KI-Agenten überholen im August die menschlichen Pull-Requests – GitHub bei fast 75 Millionen im Monat, Microsoft rechnet Copilot nach Token ab
GitHubs eigene Zählung, vorgelegt in einer Keynote von Gergely Orosz, zeigt: Von Agenten geschriebene Pull-Requests haben im August 2026 erstmals die menschlichen überholt – bei nahezu 75 Millionen pro Monat. GitHub hatte Copilot bereits im Juni auf Token-Abrechnung umgestellt; Microsoft berichtet am 27. Oktober, Anthropic strebt ein Listing im November an.
Vincent Jiang · 3 min read
Der Monat, in dem die Maschinen die Mehrheit übernahmen
Die von Agenten verfassten Pull-Requests auf GitHub sind in acht Monaten auf das Neunfache gestiegen; im August 2026 haben sie die menschlich geschriebenen erstmals überholt. Das belegen Daten, die GitHub für die LDX3-Keynote von Gergely Orosz zur Verfügung gestellt hat 1. Die Laufrate liegt bei nahezu 75 Millionen vollständig KI-generierter Pull-Requests pro Monat – etwa dreimal so viele wie die 25 Millionen menschlichen Pull-Requests, die die Plattform im Dezember 2023 verzeichnete 12. Linear überschritt im Juli dieselbe Schwelle: Agenten melden dort inzwischen mehr Issues als Menschen 1.
Seit Juni spendet GitHub das Volumen nicht mehr
Zwei Monate zuvor hatte GitHub seine eigenen Preise über den Haufen geworfen 13. Am 1. Juni ging die Token-Abrechnung live – für Copilots 4,7 Millionen zahlende Abonnenten: Monatliche Tarife verbrauchen seither AI Credits zu einem Cent pro Credit, Jahrespläne bleiben bis zu ihrem Ablauf beim alten System der Premium-Requests 3. Hochrechnungen aus der Community beziffern die Agenten-Rechnungen auf das Zehn- bis Fünfzigfache der bisherigen Flatrate, in einem Fall von rund 29 auf 750 Dollar im Monat 3.
GitHubs Produktchef hält die Flatrate nicht länger für tragfähig, und interne Microsoft-Dokumente, die Ed Zitron erhalten hat, sollen gezeigt haben, dass sich die wöchentlichen Betriebskosten von Copilot seit Januar nahezu verdoppelt haben 3. Satya Nadella hat gesagt, jedes Pro-Nutzer-Geschäft bei Microsoft werde künftig zu einem Geschäft, das pro Nutzer und nach Nutzung abrechnet 3.
Die Nutzerlizenz wird gestrichen, nicht nur neu bepreist
Die Werkzeughersteller geben die Nutzerlizenz selbst auf. Cursor warf im April 2026 die IDE-Oberfläche über Bord, OpenAIs Codex startete im Februar ganz ohne eine solche, und Googles Antigravity 2.0 löste sich im Mai von dem Konzept 1. Die KI-Labs rechnen ohnehin schon so ab: Der Börsenprospekt von Anthropic beschreibt Erlöse aus verbrauchsbasierter Token-Nutzung und Abonnements 6. Die Lizenzseite stellt entweder auf den Zähler um, wie GitHub es im Juni tat, oder sie gibt das Zuhause der Nutzerlizenz gleich ganz auf 13.
Acht Modellaufrufe pro menschlichem Prompt
Microsofts eigene Telemetrie beziffert die Last. In der ersten Juniwoche verwandelten sich bei 3,2 Millionen Nutzern 95,1 Millionen menschliche Anfragen in 760,5 Millionen Modellaufrufe und 774,7 Millionen Werkzeugaufrufe. Rund 87 Prozent der Modellaufrufe löste der Agent aus, nicht der Mensch 4.
Eine Woche Copilot: acht Modellaufrufe pro menschlichem Prompt
Data
| Value | |
|---|---|
| Menschliche Prompts | 95.1M |
| Modellaufrufe | 760.5M |
| Werkzeugaufrufe | 774.7M |
Unter der Flut werden Reviews zum reinen Theater
Auch das Bärenszenario steht in derselben Keynote. Weil Agenten die Prüfer mit weitaus mehr Änderungen überhäufen, „geben Ingenieure die Reviews auf und stempeln einfach alles mit LGTM ab“, sagte ein Ingenieur aus einem Startup gegenüber Orosz; der Vortrag selbst verzeichnet Qualität und Zuverlässigkeit als sichtbar gesunken 1.
Die Wartungsrechnung wird aufgeschoben, nicht eingepreist
Allerdings wirkt der Zähler in beide Richtungen. Wiederholungsschleifen nach Fehlversuchen können den Rechenaufwand um bis zu das Vierfache erhöhen – und diese Rechnung zahlt der Kunde 4. Der Protest der Nutzer zwang GitHub zu höheren Freikontingenten, Sitzungslimits und einem Rabatt von 10 Prozent beim automatischen Routing; die Aktionsguthaben endeten am 1. September 5. Volumen ist kein Gewinn: Der Börsenprospekt von Anthropic weist für 2025 Erlöse von rund 4,6 Milliarden Dollar aus, aber einen Nettoverlust von 42 Milliarden Dollar – ein Großteil davon eine Fair-Value-Belastung –, hinzu kommen Rechenverpflichtungen von 518 Milliarden Dollar 67.
Anthropics Rechenverpflichtungen übertreffen die Erlöse um mehr als das Hundertfache
Data
| 2025 | |
|---|---|
| Erlöse | $4.6B |
| Nettoverlust | $42B |
| Rechenverpflichtungen | $518B |
Diese Nachfrage wird binnen fünf Wochen zweimal bepreist
Microsoft legt am 27. Oktober Zahlen vor. Für Azure hat der Konzern ein Wachstum von rund 45 Prozent in Aussicht gestellt; die Kapitalausgaben im Kalenderjahr 2026 sollen bei rund 175 Milliarden Dollar liegen 8. Anthropic könnte in der Woche ab dem 9. November seine Roadshow eröffnen. Das Unternehmen strebt eine Bewertung von 1,8 bis 2 Billionen Dollar an und will rund 100 Milliarden Dollar frisches Geld einsammeln 97. Der Lackmustest ist die September-Rechnung: der erste volle Monat, in dem der Agenten-Traffic zum vollen Tarif der Token-Abrechnung abgerechnet wird – und der erste Beleg dafür, wer weiterzahlt 5.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.



