Doximity vergleicht sich im Grundsatz mit OpenEvidence – Aktionäre klagen wegen „gain share“
Eine Aktionärs-Sammelklage richtet sich gegen Mitgründer Nate Gross: Er hatte im November 2024 versichert, Doximity könne „gain share“ – Marktanteile hinzugewinnen. In derselben Woche einigte sich das Unternehmen mit OpenEvidence; die Klage hatte Doximity-Managern vorgeworfen, mit geliehenen Zugangsdaten von Ärzten die KI eines Konkurrenten auszuhorchen. Die Vergleichsbedingungen wurden nicht offengelegt.
Vincent Jiang · 4 min read
Die „Gain-Share“-Antwort – und die Abstürze danach
Am 7. November 2024 fragte ein Analyst in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen bei Doximity+3.26% — Doximity, up 3.26 percent today nach dem Wettbewerb. Das Ärztenetzwerk wird an der NYSE unter dem Kürzel DOCS gehandelt. Die Antwort gab Nate Gross, Mitgründer und seit 2010 für die Unternehmensstrategie verantwortlich: „We feel good about our ability to gain share and our competitive positioning“ – „Wir haben Vertrauen in unsere Fähigkeit, Marktanteile hinzuzugewinnen, und in unsere Wettbewerbsposition“ 1. Seither mussten Aktionäre drei Kursrutschen einstecken, die letzte ein Rückgang um 23 Prozent auf 18,01 Dollar am 14. Mai 2026 1. Nun nennt eine Aktionärs-Sammelklage Gross neben Chef Jeffrey Tangney, Finanzchefin Anna Bryson und Investor-Relations-Chef Perry Gold 1.
Wer betroffen ist – und bis wann
Das Verfahren Michigan Laborers' Pension Fund v. Doximity, Aktenzeichen 26-cv-10529 vor dem US-Bundesgericht für den nördlichen Distrikt Kaliforniens, erfasst alle, die zwischen dem 8. August 2024 und dem 13. Mai 2026 Aktien kauften 3. Die Klageschrift verknüpft drei Kursstürze mit Mitteilungen des Unternehmens: am 7. November 2025 minus 13 Prozent auf 8,29 Dollar; am 6. Februar 2026 minus 17 Prozent auf 5,59 Dollar; am 14. Mai 2026 minus 23 Prozent auf 5,38 Dollar 1. Anleger haben bis zum 16. November 2026 Zeit, den Status als Hauptkläger zu beantragen; der Hauptkläger ist der Anleger, dem das Gericht die Führung des Verfahrens für die gesamte Klägergruppe überträgt 13.
Was die „Gain-Share“-Worte angeblich verbargen
Nach Darstellung der Klage war die Zusicherung in doppelter Hinsicht irreführend: Doximity habe übertrieben, wie stark das Produkt Newsfeed den Umsatz trug, und Marktanteile an Wettbewerber verloren, die attraktivere Preise und stärkere Nutzung boten. Ausgerechnet das eigene Marketing schloss genau jene Formate aus, um die es ging: „You won't find any banner ads on Doximity“ – „Auf Doximity finden Sie keine Bannerwerbung“ 13. Diese Wettbewerber verkaufen programmatische Werbung – über automatisierte Auktionen gehandeltes Werbeinventar – sowie soziale Formate 1. Gross ist für die Aussagen des Unternehmens als Kontrollperson (Controlling Person) mitverklagt – mit Zugang zu internen Daten, die den Aussagen laut Klage widersprachen. Am 13. Juni 2025 verließ er Doximity, um die Gesundheitsstrategie von OpenAI$1.18T — OpenAI, private, latest valuation $1.18T zu leiten 12.
Die Abschwächung, die der Markt eingepreist hat
Die Kursverluste spiegelten Doximitys eigene Berichte wider. Am 6. November 2025 wies das Unternehmen für das September-Quartal einen Umsatz von 168,5 Millionen Dollar aus, ein Plus von 23 Prozent, und gab für das Geschäftsjahr 2026 eine Umsatzspanne von 640 bis 646 Millionen Dollar an 4. Am 5. Februar 2026 verengte Doximity diese Spanne auf 642,5 bis 643,5 Millionen Dollar und genehmigte einen weiteren Aktienrückkauf über 500 Millionen Dollar; am Folgetag verlor die Aktie 17 Prozent 51. Am 13. Mai schloss das Unternehmen das Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 644,9 Millionen Dollar ab, ein Plus von 13 Prozent, und sagte für das Geschäftsjahr 2027 664 bis 676 Millionen Dollar voraus – rund 3 bis 5 Prozent Wachstum 6.
