45. Sein Speichersystem ist die einzige koreanische Marke auf der ersten DSX-Ready-Liste von Nvidia 45. Project Star, ein 22,3-Milliarden-Dollar-Gaskomplex mit 6,47 Gigawatt in Encinal im US-Bundesstaat Texas, der ein Rechenzentrumgelände mit 5 Gigawatt speist, ist die Nachfrage, auf die diese Rechnung abzielt 467. Noch ist dort kein koreanischer Batteriehersteller bestätigt 4.
Samsung SDI, das in Runde eins rund 76 Prozent gewann, hat noch nicht einmal seine Zellchemie festgelegt 1. LFP-Kathoden aus Südkorea sind kaum in Produktion: L&F startet die Massenproduktion Ende September, Posco Future M bis Jahresende 1. Das 1-Terawattstunden-Ziel bis 2032, das sich die US-Branche gesetzt hat, ist ein Ziel, kein Auftragsbuch 4.
Die Zuschläge fallen im November 12. LG muss Volumen zurückgewinnen – mit Vorprodukten, die mehr kosten als die aus Nanjing. SK On muss die umgerüsteten Linien in Seosan bis Jahresende in den Pilotbetrieb bringen und ab dem ersten Halbjahr 2027 liefern 1. Die Kathodenlieferanten werden so oder so bezahlt.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.



