Arista droht eine 9,7-Milliarden-Dollar-Rechnung für Komponenten – Insider verkauften Aktien im Wert von 740,8 Millionen Dollar
Aristas eigener Quartalsbericht weist Einkaufsverpflichtungen über 9,7 Milliarden Dollar aus – nach 3,6 Milliarden ein Jahr zuvor. Zugleich verkauften Insider Aktien im Wert von 740,8 Millionen Dollar. Ciscos Lagerbestand stieg auf 5,7 Milliarden Dollar, und beide Konzerne treffen mit ihren Zahlen auf einen Markt, der sich inzwischen fragt, wer den Ausbau bezahlt.
Vincent Jiang · 3 min read
Die Chefin verkaufte zum Kurs von 201,22 Dollar
Am 5. August verkaufte Jayshree Ullal, Chefin und Verwaltungsratsvorsitzende von Arista Networks−0.97% — Arista Networks, down 0.97 percent today, dem Hersteller von Netzwerk-Switches für Rechenzentren, 767.029 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 201,22 Dollar – insgesamt 154,3 Millionen Dollar. Der Verkauf erfolgte auf Basis eines vorab festgelegten Handelsplans gemäß Rule 10b5-1; 16,4 Millionen Aktien behielt Ullal 1. Großaktionär Andreas Bechtolsheim verkaufte am selben Tag Aktien im Wert von 61,0 Millionen Dollar, die Insider als Gruppe binnen drei Monaten Aktien im Wert von 740,8 Millionen Dollar 1. Bis zum 15. Oktober fiel die Aktie um 5,1 Prozent auf 185,54 Dollar – unter ihrem Verkaufspreis 1. Die Zahlen für das dritte Quartal stehen am 3. November an 2.
Der Preis des Booms lastet auf zwei Bilanzen
Aristas Quartalsbericht (10-Q) bei der US-Börsenaufsicht SEC weist zum 30. Juni unkündbare Einkaufsverpflichtungen über 9,7 Milliarden Dollar aus – als Position außerhalb der Bilanz, davon 9,4 Milliarden mit Fälligkeit binnen zwölf Monaten. Ein Jahr zuvor waren es rund 3,6 Milliarden Dollar 34. Die Aufträge sichern Speicher und Chips; Ullal rechnet damit, dass die Knappheit bei Komponenten bis 2028 hinein anhält 4. Der Umsatz stieg um 37,7 Prozent auf 3,04 Milliarden Dollar, und den Ausblick für 2026 hob Arista auf rund 12,6 Milliarden Dollar an 4. Doch die Bruttomarge sank von 65,2 auf 62,9 Prozent, und die Prognose für die operative Marge im dritten Quartal liegt bei 48 bis 49 Prozent 54.
Aristas Quartalsumsatz hat sich in drei Jahren verdoppelt – und das Tempo steigt weiter
Data
| Umsatz | |
|---|---|
| Q3/23 | $1.51B |
| Q4/23 | $1.54B |
| Q1/24 | $1.57B |
| Q2/24 | $1.69B |
| Q3/24 | $1.81B |
| Q4/24 | $1.93B |
| Q1/25 | $2.01B |
| Q2/25 | $2.21B |
| Q3/25 | $2.31B |
| Q4/25 | $2.49B |
| Q1/26 | $2.71B |
| Q2/26 | $3.04B |
Denselben Boom durchläuft Cisco+0.08% — Cisco, up 0.08 percent today von der anderen Seite: Der Umsatz im vierten Geschäftsquartal betrug 17,3 Milliarden Dollar, 18 Prozent mehr als im Vorjahr; die Produktaufträge stiegen um 35 Prozent. Doch der Lagerbestand wuchs binnen eines Jahres von 3,2 auf 5,7 Milliarden Dollar, und die bereinigte Bruttomarge sank von 68,4 auf 66,3 Prozent; als Prognose nennt der Konzern 65 bis 66 Prozent 6. Im Geschäftsjahr 2026 hat Cisco KI-Aufträge von Hyperscalern über 9,3 Milliarden Dollar gebucht – Hyperscaler sind die riesigen Cloud-Betreiber. Rund 4 Milliarden Dollar davon sind bereits zu Umsatz geworden; 7,5 Milliarden Dollar fallen erst ins Geschäftsjahr 2027 6.
Die Bruttomarge schwindet bei beiden Netzwerkherstellern – die Komponentenkosten schlagen zu Buche
- Vorjahreswert
- Letzter Wert
Data
| Vorjahreswert | Letzter Wert | |
|---|---|---|
| Arista | 65.2% | 62.9% |
| Cisco | 68.4% | 66.3% |
Die Rechnung für den KI-Netzwerk-Ausbau steht jetzt in zwei Bilanzen
- Vorjahreswert
- Letzter Wert
Data
| Vorjahreswert | Letzter Wert | Change | |
|---|---|---|---|
| Einkaufsverpflichtungen Arista | $3.6B | $9.7B | +169.4% |
| Lagerbestand Cisco | $3.2B | $5.7B | +78.1% |
Zwei Lesarten derselben Budgets
Die Deutsche Bank hat am 19. Oktober ihre Kaufempfehlungen für beide Unternehmen bestätigt. Das Geld der Hyperscaler erreiche die Netze erst mit zwölf bis 18 Monaten Verzögerung, argumentiert Analyst Gianmarco Conti – die heutigen Budgets sicherten daher Umsätze weit über das kommende Jahr hinaus 7. Weiterhin sieht er Optical Circuit Switches, die Licht ohne elektronische Paketvermittlung lenken als Gefahr für die Spine-Ebene; Ullal hält dagegen, steckbare Optikmodule und Kupfer reichten bis 2028 oder 2029 7. Ganz anders las Broadcom+0.26% — Broadcom, up 0.26 percent today-Chef Hock Tan am 12. Oktober in Singapur dieselben Budgets: das Kapital „könnte der größte Engpass sein“ – jährlich flössen rund 200 Milliarden Dollar in den Betrieb von KI-Modellen, zurückkämen nur etwa 150 Milliarden Dollar 8. Nach diesen Äußerungen gaben Broadcom und Marvell+2.51% — Marvell, up 2.51 percent today jeweils rund 4 % nach 9.
Wo die Verzögerung aufschlagen würde
Die Abhängigkeit ist ungleich verteilt: Das KI-Geschäft mit Hyperscalern macht bei Cisco nur rund 6 % des Umsatzes aus, während Arista unmittelbar an denselben Budgets hängt – mit Microsoft−0.15% — Microsoft, down 0.15 percent today und Meta−2.11% — Meta, down 2.11 percent today als zentralen Partnern; ein bis zwei Kunden dürften jeweils mehr als 10 % des Umsatzes ausmachen 74. Verlangsamt sich der Geldfluss, können die Auftragsbücher gefüllt bleiben – während zwei Bilanzen die Verzögerung schlucken. Als Erstes zeigt sich das im Quartalsbericht vom 3. November: in der Position der Einkaufsverpflichtungen, in der Margenprognose und in den Ausführungen zum Switching-Geschäft.
Deepdive
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