Erst zahlt das US-Heer Lockheed 1,2 Milliarden Dollar – dann schreibt es die nächste Rakete aus
Fünfzehn Tage nachdem das US-Heer 1,2 Milliarden Dollar für PrSM Increment 2 an Lockheed Martin gezahlt hatte, verteilte es Increment 4 auf fünf Prototypenhersteller – drei von ihnen von Wagniskapitalgebern finanziert. Der Nachschub ist garantiert – die Pfründe ist ab sofort umkämpft.
Vincent Jiang · 4 min read
Eine Rakete, zwei Entscheidungen – fünfzehn Tage dazwischen
Am 14. September 2026 vergab das Pentagon an Lockheed Martin (NYSE: LMT) einen Auftrag über 1,2 Milliarden Dollar für Munition der Precision Strike Missile (PrSM), Increment 2, in früher operativer Einsatzfähigkeit (Early Operational Capability); die Arbeiten laufen bis September 2031 1. Fünfzehn Tage später unterschrieb das US-Heer fünf separate Prototypenvereinbarungen für Increment 4 und warf Lockheed damit in ein Wettrennen mit Anduril, Castelion, Mach Industries und RTX (NYSE: RTX) 2. Für keinen der fünf Verträge wurde ein Dollarbetrag genannt 3.
Lockheeds laufende Fertigung ist die Trophäe: Im Juni weitete das US-Heer einen Increment-1-Auftrag von 4,9 auf 13,3 Milliarden Dollar aus – rund 1.000 Raketen pro Jahr zwischen dem Haushaltsjahr 2025 und 2032 1. Es ist jene Produktionslinie, die Increment 4 beerben soll.
Ein leeres Arsenal garantiert Nachschub – nicht die Pfründe
Die PrSM kam in den Eröffnungssalven des Krieges gegen den Iran zum Einsatz, der am 28. Februar 2026 begann. Reuters hat berichtet, Washington habe im Konflikt „praktisch alle“ seiner PrSM- und ATACM-Raketen verschossen 1. Das Geld für den Nachschub fließt automatisch an den bisherigen Lieferanten. Neu bepreist wurde die Zukunft im April: Das US-Heer schrieb Increment 4 erneut aus und startete damit einen Wettbewerb neu, den es 2023 an Lockheed und ein Team aus RTX und Northrop Grumman vergeben hatte 3. In der neuen Runde der Fünf fehlt Northrop Grumman 2; RTX, das keine Stellungnahme abgeben wollte, bietet nun allein an 3.
Doppelte Reichweitenanforderung – fünf statt zwei Bewerber
Increment 4 muss von HIMARS aus gestartet werden können und ab 1.000 km Entfernung bewegliche Seeziele sowie verlegbare Landziele treffen 2. Die eingeführte Basisversion ist darauf ausgelegt, mehr als 400 km zu erreichen 4; die Increment 2, inzwischen in früher operativer Einsatzfähigkeit, wurde für 500 km konzipiert 3. Ein Flugwettbewerb (Fly-off) im Haushaltsjahr 2027 dünnt das Feld aus, ein finales Fly-off folgt im Haushaltsjahr 2028 – und die Ausschreibung vom April lässt es zu, die endgültige Auswahl (Down-Select) bis zum Haushaltsjahr 2030 aufzuschieben 3.
Verdoppelte Reichweitenanforderung: Increment 4 muss 1.000 km erreichen
- Angegebene Reichweite
- Estimate
Data
| Angegebene Reichweite | |
|---|---|
| Increment 1 (eingeführt) | 400 |
| Increment 2 (in Produktion) | 500 |
| Increment 4 (gefordert) (estimate) | 1,000 |
Die Ersatzbank kommt mit eigenem Geld ins Spiel
Castelion hat im August eine Series-C-Runde über 1 Mrd. Dollar bei einer Bewertung von 13 Mrd. Dollar abgeschlossen. Die Eigenkapitalrunde führten die Strategic Investment Group von JPMorganChase, Andreessen Horowitz und Carlyle (NASDAQ: CG) gemeinsam. Hinzu kommen nach eigenen Angaben mehr als 500 Mio. Dollar aus US-Militäraufträgen binnen 18 Monaten 5. Das Geld soll in „eine Angriffswaffe mit größerer Reichweite“ fließen, die „Komponenten und Fertigungstechniken von Blackbeard verwenden wird“, teilte das Unternehmen mit. Reichweite, Kosten und Zeitplan wurden nicht offengelegt; nichts Offizielles verbindet diese Waffe mit Castelions Bewerbung für das US-Heer 5.
Das ist die Heeres-Hälfte einer Wette, deren Marine-Hälfte hier bereits am 27. September aufgerechnet wurde: ein Produktionsauftrag über 200 Mio. Dollar für Blackbeard am 15. September, zuvor 23,4 Mio. Dollar im Juni für Vorserien-Prototypen 6, sowie zwei Erprobungsträger, die vergangene Woche an einem Super Hornet in Patuxent River geflogen wurden 7. Schon im vergangenen Jahr hatte Castelion den Auftrag erhalten, Blackbeard auf HIMARS-Werfern zu integrieren 8.
Anduril hat im Mai 5 Mrd. Dollar bei einer Bewertung von 61 Mrd. Dollar eingesammelt; Mach Industries war Sequoias erste Investition im Verteidigungsgeschäft 910. Drei der fünf Bieter werden von Wagniskapitalgebern finanziert – allein Anduril und Castelion haben in diesem Jahr 6 Mrd. Dollar eingesammelt, Castelions Fabrik in New Mexico ist aus eigenen Mitteln finanziert 5. Das US-Heer kauft sich fünf Schüsse auf die Nachfolgerakete; die Verwässerung lastet auf den privaten Anteilseignern, nicht auf dem Steuerzahler.
Der bisherige Lieferant bleibt vorn – bis ein Fly-off das Gegenteil beweist
Die Aufträge für die ersten beiden Increments liegen bereits bei Lockheed 8. In den Haushaltsunterlagen des US-Heeres ist Increment 4 mit einem neuen Antrieb und einem neuen Gefechtskopf veranschlagt, kombiniert mit dem Suchkopf aus Increment 2 4. Im Juni demonstrierten Lockheed und L3Harris eine „fehlerlose Übergabe vom Booster auf das Staustrahltriebwerk“ – einen Schritt hin zu einem luftatmenden Design, das mehr als 1.000 km Reichweite erreichen soll; die vollständigen Flugtests stehen diesen Herbst an 34.
Das gleiche Spiel – nur einen Tag später
Am 30. September benannten die US-Luftwaffe und die Defense Innovation Unit sieben Firmen, die die MQ-9 Reaper ersetzen sollen – zu rund 10 Mio. Dollar pro Luftfahrzeug, 500 Stück sind bis 2032 gefordert. Zuvor hatten die Einsätze gegen den Iran Dutzende Reapers gekostet 11. Zu beobachten sind der Flugwettbewerb im Haushaltsjahr 2027, Lockheeds Flugtests im Herbst – und ob der Auftrag aus dem Jahr 2023 fortgilt. Diese Frage hat das Unternehmen nicht beantwortet 3. So oder so wird das Arsenal wieder aufgefüllt; wer die nächste Füllung liefert, wird jetzt neu ausgeschrieben.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.



