Security

Check Point vermietet seine Firewall ab dem 1. November im Monatsabo – und legt am 2. November die Quartalszahlen vor

Mit „Firewall im Abo“ (Firewall-as-a-Subscription) macht der israelische Anbieter aus seinem Geschäft mit Appliances und Lizenzen eine monatliche Gebühr über drei Jahre – gemünzt auf Käufer, deren Sicherheitsbudgets eingefroren sind. Der Quartalsbericht einen Tag nach dem Start, bei dem Analysten einen Rückgang erwarten, ist der erste Test dafür, was das Modell mit dem Umsatz macht.

Original lesen

Vincent JiangVincent Jiang · 2 min read
Share
Gil Shwed, Gründer von Check Point Software, und Vorstandschef Nadav Zafrir stehen vor einem beleuchteten Check-Point-Schriftzug im Innovationszentrum des Unternehmens.
1 / 5Slide 1 of 5
Check-Point-Gründer Gil Shwed (links) und Vorstandschef Nadav Zafrir im Innovationszentrum des Unternehmens – Aufnahme von der Ankündigung von Zafrirs Berufung zum Chef.

Aus der Appliance wird eine Monatsrechnung

Ab dem 1. November 2026 vermietet Check Point Software+0.08% — Check Point Software, up 0.08 percent today Technologies (Nasdaq: CHKP) den Stack – statt ihn zu verkaufen. Seinen Namen hat sich der israelische Anbieter mit Firewall-Appliances samt Lizenzen gemacht.

Eine monatliche oder jährliche Gebühr deckt die Force-Firewall-Hardware ab, die AI Network Firewall, die im Software-Release R82.20 am 30. Juli 2026 ausgeliefert wurde, die Bedrohungsprävention SandBlast (angebliche Abwehrquote von 99,9 Prozent gegen Zero-Day-Angriffe – Eigenangabe des Unternehmens), Live-Updates und agentenbasiertes Management – also KI-Agenten, die die Sicherheitsrichtlinien aus der Cloud steuern 12.

Die Laufzeit beträgt drei Jahre, der Durchsatz lässt sich jederzeit erhöhen, nach 36 Monaten kommt neue Hardware, und Servicegutschriften decken die Migration der Richtlinien von der Firewall eines Konkurrenten ab 13.

Eingefrorene Budgets, vervielfachter KI-Datenverkehr

Zielgruppe sind Käufer, die kein Kapital bekommen. Die Benchmark-Studie 2026 von IANS Research und Artico Search, die Check Point zitiert, ergab: Der Median der Sicherheitsbudgets ist in diesem Jahr nicht gewachsen, 55 Prozent der Chief Information Security Officers sahen stagnierende oder sinkende Budgets, und von den 64 Prozent, die nach mehr verlangten, bekamen es nur 45 Prozent 1.

Derweil vervielfacht KI, was jedes Netzwerk prüfen muss: Check Point Research zählt bei 87 bis 93 Prozent der Organisationen mindestens eine hochriskante Generative-KI-Interaktion pro Monat, und jeder 25. Prompt enthält inzwischen sensible Daten – doppelt so viele wie vor einem Jahr 2.

Der Vorteil gehört Check Point – und das Risiko genauso

Blockierte Hardware-Erneuerungen werden zu abrechenbaren Abschlüssen, und der Vertriebskanal der Managed Service Provider erhält ein weiteres Paket zum Weiterverkauf: Rund 7.000 Partner tätigen inzwischen Transaktionen auf Monatsbasis, Anfang 2023 waren es etwa 1.000; sie betreuen knapp 100.000 Endkunden 4. Das Risiko trägt Check Point selbst: Das Unternehmen strectt die Hardware vor und holt sie über 36 Monate wieder herein 5. Im zweiten Quartal wuchs der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,3 Prozent – der schwächste Zuwachs seit drei Jahren –, die operative Marge sank auf 27,5 Prozent, und der noch nicht realisierte Umsatz („deferred revenue“) – Geld aus geschlossenen Verträgen, das noch nicht als Umsatz verbucht ist – legte um 7 Prozent zu 5.

