Nvidia holte sich Groqs Gründer. Jetzt schauen die Behörden ins Kleingedruckte.
Nvidia bezifferte die Gegenleistung für die Transaktion auf 17 Milliarden Dollar – Groq blieb dabei unabhängig. Neu aufgedeckte Prüfungen werfen die Frage auf, ob die Lizenzstruktur eine fusionskontrollrechtliche Prüfung umgangen hat.
Vincent Jiang · 2 min read
Ein Weihnachtstransfer
Am Weihnachtstag 2025 nahm Jonathan Ross seine Arbeit bei Jensen Huangs Unternehmen auf. Der Gründer des Chip-Herausforderers Groq war Nvidias Mitarbeiter geworden.3
Am 9. und 10. September wurde bekannt, dass das US-Justizministerium die Transaktion prüft – unter anderem mit einer förmlichen Auskunftsanforderung. Die Untersuchung dauerte zu diesem Zeitpunkt bereits Monate.1,2
17 Milliarden Dollar, keine Anteile
Nvidias Jahresabschluss weist 13 Milliarden Dollar aus, die zum Abschlusszeitpunkt gezahlt wurden, sowie vier Milliarden Dollar aufgeschobene Zahlungen einschließlich fiktiver Zinsen. Demnach wurden weder Anteile, Kundenverträge noch bestehende Produkte erworben.4
Das ergibt 17 Milliarden Dollar offengelegte Gegenleistung – neben einem vielfach berichteten Transaktionswert von 20 Milliarden Dollar.1,4 Die geprüften Quellen erklären die Differenz nicht. Was Nvidia tatsächlich erhalten hat, ist klarer: Technologierechte und die Menschen, die sie weiterentwickeln können.3,4
Unabhängigkeit nach dem Ausstieg
Die US-Senatoren Elizabeth Warren und Richard Blumenthal argumentierten im März, dass die Einstellung von Groqs Schlüsselmitarbeitern den Technologiewert für andere Lizenznehmer schmälern könnte.5
Aus dem Vorwurf ist bislang keine Feststellung geworden. Allein nicht-exklusive Rechte beantworten nicht die Frage, wer die Ingenieurskapazität für den Wettbewerb behält. Laut Hinweisen der US-Bundesbehörden können Konstruktionen, die darauf ausgelegt sind, vorgeschriebene Fusionsanmeldungen zu umgehen, mit Sanktionen belegt werden.6
Milliarden und Hardware
Bis zum 26. Juli hatte Nvidia weitere 2,944 Milliarden Dollar für die Groq-Transaktion gezahlt. Zusammen mit der Abschlusszahlung beliefen sich die offengelegten Zahlungen auf rund 15,9 Milliarden Dollar – noch bevor die Untersuchung durch das US-Justizministerium öffentlich wurde.4,7

Bis März hatte Nvidia zudem Produkte mit Groq-Chips vorgestellt.8 Für Kunden, die ihre Lieferantenabhängigkeit abwägen, stellt sich die Frage, ob sich dadurch ihre Optionen erweitern.
Wettbewerber sehen Chancen
Nvidia sagt, die Transaktion belohne Unternehmer und komme den Verbrauchern zugute; die Untersuchung könne ergebnislos enden.1 Groq sammelte später 350 Millionen Dollar für seine Neuausrichtung auf das Cloud-Geschäft ein.9
Vsoras Sandra Rivera und SambaNovas Rodrigo Liang sahen in der Transaktion eine Bestätigung für alternative Chip-Architekturen.10 Diese Wettbewerber haben eigene Produkte zu vermarkten – doch ihr Argument hat Gewicht: Ein lukrativer Ausstieg kann den nächsten Herausforderer ermutigen.
Den nächsten Chip im Blick
Man beobachte, ob die Ermittler die Vertragsstruktur angreifen – und ob konkurrierende Chip-Entwickler die Bestätigung in Produkte ummünzen, die Kunden tatsächlich wählen können. Das regulatorische Ergebnis und das wettbewerbliche Ergebnis sind zwei getrennte Prüfungen.
Wettbewerb braucht rivalisierende Ingenieure, die rivalisierende Chips ausliefern.
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- 1Bloomberg News on DOJ scrutiny of the Groq arrangement, Sep 10 2026 (reporting from people familiar with the inquiry, with Nvidia's response; read in full through Moneycontrol syndication, which counts as the same source).
- 2The New York Times on the investigation and information demand, Sep 9 2026 (original reporting from two knowledgeable people; the disclosure of scrutiny is new, the opening of the inquiry is not. No finding of wrongdoing reported).
- 3EE Times on Ross's account of the collaboration and transfer, Mar 24 2026 (directly attributed participant account; its commercial claims are not independently tested).
- 4Nvidia Form 10-K, Note 2: Groq, filed Feb 25 2026 for the year ended Jan 25 (primary audited statements: $17B is $13B paid at closing plus $4B deferred inclusive of imputed interest; no reconciliation to the reported $20B was found).
- 5Office of Senator Elizabeth Warren, announcement Mar 23 2026 on a letter dated Mar 19 (primary record of the lawmakers' allegations, not proof of reduced competition or unlawful conduct).
- 6Federal Trade Commission guidance on avoidance arrangements, Nov 14 2019 (primary agency explanation of Rule 801.90; historical guidance, not a ruling on Nvidia).
- 7Nvidia Form 10-Q, filed Aug 26 2026 for the six months ended Jul 26 (primary unaudited interim financials: $2.944B additional Groq payment. The approximately $15.9B cumulative total is editorial arithmetic on source 4's rounded closing amount).
- 8Reuters on Groq-based products shown at Nvidia's conference, Mar 17 2026 (independent conference reporting and an independent $17B deal reference; the story's separate China product plan is not adopted here).
- 9TechCrunch on Groq's $350M financing, Aug 17 2026 (company-claimed financing reported independently).
- 10EE Times interviews with competing chip executives, Mar 9 2026 (attributed commercial opinions from interested parties, not proof of future competition).
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