Nvidia steckt zwei Milliarden Dollar in Coherent – Insider verkaufen binnen Jahresfrist Aktien für 1,1 Milliarden und kaufen gar nichts

Coherents Proxy-Erklärung verbindet eine mehrmilliardenschwere Abnahmezusicherung Nvidias mit einer zwei Milliarden Dollar schweren Beteiligung des Konzerns am Transceiver-Hersteller. Drei Tage später führten die Optikwerte den Markt nach unten – und aus den Unterlagen geht hervor: Coherents eigene Insider verkauften Aktien im Wert von 1,1 Milliarden Dollar und kauften keine.

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Vincent JiangVincent Jiang · 3 min read
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Jim Anderson, Chef von Coherent
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Jim Anderson, Chef von Coherent. Unter seiner Führung investierte Nvidia zwei Milliarden Dollar in den Optikhersteller.

Am 9. Oktober sagte Lumentum−1.39% — Lumentum, down 1.39 percent today-Chef Michael Hurlston Bloomberg in Tokio, die optischen KI-Komponenten seines Unternehmens seien „vollständig ausverkauft, ein Ende ist nicht in Sicht“; bei manchen Produkten bleibe bis ins nächste Jahr rund 70 Prozent der Nachfrage unbefriedigt 1. Drei Handelstage später verkauften die Anleger die Nachricht trotzdem: Ciena schloss 10 Prozent tiefer, Lumentum verlor 9,8 Prozent, und Coherent−0.43% — Coherent, down 0.43 percent today, das die Laser und Transceiver baut, mit denen Daten in KI-Rechenzentren transportiert werden, gab um 7,9 Prozent auf 288,02 Dollar nach 2. Der Roundhill Photonics & Optics ETF, der die Branchenwerte bündelt, verlor 7 Prozent, während der S&P 500 unverändert blieb 3.

Nvidia kauft sich Liefersicherheit bei beiden US-Optikherstellern

Coherents endgültige Proxy-Erklärung vom 9. Oktober legt eine mehrjährige strategische Vereinbarung mit Nvidia+0.68% — Nvidia, up 0.68 percent today offen: eine mehrmilliardenschwere Abnahmezusicherung plus eine zwei Milliarden Dollar schwere Beteiligung zur Finanzierung von Forschung und Entwicklung, Kapazitäten und Produktion in den USA 4. Bereits in diesem Jahr hatte Nvidia beim Konkurrenten Lumentum in gleicher Höhe investiert 1. Im Geschäftsjahr 2026 stieg Coherents Umsatz um 22,5 Prozent auf 7,12 Milliarden Dollar, der Erlös mit Rechenzentren und Kommunikationstechnik um 40 Prozent auf 5,27 Milliarden Dollar 4.

Coherents eigene Insider verkauften für 1,1 Milliarden Dollar – und kauften keine

Der Morningstar-Analyst Martin Szumski sagte, Äußerungen von Broadcom+1.04% — Broadcom, up 1.04 percent today-Chef Hock Tan hätten die Kurse am Montag „möglicherweise ebenfalls ausgelöst“; Tan hatte auf einer Podiumsdiskussion in Singapur erklärt, Kapital sei der größte Engpass beim Ausbau der KI-Infrastruktur, und weil der Umsatz mit Photonik an den zugesagten Ausgaben der Hyperscaler hängt – der großen Cloud-Konzerne, die Rechenleistung bereitstellen –, kann jeder Hinweis darauf, dass sich Ausgaben verschieben, den Sektor nach unten ziehen 2. Viele der Photonik-Aktien hätten in den vergangenen 18 Monaten stark angezogen, sagte Szumski – damit sind sie für alles anfällig, nur nicht für gute Nachrichten 2. Unterdessen zählt eine Auswertung der regulatorischen Meldungen Coherents durch GuruFocus Insiderverkäufe in Höhe von 1.117,0 Millionen Dollar innerhalb der vergangenen zwölf Monate – und keinen einzigen Kauf 5.

Coherent wird mit dem 70-fachen Gewinn gehandelt – die Expansion läuft dem Cashflow davon

Am 12. Oktober schloss Coherent noch immer mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 70,0 auf Basis der Gewinne der vergangenen zwölf Monate und 30,7 auf Basis der erwarteten Gewinne; nach dem Kursrutsch notiert die Aktie im Mittelfeld ihrer 52-Wochen-Spanne von 108,19 bis 440,00 Dollar 5. Man zähle das Geld in den eigenen Unterlagen nach: In den vier Quartalen bis Juni 2026 gab Coherent 1,10 Milliarden Dollar für Kapitalprojekte aus und erwirtschaftete einen operativen Cashflow von 0,08 Milliarden Dollar; der freie Cashflow war in jedem der vergangenen drei Quartale negativ 67. Im Schnitt der Analysten liegt das Kursziel bei 410,10 Dollar, rund 42 Prozent über dem Schlusskurs 7. Bei Ciena ergibt sich dasselbe Muster: ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 90,24, dazu Insiderverkäufe von 10,9 Millionen Dollar binnen drei Monaten 8.

