Spotify weitet 12-Stunden-Kontingent für Hörbücher auf über 180 Märkte aus – zwei Tage nach UBS-Kurszielsenkung auf 675 Dollar

Spotify führt Hörbücher bis Jahresende von 22 auf mehr als 180 Märkte – zwei Tage nachdem die UBS ihr Kursziel wegen steigender Kosten auf 675 Dollar gesenkt hatte. Das Zusatzpaket, das zusätzliche Hörstunden verkauft, bringt bereits mehr als 100 Millionen Dollar an wiederkehrenden Umsätzen ein; die Zahlen zum dritten Quartal am 22. Oktober werden zeigen, ob die Einnahmen die Kosten des Angebots übersteigen.

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Vincent JiangVincent Jiang · 3 min read
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Daniel Ek, Mitgründer und Chef von Spotify, während eines Interviews
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Daniel Ek, Mitgründer und Chef von Spotify: Sein Unternehmen führt Hörbücher bis Jahresende in mehr als 180 Märkten ein.

Frankfurt schaltet den Zähler ein

Auf der Frankfurter Buchmesse kündigte Spotify heute an, Hörbücher bis Jahresende von 22 auf mehr als 180 Märkte auszuweiten – erreichbar für 750 Millionen Menschen, mit 350.000 Titeln in mehr als 120 Sprachen 1. Kolumbien, Italien, Mexiko und Spanien starteten sofort; Argentinien, Brasilien, Norwegen und Polen folgen am 15. Oktober, die übrigen Märkte in Etappen bis Dezember 2. Der Zugang funktioniert nach dem Zählerprinzip: Berechtigte Premium-Abonnenten in Märkten wie Italien, Spanien, Polen und Brasilien erhalten zwölf Stunden im Monat; in weiten Teilen Afrikas und Asiens läuft der Zugang nur über das kostenpflichtige Zusatzpaket Audiobooks+ 1.

Die Extra-Stunden sind bereits ein 100-Millionen-Dollar-Geschäft

Gut ein Jahr nach dem Start hat Audiobooks+ eine Million Abonnenten und 100 Millionen Dollar an jährlich wiederkehrenden Umsätzen überschritten 1. Die Zahl der monatlichen Hörbuch-Hörer stieg binnen eines Jahres um fast 40 Prozent, die Hörstunden um mehr als 30 Prozent 1. Die Verlage tauschen diese Reichweite gegen nicht-exklusive Konditionen ein; ihre Titel bleiben deshalb auch auf den Plattformen der Konkurrenz verfügbar, darunter Audible von Amazon, dessen Standard-Mitgliedschaft sich mit 8,99 Dollar im Monat verlängert 13. Duncan Bruce, Director of Audiobook Partnerships bei Spotify, nennt den Rollout „einen Sprung in der Größenordnung, keinen Strategiewechsel“ 2.

UBS senkt zwei Tage vor der Messe – wegen der Kosten

Am 5. Oktober hatte die UBS ihr Kursziel von 690 auf 675 Dollar gesenkt und die Kaufempfehlung aufrechterhalten – mit Verweis auf die Kosten: Die Bank erwartet für das dritte Quartal einen Anstieg der operativen Kosten um 18 Prozent, getrieben von Ausgaben für KI und Marketing, und ein operatives Ergebnis von 674 Millionen Euro – kaum über den 670 Millionen Euro aus Spotifys eigener Prognose 45. Die Bruttomarge erreichte im zweiten Quartal mit 33,4 Prozent einen Rekordwert – zu den Posten, die das Umsatzwachstum überholen musste, gehörten auch die Hörbuch-Kosten –, für das dritte Quartal erwartet das Unternehmen einen Rückgang auf 32,9 Prozent 6. Die Ausweitung kommt zudem zwei Monate, nachdem Spotify ein sich abschwächendes Nutzerwachstum in Europa und Nordamerika signalisiert hatte 7.

Zwei Jahre Margenanstieg, dann haben die Kosten aufgeholt

-5%0%5%10%15%20%Q4/23Q2/24Q4/24Q2/25Q4/25Q2/2613.7%UBS erwartet für das dritteQuartal um 18 Prozent höhereoperative Kosten wegen KI undMarketing
Data
Operative Marge
Q3/231%
Q4/23-2%
Q1/244.6%
Q2/247%
Q3/2411.4%
Q4/2411.2%
Q1/2512.1%
Q2/259.7%
Q3/2513.6%
Q4/2515.5%
Q1/2615.8%
Q2/2613.7%
Operatives Ergebnis in Prozent des Umsatzes, je Quartal, Q3/2023 bis Q2/2026, laut Spotifys SEC-Unterlagen.8

Zwei Jahre Marge, ein Durchhänger

Spotifys operative Marge kletterte von 1,0 Prozent des Umsatzes im dritten Quartal 2023 auf 15,8 Prozent im ersten Quartal 2026; im zweiten Quartal gab sie dann auf 13,7 Prozent nach – der erste Rückgang seit einem Jahr 8. Der Umsatz wuchs im zweiten Quartal um 14 Prozent auf 4,78 Milliarden Euro, bei 300 Millionen Premium-Abonnenten 6. Barclays sieht Spotifys Streamingwachstum unverändert bei 14,6 Prozent, das der Major-Labels bei 8,3 Prozent – der größte Abstand seit sechs Quartalen 9.

Die Bullen rühren sich nicht

Die UBS ließ ihre Prognosen für 2026 unangetastet: 19,5 Milliarden Euro Umsatz und 3,4 Milliarden Euro freier Cashflow; die Aktie bewertet die Bank mit dem 24-Fachen des erwarteten EBITDA 4. Die Konsenskursziele liegen bei 593 bis 617 Dollar, die Aktie notiert nahe 481 Dollar – binnen eines Jahres fast 30 Prozent im Minus. KeyBanc, Evercore, Bank of America und Morgan Stanley bestätigten Ende September Kursziele von 640 bis 700 Dollar samt Kaufempfehlung 9.

Die Kursziele liegen weiterhin klar über dem Aktienkurs nahe 481 Dollar

  • Tiefstwert
  • Höchstwert
0200400600800Konsens593617+4.0%Bullen mit Kaufempfehlung640700+9.4%UBS6756750.0%
Data
TiefstwertHöchstwertChange
Konsens593617+4.0%
Bullen mit Kaufempfehlung640700+9.4%
UBS6756750.0%
Kursziele in Dollar je Aktie, Stand Ende September und Anfang Oktober 2026, laut UBS-Analyse und Analystenübersichten. Quellen: Investing.com, Proactive über Yahoo Finance, iNews24.4,5,9

Was der 22. Oktober entscheidet

Die Zahlen für das dritte Quartal erscheinen am 22. Oktober 10. Zwei Positionen gilt es zu beobachten: die wiederkehrenden Umsätze von Audiobooks+ gegen die Hörbuch-Kosten des Rollouts in 180 Märkten – und ob die Bruttomarge die prognostizierten 32,9 Prozent hält 46. Keine Veröffentlichung weist die Hörbuch-Kosten als eigenen Posten aus, also bepreist der Markt die Wette, bevor er sie messen kann. Spotify verschenkt die ersten zwölf Stunden und verkauft die dreizehnte; die Tantiemenrechnung kommt so oder so.

Deepdive

AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.

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