Der noch nicht realisierte Umsatz wächst fünfmal so schnell wie der realisierte

  • Umsatzwachstum
  • Wachstum des noch nicht realisierten Umsatzes
0%2%4%6%8%10%Q4/23Q2/24Q4/24Q2/25Q4/25Q2/267%Ankündigung des Firewall-Abos am26. Oktober
Data
UmsatzwachstumWachstum des noch nicht realisierten Umsatzes
Q3/233.2%3.8%
Q4/233.9%1.6%
Q1/245.8%1.6%
Q2/246.6%2.5%
Q3/246.5%2.1%
Q4/246.1%4.9%
Q1/256.5%4.9%
Q2/256%4.1%
Q3/256.7%8.1%
Q4/255.9%9%
Q1/264.8%7.5%
Q2/261.3%7%
Wachstum gegenüber dem Vorjahresquartal in Prozent, nach Kalenderquartalen. Der noch nicht realisierte Umsatz umfasst vertraglich vereinbarte Beträge, die noch nicht als Umsatz erfasst sind. Quelle: Check Point Software, Quartalszahlen aus den Einreichungen bei der US-Börsenaufsicht SEC.5

Ein schrumpfendes Quartal als erster Härtetest

Der Bericht für das September-Quartal wird am 2. November erwartet, einen Tag nach dem Start des Abos. Analysten prognostizieren einen Umsatz von 672,51 Millionen Dollar, 0,7 Prozent weniger, und einen Gewinn von 2,49 Dollar je Aktie, ein Minus von 36,8 Prozent 6. Das optimistische Szenario steckt im Mix: Das Modell von Simply Wall St bescheinigt den jüngeren Säulen des Geschäfts – SASE (sicherer Cloud-Zugriff) und KI-Sicherheit – ein Wachstum der jährlich wiederkehrenden Umsätze (Annual Recurring Revenue) von mehr als 40 Prozent und bewertet die Aktie trotzdem rund 9 Prozent unter dem Marktniveau 7.

Der Markt, der hier monetarisiert wird, ist so neu, dass IT-Harvest ihn im vergangenen Jahr auf rund 30 Millionen Dollar bezifferte, während 360iResearch für 2026 260 Millionen Dollar projiziert 8. Die eingefrorene Capex-Position des Käufers ist gerade auf die Bilanz des Verkäufers gewandert.

Die Veröffentlichung vom 2. November zeigt, ob dieses Geld als realisierter Umsatz verbucht wird – oder nur als noch nicht realisierter.

Get Security by email, free

The breaches, flaws and security vendors AI is putting to the test. In our daily email, every weekday.

Loading CHKP

Reader comments

0 comments

    More in Security

    All in this topic →

    Security

    Cellebrite cut off Serbia in 2025. The labs say its tools ran through the 2026 election anyway

    Cellebrite publicly cut off Serbia in February 2025. Three forensic labs say its extraction tools were used there anyway, into 2026, and the repetition after an earlier cutoff in Russia reads as a claim about the business model, not one bad customer.

    Security

    GitLab's four CVEs got fixed twice: by Ruby, and by a free AI agent

    Ruby patched the engine bugs behind GitLab's four critical CVEs on October 23 but declined to issue its own CVE IDs, leaving scanners blind to unpatched Ruby runtimes, and Cognition shipped a free agent skill that patches GitLab for anyone running Devin, Claude Code or Cursor. The question for GTLB holders: what is left to pay for.

    Security

    Palo Alto rallies on the bug inside its own firewall before the fix exists

    Palo Alto confirmed on October 24 that both AI-found PHP2Shell flaws run inside its own firewalls, with hotfixes only scheduled, while the stock had already rallied 7.22% on a survey calling the bug a spending catalyst. The price is paying for a forecast before the fix exists.

    Security

    SailPoint, Rubrik and SentinelOne insiders sold about $49 million while cyber stocks rallied

    October 23's AI-security melt-up ran on a reseller survey and a bank note, while the filings show SailPoint's CEO and six execs, Rubrik directors and SentinelOne's chief all selling into it.

    Security

    Varonis chained five Snowflake Postgres flaws into OS-level execution; the stock is at over 21 times sales

    Varonis Threat Labs turned a routine Snowflake admin role into OS-level command execution on Snowflake's own servers, the same bug class it found at AWS and Azure. The stock pays over 21 times sales for managed trust the disclosure just tested.

    Security

    Palo Alto rose 6.5% the same week its own Unit 42 confirmed ransomware uses its GlobalProtect flaw

    Security stocks rallied on a survey saying budgets are up. In the same 48 hours, Palo Alto's own researchers confirmed its firewall is a working ransomware doorway, and a 70,000-credential breach campaign went public.

    Get the newsletter

    The day's AI and market news, in your inbox every weekday.