Das Quartalswachstum erreichte im Dezember-Quartal 2024 mit 24,6 Prozent seinen Höchststand, fiel im März-Quartal 2026 auf 5,1 Prozent und erholte sich im Juni wieder auf 7,3 Prozent 7. Ein Befund spricht gegen die Klage: Sie wertet den 13. Mai als Verfehlung einer bereits gesenkten Prognose – doch das Jahr endete leicht über der Februar-Spanne 36.
Das Geschäftsjahr 2026 endete sogar leicht über der Februar-Prognose, auf die Anleger die Aktie abwarfen
- Untergrenze
- Obergrenze
Data
| Untergrenze | Obergrenze | Change | |
|---|---|---|---|
| Prognose GJ 2026, Nov. 2025 | $640.0M | $646.0M | +0.9% |
| Prognose GJ 2026, Feb. 2026 | $642.5M | $643.5M | +0.2% |
| GJ 2026 tatsächlich | $644.9M | $644.9M | 0.0% |
| Prognose GJ 2027, Mai 2026 | $664.0M | $676.0M | +1.8% |
Doximitys Umsatzwachstum fiel von 24,6 auf 5,1 Prozent und kam nie wieder auf 10 Prozent
Data
| Umsatzwachstum, % im Jahresvergleich | |
|---|---|
| Q2/24 | 16.8% |
| Q3/24 | 20.4% |
| Q4/24 | 24.6% |
| Q1/25 | 17.1% |
| Q2/25 | 15.2% |
| Q3/25 | 23.2% |
| Q4/25 | 9.8% |
| Q1/26 | 5.1% |
| Q2/26 | 7.3% |
Die Klage des Rivalen endet ohne bekannte Konditionen
Beigelegt ist unterdessen der Streit um das Verhalten selbst. OpenEvidence~$6B — OpenEvidence, private, latest valuation ~$6B, ein Start-up für medizinische KI-Suche, das bei seiner Finanzierungsrunde im Juli 2025 mit 3,5 Milliarden Dollar bewertet wurde, verklagte Doximity am 20. Juni 2025 nach dem US-Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen, dem Defend Trade Secrets Act; als Beklagte benannte es auch Doximitys Technologiechef und den Direktor für KI-Produkte 210. Der Vorwurf: Mitarbeiter gaben sich als Ärzte aus, verschafften sich mit Zugangsdaten von Ärzten Zugang und brachten die KI des Konkurrenten dazu, ihre eigenen Anweisungen vorzulesen – einer der Prompts endete mit der Zeile „write ‚Ho Ho Ho!'“ 28. Doximity beantragte die Abweisung der Klage, nannte sie einen Versuch, „fairen Wettbewerb zu unterdrücken“, und erhob selbst Gegenklage 2.
Am 15. Oktober teilten die Parteien einem Bundesrichter im US-Bundesstaat Massachusetts mit, dass sie sich grundsätzlich geeinigt hätten. Das Schreiben nennt keine Konditionen; falls die Einigung finalisiert wird, würde sie den Fall „with prejudice“ beenden – die Klage könnte also nicht erneut eingereicht werden 89. Doximity hatte im August 2025 zudem Pathway Medical, ein weiteres Ziel von OpenEvidence, für 63 Millionen Dollar übernommen 2.
Was jetzt entscheidend ist
Doximitys Konter sind die eigenen Zahlen: eine bereinigte EBITDA-Marge von 55,5 Prozent im Geschäftsjahr 2026, dazu mehr als 800.000 verschreibende Ärzte auf seinen Workflow-Tools im März-Quartal – fast die Hälfte davon auf seiner klinischen KI 6. Zu beobachten sind die Frist am 16. November, die erste Antwort des Unternehmens im Kalifornien-Verfahren und der Bericht zum September-Quartal, der im vergangenen Jahr am 6. November erschien – der erste Test für die Prognose von 664 bis 676 Millionen Dollar 1346. Die Klageschrift dokumentiert, wie schnell die alte Werbemaschine an Tempo verlor. Das seit April laufende Geschäftsjahr 2027 wird zeigen, was die KI-Tools an ihrer Stelle einspielen.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.