Coherents Kapitalausgaben laufen dem operativen Cashflow davon

  • Kapitalausgaben
  • Operativer Cashflow
-$0.2B$0B$0.2B$0.4B$0.6BQ4 '23Q2 '24Q4 '24Q2 '25Q4 '25Q2 '26$0.56B$0.07BKapitalausgaben der vergangenenzwölf Monate 1,10 Mrd. Dollar,operativer Cashflow 0,08 Mrd.Dollar
Data
KapitalausgabenOperativer Cashflow
Q3 '23$0.06B$0.2B
Q4 '23$0.09B$0.07B
Q1 '24$0.09B$0.12B
Q2 '24$0.1B$0.16B
Q3 '24$0.09B$0.15B
Q4 '24$0.11B$0.19B
Q1 '25$0.11B$0.16B
Q2 '25$0.13B$0.13B
Q3 '25$0.1B$0.05B
Q4 '25$0.15B$0.06B
Q1 '26$0.29B-$0.09B
Q2 '26$0.56B$0.07B
Quartalswerte in Milliarden US-Dollar, Kalenderbeschriftung der Geschäftsquartale von Coherent. Kapitalausgaben sind positive Investitionsausgaben; der operative Cashflow kann negativ ausfallen. Der freie Cashflow ist nicht berücksichtigt, weil die Datenreihe 2025 abreißt. Quelle: Quartalszahlen von Coherent aus den SEC-Unterlagen, abgerufen am 13. Oktober 2026 [6].6

Am 12. Oktober führten die Optikwerte den Markt nach unten

-10%-8%-6%-4%-2%0%Ciena-10%Lumentum-9.8%Coherent-7.9%Corning-6%Cisco-2.6%
Data
Value
Ciena-10%
Lumentum-9.8%
Coherent-7.9%
Corning-6%
Cisco-2.6%
Eintägige Schlusskursveränderungen am 12. Oktober 2026, in Prozent. Coherent hervorgehoben. Quelle: MarketWatch, 12. Oktober 2026 [2].2

Das Argument der Bullen: Der Kursrutsch spiegelt die Positionierung der Anleger wider, das Auftragsbuch ist intakt

Giuseppe Sette, Präsident und Mitgründer von Reflexivity, einer KI-gestützten Plattform für Investmentanalysen, sagte MarketWatch, die Kursbewegung vom Montag signalisiere keinen „Riss in der Nachfrage nach optischen Komponenten, die auf Jahre hinaus ausgebucht bleibt“. Eine Demo auf dem Open-Compute-Project-Gipfel am Montag sei bereits eingepreist gewesen und sei damit zum „Ausstiegspunkt statt zum Katalysator“ geworden 2. Die meisten Analysten halten an Kaufempfehlungen für Coherent fest 7. Berechtigt. Aber ein Auftragsbuch schützt keinen Multiplikator: Lumentum, in einem Jahr um 516 Prozent gestiegen und mit dem 43-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet, führte den Kursrutsch bei den KI-Optikwerten an – ausgerechnet mit dem gefülltesten Auftragsbuch der Branche 23. Und Coherent finanziert seine Expansion mit Kapitalausgaben, die die Mittelgenerierung übersteigen 6.

Was den Ausschlag gibt: der nächste Quartalsbericht

Coherents nächster Quartalsbericht rückt näher 7. Lumentum hat für das laufende Quartal 1,225 bis 1,275 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, nach 1,006 Milliarden Dollar im Vorquartal. Das wird zeigen, ob aus einem ausgebuchten Auftragsbuch termingerecht Umsatz wird 3. Der Lackmustest für Coherent ist die eigene Kapitalflussrechnung: ob sich der operative Cashflow dreht, wenn die von Nvidia finanzierten Kapazitäten anlaufen 6. Auf der einen Seite des Rechnungsbuchs: Nvidias 2 Milliarden Dollar für Coherent 4 und 2 Milliarden für Lumentum 1, dazu die Abnahmezusicherungen. Auf der anderen: 1,1 Milliarden Dollar an Coherent-Aktien, die Insider verkauft haben 5.

Deepdive

AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.

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