Broadcom kappt den VMware-Reseller, den es Kunden im vergangenen Jahr noch empfohlen hatte
Die von VMware getragene Software-Sparte von Broadcom wuchs im vergangenen Quartal um 29 Prozent; in diesem Monat entzog der Konzern dem Reseller, zu dem er einst die Kunden aussortierter Partner gelenkt hatte, die Autorisierung für Nordamerika. Gartner geht in seinem Magic Quadrant vom September davon aus, dass bis 2029 55 Prozent der Unternehmen VMware-Alternativen testen werden.
Vincent Jiang · 3 min read
Broadcom kappt den Reseller, den es selbst nominiert hatte
Insight Enterprises, ein Reseller aus Chandler im US-Bundesstaat Arizona mit einem Umsatz von 8,2 Milliarden Dollar, darf in Nordamerika keine VMware-Lizenzen und keine von Broadcom finanzierten Leistungen zu VMware Cloud Foundation mehr verkaufen, berichtete das Branchenblatt CRN am 28. September 2026 1. Insight bestätigte den Vorgang in einer Erklärung: Das Unternehmen sei „in Nordamerika nicht länger autorisiert, VMware-Lizenzen oder von Broadcom finanzierte VCF Entitlement Services weiterzuverkaufen“, und werde von Kunden finanzierte VMware-Aufträge bis zum 31. Oktober 2026 abschließen 12.
Ein Jahr zuvor hatte Broadcom in die andere Richtung gewiesen: Kunden frisch deautorisierter Partner empfahl der Konzern per E-Mail Insight, SHI International und Connection als landesweite Reseller – für einen „reibungslosen Übergang“ 12. Broadcom wollte sich dazu nicht äußern 2. Die Deautorisierung stützt sich auf einen einzigen Bericht: Die einzige Folgeberichterstattung setzt mit den Worten „Per CRN“ ein 2.
Die Dauereinnahmen aus Software sichern das KI-Versprechen ab
VMware hat keine eigene Umsatzposition; Broadcom weist es im Segment Infrastruktur-Software aus 1. Dieses erzielte im Quartal bis zum 2. August 2026 8,75 Milliarden Dollar Umsatz, 29 Prozent mehr, während die KI-Halbleiterumsätze von 16,7 Milliarden Dollar (plus 221 Prozent) die Schlagzeilen machten 3. Hock Tan sagt für das Geschäftsjahr 2027 eine Verdoppelung der KI-Umsätze auf 115 Milliarden Dollar voraus, im Geschäftsjahr 2028 nochmals eine auf 230 Milliarden Dollar 48.
Broadcom frisst seinen Vertriebskanal, um die Dauereinnahmen zu füttern – und die Dauereinnahmen sichern das KI-Versprechen ab.
Weniger Partner, schnelleres Softwarewachstum
Seit dem Kauf VMwares für 69 Milliarden Dollar im November 2023 bedient Broadcom die 2.000 größten Kunden direkt und hat die Zahl der Partner von rund 30.000 auf etwa 18.000 reduziert, wie CRN von Insidern erfuhr; zugleich stellt der Konzern Kunden auf Abonnements pro Kern um – mit Preiserhöhungen, die CRN mit 200 bis 400 Prozent und teils mehr bezifferte 1. Trotzdem beschleunigte sich die Software-Sparte: plus 1 Prozent im Quartal bis zum 1. Februar 2026, plus 9 Prozent im Quartal bis zum 3. Mai 2026, dann plus 29 Prozent im August 356.
Broadcoms Software-Motor zog an, während der Vertriebskanal schrumpfte
- GJ 2025
- GJ 2026
Data
| GJ 2025 | GJ 2026 | |
|---|---|---|
| Q1 | $6.7 | $6.8 |
| Q2 | $6.6 | $7.18 |
| Q3 | $6.79 | $8.75 |
Gartner zählt die Abgänge
Wer von Broadcom vor die Tür gesetzt wurde, hat nun einen Anreiz, seinen Kunden den Ausgang zu zeigen. Der im September veröffentlichte Magic Quadrant für verteilte Hybrid-Infrastruktur von Gartner geht davon aus, dass bis 2029 55 Prozent der Unternehmen Proofs of Concept für Alternativen zu ihren VMware-basierten Umgebungen starten – in diesem Jahr sind es 25 Prozent. Die Übernahme durch Broadcom nennt der Bericht einen „gewaltigen Katalysator“ für die Migration 71. „Sie werden versuchen, VMware zu ersetzen“, sagte ein Solution-Provider-Chef gegenüber CRN 1.
Treue lohnt sich, sagen die Treuen
Broadcoms loyalste Partner sagen, die Konzentration funktioniere. „Beide Seiten müssen voll und ganz dahinterstehen“, sagt Ryan Sheehan von SHI International, dessen VMware-Geschäft „enorm profitiert“ 1. Comdivision-Chef Yves Sandfort erwartet in diesem Geschäftsjahr 80 Prozent mehr Umsatz mit VMware 12. Insight selbst bezeichnet die Deautorisierung als Broadcoms „Strategie, das Partner-Ökosystem zu verschlanken“ – und nicht als Urteil über die eigenen Fähigkeiten 12. Die Zahlen der Software-Sparte geben Broadcom bislang recht.
Der 31. Oktober ist der Lackmustest
Insight, Platz 21 der Solution Provider 500 von CRN im Jahr 2026, verwaltet laut einer Führungskraft aus dem Vertriebskanal „hunderte bestehende Kundenkonten“ 1. Wo diese Vertragsverlängerungen nach dem 31. Oktober landen – bei World Wide Technology und AHEAD oder im Proof of Concept eines Konkurrenten –, wird sich erstmals in Broadcoms Quartal bis Anfang Februar 2027 zeigen, über das im folgenden März berichtet wird 5. Die Frage im Vertriebskanal, mit den Worten eines Geschäftsführers: „Wer ist der nächste Partner, der von der Insel fliegt?“ 1.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.



