Tatas Partnerschaft mit Besi ist eine Studie, kein Auftrag – und die Aktie notiert zum 74-fachen Gewinn
Diese Woche hat Tata Electronics den Namen eines niederländischen Anlagenbauers mit seinem drei Milliarden Dollar teuren Werk für Chipverpackung in Assam verknüpft. Die Absichtserklärung verpflichtet zu Studien und zur Schulung von Personal, nicht zu Anlagen – und Besis Kurs-Gewinn-Verhältnis von 74,3 lässt der Absichtserklärung keinen Raum, eine zu bleiben.
Vincent Jiang · 3 min read
Die Verben lauten prüfen und bewerten
Am 29. September haben Tata Electronics und Besi eine Absichtserklärung unterzeichnet, um die fortgeschrittene Chipverpackung (Advanced Packaging) am Standort Jagiroad im indischen Bundesstaat Assam zu stärken. Dort entsteht Indiens erstes eigenständig entwickeltes Verpackungswerk für Chips – ein Tata-Investment von rund drei Milliarden Dollar 1. Als Vertrag gelesen, kündigt die Mitteilung eine Studie an, keinen Kauf: Die Partner wollen im indischen Ökosystem für Anlagen-Support „Chancen prüfen“ („assess opportunities“), Besi will „Initiativen bewerten“ („evaluate initiatives“) zur Schulung und Zertifizierung von Tata-Mitarbeitern – und der Text nennt keinen Auftragswert, keine Anlagenzahl und kein Lieferdatum 1. Die Fachpresse verbuchte die Meldung in ihren täglichen Updates gleichwohl als Fortschritt fürs Ökosystem 2.

Sieben Handschläge in weniger als zwei Wochen
Den Takt zeigt Tatas eigener Newsroom: Dort erschienen allein am 17. und 18. September sechs Partnerschaftsankündigungen, von Enomoto und Sumitomo Chemical bis L&T Semiconductor – und Besi ist der siebte Handschlag in weniger als zwei Wochen 3. Jeder einzelne zahlt Glaubwürdigkeit für Jagiroad ein: ein Werk für 27.000 Crore Rupien, ausgelegt auf bis zu 48 Millionen Chips pro Tag und 15.000 direkte Arbeitsplätze, mit einem Produktionsziel innerhalb des Geschäftsjahres, das im März 2027 endet 41.
Das Multiple preist die Konversion ein
Auf Besis Seite der Rechnung steht deutlich weniger. Die Liste der Pressemitteilungen auf der Investor-Relations-Seite reichte Stand 1. Oktober nicht über die am 23. Juli veröffentlichten Quartalszahlen hinaus; eine eigene Besi-Mitteilung zu Assam sucht man darin vergeblich 5. Vorgelegt hat das Unternehmen ein Auftragsbuch: Die Auftragseingänge erreichten im zweiten Quartal 292,9 Millionen Euro, 128,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. KI-getriebene Nachfrage machte Anfang 2026 rund 60 Prozent der Systemaufträge aus. Im Juni beschloss Besi zudem, die langfristigen Umsatzziele auf 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro anzuheben 678. Nach einem Rückgang von 34,5 Prozent binnen 90 Tagen notiert die Aktie bei 191,9 Euro und damit bei einem KGV von 74,3 – die Peers liegen bei 40,5. Das meistverfolgte Bullenmodell sieht die Aktie mit einem fairen Wert von 300,36 Euro um 36 Prozent unterbewertet 7. Wie The Inference am 27. September notierte – Besis Systemaufträge waren damals um 129 Prozent gestiegen, die Aktie um 46 Prozent gefallen –, lautet die Wette Konversion: Das Multiple braucht neue Regionen, die zu gebuchten Aufträgen werden. Die Absichtserklärung leistet genau das nicht.
Besis KGV von 74,3: fast doppelt so hoch wie der Peer-Durchschnitt – und weit über dem fairen Wert des eigenen Bullenszenarios
- Estimate
Data
| Value | |
|---|---|
| Besi (BESI.AS) | 74.3x |
| Faires KGV im Bullenszenario (Schätzung) (estimate) | 51x |
| Peer-Durchschnitt | 40.5x |
Das Bullenszenario hat Substanz
Die Bullen stützen sich auf ausgelieferte Anlagen, nicht auf Versprechen: Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 68,7 Prozent auf 249,9 Millionen Euro, bei einer Bruttomarge von 65,7 Prozent, getragen von Hybrid Bonding, Photonik und Rechenzentrumsanwendungen 6. Die offene Frage ist enger gesteckt, als beide Lager zugeben: Was bringt eine Unterschrift in Assam einem Auftragsbuch, das sich ohnehin schon verdoppelt?
Der Test steht am 22. Oktober an
Der nächste Beleg trägt ein Datum: Besi legt seine Zahlen für das dritte Quartal 2026 am 22. Oktober vor 9. Solange in diesem Auftragsbuch kein Anlagenauftrag für Jagiroad auftaucht, bleibt das einzige zugesagte Geld in dieser Geschichte das von Tata. Tata hat Glaubwürdigkeit gekauft; für die Konversion sollen Besis Aktionäre zahlen.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.



