Micron deckelt den eigenen Boom: 26 Verträge begrenzen ein Drittel des Umsatzes
Micron sagte Anlegern, für den Speichermangel sei „kein Ende in Sicht“. Die 26 Verträge, die auf derselben Telefonkonferenz offengelegt wurden, sehen für den Großteil des gebundenen Auftragsbuchs Preisdeckel vor – eine Absicherung gegen genau jenen Boom, den das Management noch immer anpreist.
Vincent Jiang · 3 min read
Auf der Konferenz kein Ende in Sicht – in den Verträgen Preisdeckel
Auf der Bilanztelefonkonferenz am 30. September sagte Micron-Chef Sanjay Mehrotra, die Nachfrage in der Branche habe sich seit Juni verstärkt. Angebot und Nachfrage bei Speicherchips würden in den Geschäftsjahren 2027 und 2028 „deutlich knapper“ als 2026. Und Micron kann nicht absehen, wann das Angebot wieder aufholt: „Kein Ende in Sicht“ 12. Die Absicherung kam auf derselben Konferenz ans Licht: 26 strategische Kundenvereinbarungen (SCA), nach 16 im Juni, mit Zusagen über 32 Milliarden Dollar, überwiegend Bareinlagen; sie decken bis 2030 mehr als 35 Prozent des Umsatzes ab und reichen bis in das Jahr 2031 234. Finanzvorstand Mark Murphy bezifferte die verbleibenden Leistungspflichten aus den Rahmenvereinbarungen auf rund 150 Milliarden Dollar 2; diese decken drei Viertel des geschätzten SCA-Umsatzes ab 3.
Die meisten Vereinbarungen enthalten sowohl Preisböden als auch Preisdeckel; bei den übrigen richtet sich der Preis nach den Marktbedingungen 13. Offengelegt sind die Niveaus nicht, die Struktur dagegen schon: Sprengt der DRAM-Spotpreis diese Rahmen, bleibt rund ein Drittel des Umsatzes bis 2030 am Deckel – und der Speichermangel ohne Ende, der in Kurszielen von 1.200 Dollar eingepreist ist, landet nie auf diesem Teil des Auftragsbuchs 34.
Ein Rekordquartal, das der Markt nicht neu bewertete
Dahinter stand ein Rekordquartal: 54,23 Milliarden Dollar Umsatz, 379 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, 37,7 Milliarden Dollar Nettogewinn, eine Bruttomarge von 87 Prozent 35. Die Prognose von 61,5 Milliarden Dollar für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres steht den 57 Milliarden Dollar gegenüber, die Analysten nach LSEG-Zahlen erwartet hatten 5. Die Aktie schloss nach der Konferenz etwa unverändert 4 – nach einem Anstieg von rund 1.100 Prozent seit Jahresbeginn 2025 6.
In zehn Quartalen von 18,5 auf 87 Prozent – und die erste Prognose zeigt nach unten
- Bruttomarge
- Estimate
Data
| Bruttomarge | |
|---|---|
| Q1/24 | 18.5% |
| Q2/24 | 26.9% |
| Q3/24 | 35.3% |
| Q4/24 | 38.4% |
| Q1/25 | 36.8% |
| Q2/25 | 37.7% |
| Q3/25 | 44.7% |
| Q4/25 | 56% |
| Q1/26 | 74.4% |
| Q2/26 | 84.6% |
| Q3/26 | 87% |
| Q4/26 (Prognose) (estimate) | 86.25% |
Die Margenlinie verflacht sich knapp unter 87 Prozent
Die Bruttomarge ist seit Anfang 2024 von 18,5 auf 87 Prozent geklettert – und der erste Schritt, den die Unternehmensprognose vorgibt, geht nach unten: auf 86,25 Prozent 811. Finanzvorstand Mark Murphy führte den Rückgang auf rund eine Milliarde Dollar an Bonuszahlungen und Anlaufkosten zurück und bezeichnete das Quartal als Margenboden für das Geschäftsjahr 2027 2. Morningstar senkte seine Fair-Value-Schätzung für die Aktie dennoch von 850 auf 700 Dollar; zugrunde liegt ein Modell mit einem Preisgipfel Anfang 2028, einer Verdopplung des Angebots bis 2028 und einem Abschwung ab 2029, wenn die Abschreibungen auf die neuen Werke anfallen 6.
Die Ausgaben, die dieser Sicht zugrunde liegen, sind bereits fest zugesagt: rund 11,5 Milliarden Dollar in diesem Quartal, etwa 25 Milliarden Dollar in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2; für das gesamte Geschäftsjahr 2027 werden mehr als 50 Milliarden Dollar erwartet 3. Ein operativer Cashflow von 43,97 Milliarden Dollar und ein freier Cashflow von 33,2 Milliarden Dollar im Quartal decken das vorerst 8, und die Beschränkungen für Aktienrückkäufe lockern sich am 9. Dezember 2.
Im gesamten Boom lag der operative Cashflow über der Capex – doch beide wachsen rasant
- Capex
- Operativer Cashflow
Data
| Capex | Operativer Cashflow | |
|---|---|---|
| Q3/23 | $1.46B | $0.25B |
| Q4/23 | $1.8B | $1.4B |
| Q1/24 | $1.38B | $1.22B |
| Q2/24 | $2.09B | $2.48B |
| Q3/24 | $3.12B | $3.41B |
| Q4/24 | $3.21B | $3.24B |
| Q1/25 | $4.06B | $3.94B |
| Q2/25 | $2.94B | $4.61B |
| Q3/25 | $5.66B | $5.73B |
| Q4/25 | $5.39B | $8.41B |
| Q1/26 | $6.39B | $11.9B |
| Q2/26 | $7.83B | $25.39B |
Die Bullen preisen weiter einen Mangel ohne Ende ein
Morgan Stanley hält an einem Kursziel von 1.200 Dollar fest, Wells Fargo hat seines von 1.525 auf 1.400 Dollar gekürzt; die Aktie trägt mehr als 20 Kauf- oder Stark-Kauf-Ratings 3. Manager bei Micron und Samsung sagen übereinstimmend, der Mangel werde mindestens bis 2028 anhalten 7. Die Verträge sprechen eine engere Sprache: Der Großteil des gebundenen Auftragsbuchs handelt bis 2031 in einer Spanne zwischen Preisboden und Preisdeckel 14.
Die Kunden haben Versicherung gekauft
Die 26 Unterzeichner sichern sich Preisböden und garantierte Lieferungen 18. Die Rechnung landet weiter unten in der Kette: Samsungs Mobilfunksparte droht wegen der Speicherkosten ein Verlust von mehr als einer Billion Won 9, und Apples iPhone 18 Pro startete 100 Dollar teurer als sein Vorgänger 1. Zu beobachten bleibt, ob der DRAM-Spotpreis die nicht offengelegten Deckel übersteigt – und was die Dezember-Entscheidung über Kapitalrückführungen darüber verrät, wie das Management seinen eigenen Zyklus einschätzt 4. Sechsundzwanzig Kunden haben eine Versicherung gegen den Speicherzyklus gekauft; die Aktionäre schreiben sie – die Aktie notiert beim Sechsfachen der erwarteten Gewinne 410.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.



