Schneider Electric zahlt 22,6 Milliarden Dollar für PTC – Dassault wird mit dem 20-fachen Gewinn bewertet, die Konkurrenz mit dem 38-fachen
Mit der 22,6-Milliarden-Dollar-Übernahme von PTC durch Schneider Electric bekommt die Industriesoftware erstmals einen Übernahmepreis. Dassault Systèmes, der letzte große unabhängige Franzose der Branche, wird mit dem 20,24-fachen Gewinn bewertet, der Median der Vergleichsunternehmen liegt bei 37,66. Antworten muss das Unternehmen am 28. Oktober und am 17. November.
Vincent Jiang · 3 min read
Am Montag, dem 5. Oktober, fällte ein einziger Deal drei Urteile. PTC+0.10% — PTC, up 0.10 percent today sprang im Vorhandel um rund 34 Prozent in die Höhe, nachdem Schneider Electric ein Barangebot von 205 Dollar je Aktie vorgelegt hatte. Schneider Electric schloss 9,97 Prozent tiefer−0.79% — Schneider Electric schloss 9,97 Prozent tiefer, down 0.79 percent today und strich an einem einzigen Handelstag knapp 15 Milliarden Euro an Börsenwert weg. Dassault Systèmes−0.28% — Dassault Systèmes, down 0.28 percent today, der letzte große unabhängige Franzose der Industriesoftware, gewann in Paris 2,3 Prozent hinzu – und notierte zwei Tage später noch immer 28,89 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch 582.
Ein Deal, drei Urteile: Das Übernahmeziel legte zu, der Käufer verlor 10 Prozent, der Nachbar gewann 2 Prozent
Data
| Eintägige Kursveränderung | |
|---|---|
| PTC (Vorhandel) | 34% |
| Dassault Systemes | 2.3% |
| Schneider Electric | -9.97% |
Der erste Übernahmepreis der Branche
Der Fusionsvertrag vom 4. Oktober bewertet das Eigenkapital von PTC mit 22,6 Milliarden Dollar und bietet den Aktionären damit eine Prämie von 42,3 Prozent – rund das 21-Fache der für 2027 geschätzten bereinigten EBITA. Auf das 13-Fache fällt der Multiple nur, wenn Kosteneinsparungen von 250 Millionen Euro und Erlössynergien von rund 800 Millionen Euro realisiert werden 18. Dafür bekommt Schneider: etwa 2,4 Milliarden Euro Umsatz im Kalenderjahr 2025 bei einer bereinigten EBITA-Marge von rund 40 Prozent, mit Wachstum hin zu einem ARR-Ziel (Annual Recurring Revenue) von fast 10 Prozent 18. Schneider-Chef Olivier Blum nennt CAD-Konstruktion „einen sehr kritischen Teil des Portfolios“ 6. Ein französischer Käufer hat für diese Kategorie den Atlantik überquert, statt den französischen Nachbarn zu kaufen.
Dieselbe Software, zwei verschiedene Branchen
Dassault, der Hersteller von CATIA und SOLIDWORKS, notiert bei 21,59 Euro und kommt damit auf eine Marktkapitalisierung von 28,3 Milliarden Euro: Das Papier wird mit dem 20,24-Fachen des Gewinns der letzten zwölf Monate bewertet, während der Median von 333 Vergleichsunternehmen aus der Applikationssoftware bei 37,66 liegt 23. Im Kurs eingepreist ist damit ein jährliches Wachstum des freien Cashflows von rund 3 Prozent über ein Jahrzehnt – gemessen an einem Gewinn je Aktie, der in den vergangenen fünf Jahren um 19,35 Prozent pro Jahr gewachsen ist 3.
Die 4 Prozent sind ein Durchschnitt
Im zweiten Quartal stieg der Umsatz währungsbereinigt um 4 Prozent auf 1,556 Milliarden Euro. Das Abo-Geschäft wuchs um 8 Prozent, 3DEXPERIENCE und Cloud um jeweils 14 Prozent, 3DEXPERIENCE Cloud selbst um 60 Prozent. Medidata, die Sparte für klinische Studien, schrumpfte nach schwachem Auftragseingang im Jahr 2025 und wegen des Moderna-Effekts um 3 Prozent 7. Für das Gesamtjahr rechnet Dassault mit Umsätzen von 6,296 bis 6,416 Milliarden Euro 7. Gemessen daran entspricht Dassaults Marktkapitalisierung von 28,3 Milliarden Euro rund dem 4,5-Fachen der prognostizierten Umsätze; der Eigenkapitalwert von 20,1 Milliarden Euro, den Schneider für PTC zahlt, kommt auf etwa das 8,4-Fache von PTCs 2,4 Milliarden Euro Umsatz 12. Das ist rund die Hälfte des brandneuen Übernahmemultiples der Branche – für das größere Geschäft.
Dassaults 4 Prozent sind ein Durchschnitt: Die Plattform-Sparten wachsen um 14 Prozent, das Life-Sciences-Geschäft schrumpft
- Estimate
Data
| Value | |
|---|---|
| 3DEXPERIENCE | 14% |
| Cloud | 14% |
| PTC-ARR-Ziel (estimate) | 10% |
| Abo-Geschäft | 8% |
| Dassault gesamt | 4% |
| Medidata | -3% |
Den Abschlag hat sich Dassault zum Teil selbst verdient
Für PTC wird ein Wachstum von knapp zehn Prozent bezahlt; Dassault prognostiziert für 2026 nur 3 bis 5 Prozent 87. Lucas Ferhani von Jefferies sagt, die Angst vor einer Disruption durch KI habe PTC „auf ein Zehnjahrestief bei der Bewertung“ gedrückt – und genau das machte es kaufbar 5. Die Breakingviews-Kolumne von Reuters deutet den Deal als Mischung aus einem „eindeutigen KI-Gewinner“ und einem „möglichen Verlierer“ 8. Dassault kauft selbst, statt sich zu verkaufen: ArisGlobal für 1,8 Milliarden Dollar in bar, plus bis zu 200 Millionen Dollar, geknüpft an Umsatzmeilensteine im KI-Geschäft 7. Ein Handelsdesk nennt Dassault den klarsten europäischen Nutznießer und einen ernstzunehmenden Konsolidierungskandidaten 5. Von einem Gebot ist in keiner Quelle die Rede.
Zwei Termine für Antworten
Dassault legt die Zahlen für das dritte Quartal am 28. Oktober vor, der Kapitalmarkttag folgt am 17. November 2. Der Zukauf von ArisGlobal soll Ende dieses Quartals oder Anfang des nächsten abgeschlossen werden 7. Und diese Woche preist Dassault Indiens Chipherstellern virtuelle Zwillinge an 4. Die Branche hat endlich einen Übernahmepreis. Gehandelt wird Dassault, als würde nie jemand einen zahlen.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.



