FICO erklärt UWM zum Sieg – doch UWMs Software wählt jedes vierte Mal VantageScore
Fair Isaac verkaufte das Versprechen von United Wholesale Mortgage, auch künftig FICO-Scores abzurufen, als Verteidigung des eigenen Burggrabens. In derselben Woche begann UWMs Plattform, automatisch den höheren Score von FICO und VantageScore 4.0 zu wählen – und die Auskunfteien, die den Rivalen-Score gemeinsam besitzen, haben Preise auf Ein-Dollar-Niveau bis Ende 2028 festgeschrieben.
Vincent Jiang · 3 min read
FICO feierte Treue – UWM automatisierte die Wahl
Am 6. Oktober feierte Fair Isaac United Wholesale Mortgage: Der Konzern verkündete die „erneute Treuezusage“ von UWM, bei allen Bonitätsabfragen im Maklergeschäft FICO-Scores abzurufen 1. Den anderen Teil hatte UWM bereits erledigt: Seine Plattform wählt inzwischen automatisch den höheren qualifizierenden Score zwischen Classic FICO und VantageScore 4.0 – und zwar bei jedem Produkt. Diese Wahl trafen früher die Makler 2. „Niemand sollte sich sorgen müssen, welches Bonitätsmodell gewinnt“, sagte UWM-Chef Mat Ishbia. „Das regeln wir automatisch.“ 2
Im selben Zug hat UWM die eigenen Mindest-Score-Vorgaben für Agency-Kredite gestrichen: Ob ein Kreditnehmer qualifiziert ist, entscheiden jetzt die Underwriting-Systeme der Agencies – nicht mehr UWMs eigene Score-Untergrenze 2. UWM ist der größte Hypothekenanbieter der USA nach Kreditvolumen, rund 164,3 Milliarden Dollar im Jahr 2025 3.
Bei jeder Abfrage, aber nicht bei jedem Kredit
FICO behält seine Gebühr bei jeder Abfrage. Was es abgegeben hat, ist die Auswahl. Nach UWMs eigenen Daten erzielen rund 25 Prozent der Kreditnehmer mit VantageScore 4.0 ein günstigeres Ergebnis; dieser Anteil könne bis Ende September auf 40 Prozent steigen, sagte das Unternehmen 4. Ob der Wert erreicht wurde, ist nicht berichtet worden.
Die Weichen dafür stellte der Regulator am 29. September: An diesem Tag stellte FHFA-Direktor Bill Pulte Fannie Mae und Freddie Mac auf ein einheitliches Preisraster für beide Scores um und hob den Abschlag von 20 Punkten auf, den VantageScore-Ergebnisse bis dahin getragen hatten 4.
Die Vertreiber besitzen den Rivalen-Score
VantageScore gehört den drei Auskunfteien Equifax, Experian und TransUnion gemeinsam – eben jenen Unternehmen, die auch die FICO-Scores vertreiben. Verkauft wird der Score für einen Bruchteil des FICO-Preises 5. Equifax meldete, von April bis September hätten knapp 2.000 Kreditgeber ihren kostenlosen VantageScore 4.0 zusätzlich zu den herkömmlichen, kostenpflichtigen Scores abgerufen; die Zahl der Bonitätsabfragen mit diesem Score im Hypothekengeschäft sei von April bis August um 230 Prozent gestiegen 6. Mehr als 165 Kreditgeber setzen ihn inzwischen bei bestimmten Krediten exklusiv ein – zum Preis von 1 Dollar, den Equifax bis Ende 2028 zugesichert hat 6.
TransUnion hält den Preis von 0,99 Dollar bis 2028 und liefert VantageScore zu jedem gekauften FICO-Score kostenlos mit 7. PennyMac hat am 5. Oktober die Einführung des Scores über sämtliche Produktionskanäle abgeschlossen 8. Rocket erklärte ihn nach Tests mit 1,4 Millionen Kreditberichten zum bevorzugten Modell; Kreditnehmer, die sparten, kamen beim Abschluss auf eine durchschnittliche Ersparnis von 1.600 Dollar 4.
FICOs Umsatz beschleunigte sich bis zur Scoring-Regeländerung
Data
| Quartalsumsatz | |
|---|---|
| Q3/24 | $453.81M |
| Q4/24 | $439.97M |
| Q1/25 | $498.74M |
| Q2/25 | $536.42M |
| Q3/25 | $515.75M |
| Q4/25 | $511.96M |
| Q1/26 | $691.68M |
| Q2/26 | $674.19M |
Das vierte Quartal beziffert den Schaden
FICOs Motor läuft noch: Umsatz von 674,2 Millionen Dollar im vergangenen Quartal, 25,7 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, bei einer operativen Marge von 53,8 Prozent 9. Die Konter – FICO 10T wird kostenlos neben Classic FICO geliefert 1 und ein Stellenabbau von 15 Prozent bringt rund 27 Millionen Dollar an Sonderbelastungen ins fiskalische vierte Quartal 10 – verteidigen das Volumen, nicht den Preis.
Operative Marge zog bis 2026 an und blieb über 53 Prozent
Data
| Operative Marge | |
|---|---|
| Q3 '24 | 43.4% |
| Q4 '24 | 40.8% |
| Q1 '25 | 49.3% |
| Q2 '25 | 48.9% |
| Q3 '25 | 46% |
| Q4 '25 | 45.7% |
| Q1 '26 | 58.2% |
| Q2 '26 | 53.8% |
Die Aktie schloss am 9. Oktober bei 667,58 Dollar – ein Minus von 60,5 Prozent seit Januar 1. FICO wird nun dafür bezahlt, bei einer Entscheidung anwesend zu sein, die es nicht mehr kontrolliert.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.



