SpaceX soll für Frequenzen acht Milliarden Dollar zahlen – T-Mobile verkaufte sie im August für 2,9 Milliarden Dollar
Der 800-MHz-Kauf bescherte den US-Netzbetreibern den schlechtesten Handelstag seit Jahrzehnten. Der Chef der Deutschen Telekom ruft die Wettbewerber nun auf, Musk das Bodennetz nicht zu vermieten, das seine Satelliten weiterhin brauchen.
Vincent Jiang · 3 min read
„Warum sollte ich über ein Satellitennetz telefonieren müssen, wenn ich heute schon eine gute Versorgung habe – oder die beste?“, fragte Timotheus Höttges, Vorstandschef der Deutschen Telekom, des Mehrheitseigentümers von T-Mobile US+1.32% — T-Mobile US, up 1.32 percent today, am 12. Oktober in einem Webcast 1 5. Der Seitenhieb richtet sich gegen SpaceX−2.17% — SpaceX, down 2.17 percent today, das sich am 8. Oktober darauf einigte, Berichten zufolge acht Milliarden Dollar zu zahlen – für Frequenzen, die T-Mobile im August für 2,9 Milliarden Dollar verkauft hatte 2 7. Elon Musk müsse, so Höttges, zunächst mit den „85.000 Mobilfunkantennen in Amerika“ gleichziehen, die US-Netzbetreiber bereits betreiben 1 5. Die Telekom-Aktie verlor auf die Nachricht hin 7 Prozent 1.
Wie aus der Zwangsveräußerung ein Acht-Milliarden-Deal wurde
Bei den Frequenzen handelt es sich um bis zu 14 MHz gepaartes Spektrum im 800-MHz-Band, das rund 100 Prozent der US-Bevölkerung abdeckt 2. Die Regulierer zwangen T-Mobile im Zuge der Sprint-Fusion 2020 zur Veräußerung; Dish, der Satellitenkonzern mit der ersten Kaufoption, verzichtete bei 3,59 Milliarden Dollar; im August verkaufte T-Mobile die Frequenzen an die Investmentgesellschaft Grain Management – für 2,9 Milliarden Dollar in bar zuzüglich der 600-MHz-Lizenzen von Grain 2 6.
Am 8. Oktober einigte sich SpaceX auf den Kauf des Portfolios – Berichten zufolge für acht Milliarden Dollar; die Konditionen wurden nicht offengelegt 3 7. Musk nannte es den „letzten entscheidenden Baustein“ für eine komplette Mobilfunkversorgung in den USA 1 6.
Die Frequenzen, die SpaceX für acht Milliarden Dollar kaufen will, wurden im August für 2,9 Milliarden Dollar verkauft
- Kaufpreis
- Estimate
Data
| Kaufpreis | |
|---|---|
| Dish-Option | $3.59B |
| Grain, Aug. 2026 | $2.9B |
| SpaceX, Okt. 2026 (estimate) | $8B |
Die Wall Street hat die Netzbetreiber binnen eines Tages neu bewertet
Die Neubewertung kam umgehend. T-Mobile rutschte am Freitag, dem 9. Oktober, um rund 13 Prozent ab – der schlechteste Handelstag seit 2013. Verizon+0.79% — Verizon, up 0.79 percent today und AT&T−0.30% — AT&T, down 0.30 percent today verloren jeweils etwa 10 Prozent, ihre schlechtesten Handelstage seit 2002 beziehungsweise 2000, während SpaceX um rund 1 Prozent zulegte 3. Die Vermieter der Mobilfunktürme bewegten sich im Nachbörsenhandel in die entgegengesetzte Richtung: Crown Castle+2.81% — Crown Castle, up 2.81 percent today plus 7 Prozent, SBA Communications+1.82% — SBA Communications, up 1.82 percent today plus 6 Prozent, American Tower+2.01% — American Tower, up 2.01 percent today plus 5 Prozent 4.
Der schlechteste Handelstag der Netzbetreiber seit Jahrzehnten – während SpaceX zulegte
Data
| Value | |
|---|---|
| T-Mobile | -13% |
| AT&T | -10% |
| Verizon | -10% |
| SpaceX | 1% |
Frequenzen allein bringen drinnen kein Handy zum Klingeln
Niederfrequente 800-MHz-Funkwellen durchdringen zwar Wände – doch irgendetwas am Boden muss sie nach wie vor abstrahlen 2. In seiner eigenen Einreichung bei der US-Regulierungsbehörde FCC beschreibt SpaceX Sendeeinheiten, die „sektorierte Antennen auf Türmen, Dächern und sonstigen Bauwerken“ speisen 2. Madison Rezaei von Bernstein schätzt die Kosten für diesen Ausbau auf 50 bis 130 Milliarden Dollar, verteilt über 30.000 bis 120.000 Standorte 4.
Der günstigere Weg ist, die bestehenden Netze der Netzbetreiber im Wholesale anzumieten – ein Deal als virtueller Netzbetreiber (Mobile Virtual Network Operator). Höttges drängt die Wettbewerber, genau das abzulehnen: „Wenn der Preis für diesen Zugang niedrig ist, setzt man die eigenen Endkundenpreise unter Druck“, sagte er 5. T-Mobile wiederum agiert auf beiden Seiten: Das Unternehmen verkauft Starlink unter dem Namen T-Satellite weiter, einen Dienst, der nach Unternehmensangaben aus dem Januar mehr als 150.000 Amerikaner am Tag verbindet 1. Die Deutsche Telekom selbst plant, Starlink 2028 in ganz Europa anzubieten – allerdings nur für Funklöcher 1 5.
Die Prüfung, die entscheidet, ob der Verlust von Dauer ist
Die Antwort von SpaceX sind die 15.000 Satelliten der nächsten Generation, für die die US-Regulierungsbehörde FCC in derselben Woche grünes Licht gegeben hat. Sie sollen nach Unternehmensangaben das Hundertfache der heutigen Bandbreite transportieren, den Betrieb will das Unternehmen bis Ende 2027 aufnehmen 2. SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell sagte im August, sie erwarte „etliche“ Netzbetreiber als Kunden 5. FCC-Chef Brendan Carr begrüßte den zusätzlichen Wettbewerb 3.
Die Übertragung der Frequenzen braucht noch die Zustimmung der US-Regulierungsbehörde FCC und des US-Justizministeriums 6 7. Ob der vernichtete Aktienwert der Netzbetreiber vernichtet bleibt, hängt von dieser Prüfung ab – und davon, ob einer von ihnen einen Wholesale-Vertrag unterzeichnet, gegen den Höttges Stimmung macht 1 5. Wie es in einer Marktnotiz heißt, hat SpaceX einen Frequenzkauf angekündigt – noch keine Verdrängung 8.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.



