Token-Deflation frisst die Personalbasis – Indiens IT-Dienstleister verkaufen jetzt den Zähler

Coforge sagt, jeder Kunde, den das Unternehmen kennt, habe sein Jahresbudget an Token in wenigen Monaten verbrannt; der Chef von Hexaware nennt die Token-Kosten eine Deflation, die unmittelbar zu Lasten der Personalbasis geht – und beide Konzerne schreiben den Zähler inzwischen in ihre Kundenverträge. Noch in derselben Woche wurde der Zähler günstiger zu betreiben: OpenAI halbierte die API-Preise.

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Vincent JiangVincent Jiang · 3 min read
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Der rot-weiße Büroturm des Campus von NIIT Technologies in Greater Noida, davor Rasenflächen, Hecken und Brunnen
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Der Campus von NIIT Technologies in Greater Noida – das Unternehmen heißt heute Coforge

Ein Jahresbudget an Token – verbrannt in wenigen Monaten

Bei einem Termin mit Analysten am 17. September sagte das Management von Coforge: „Jeder Kunde, den wir kennen, hat sein Jahresbudget an Token in wenigen Monaten verbrannt, wenn nicht in Tagen.“ Und jeder Kunde wolle inzwischen „irgendeine Form von Obergrenze“ für die KI-Ausgaben, wie „Mint“ berichtet 1. Token sind die Einheit, nach der KI-Anbieter abrechnen – und Fortune-1000-Kunden lernen diesen Zähler auf die harte Tour kennen.

Eine 300-Milliarden-Dollar-Branche preist sich neu

Im Budget der Kunden liegen Token-Ausgaben inzwischen neben Personal, Softwarelizenzen, Cloud und Hardware 1. Coforge, Indiens siebtgrößter IT-Konzern, setzte im vergangenen Geschäftsjahr 1,87 Milliarden Dollar um, ein Plus von 29,2 Prozent; die zehntplatzierte Hexaware kam auf 1,54 Milliarden Dollar, 7,6 Prozent mehr 1. Coforge erwartet, die Marke von 5 Milliarden Dollar deutlich vor dem Geschäftsjahr 2030 (FY30) zu überschreiten – in einer Branche, deren Volumen der Chef auf 300 Milliarden Dollar beziffert 2.

Die Deflation frisst die eigene Umsatzbasis

„Deflation heißt für unsere Branche Token-Kosten“, sagte R. Srikrishna, Chef von Hexaware, beim Investorentag des Konzerns am 21. August 1. „Das Geld, das in Token fließt, wird von den Personalausgaben abgezogen.“ Diese Personalausgaben sind die Umsatzbasis der IT-Dienstleister – und die Ware hinter dem Zähler wird stetig billiger: Am 22. September halbierte OpenAI die API-Preise und setzte GPT-6 Sol damit auf 2 Dollar je Million Eingabe-Token; am selben Tag setzte Anthropic Opus 5.5 auf 4 Dollar an 3.

Auf den Punkt gebracht: Wer den Zähler besitzt, behält die Marge – das Geschäft mit abgerechneten Köpfen und die nutzungsbasierte Abrechnung ohne Obergrenze geben sie ab.

Alle bauen denselben Zähler

Hexaware legt inzwischen jedem Angebot eine Option mit Token-Preis bei und fixiert die Kosten dort, wo Kunden ihren eigenen Verbrauch nicht einschätzen können 1. Coforge berechnet nach „Kosten pro Arbeitseinheit“ und stützt sich dabei auf Modelle mit offenen Gewichten, die laut PL Capital bereits rund 35 Prozent des Token-Verbrauchs der Kunden ausmachen 1 4. Epam schreibt Token in die Vertragsstrukturen, Cognizant hält eigene Preislisten für KI-Leistungen vor, und LTIMindtree verkauft KI-Einheiten auf Kontingentbasis 1.

Prognosen für Indiens IT-Konzerne reichen von 7 Prozent Plus bis 5 Prozent Minus

  • Umsatzwachstum, % gegenüber dem Vorjahr
  • Estimate
-5%0%5%10%HexawareBig-Six-PrognoseHCLTech6–7%Warnung vor KI-Deflation
Data
Umsatzwachstum, % gegenüber dem Vorjahr
Hexaware (estimate)6.5% (6–7%)
Big-Six-Prognose (estimate)2.8%
HCLTech (estimate)-4% (-5–-3%)
Umsatzwachstum im Gesamtjahr, im Vorjahresvergleich, in Prozent; alle drei Werte sind Prognosen, Erwartungen oder Warnungen – keine gemeldeten Zahlen. Hexaware: währungsbereinigte Prognose für das Kalenderjahr 2026 (Business Today; Reuters). Die Big-Six-Prognose und die HCLTech-Warnung stammen von The Next Web. Coforges Dollar-Wachstum von 33 Prozent im Juni-Quartal bleibt außen vor, weil es sich um ein einzelnes Quartal auf anderer Berechnungsbasis handelt.5,6,7

Die Spreizung erklärt die Eile. Coforge steigerte den Umsatz im Juni-Quartal um 33 Prozent in Dollar 6 – dem steht eine währungsbereinigte Prognose von 2,8 Prozent für Indiens sechs größte IT-Konzerne im laufenden Geschäftsjahr gegenüber 6. Der Chef von HCLTech hat gewarnt, der Umsatz werde im kommenden Jahr um 3 bis 5 Prozent sinken 6.

Der Zähler ist noch kein Geld

Motilal Oswal hält das Preismodell für früh – es brauche noch zwei bis drei Quartale, bis Kunden es validiert hätten – und stuft es als wichtiger ein als die Offenlegung, dass mehr als die Hälfte der laufenden Projekte von Hexaware KI-gestützt sind 1 5. Jefferies stufen die Aktie als „Underperform“ ein 5. Hexaware hat die Prognose für das Kalenderjahr 2026 auf 6 bis 7 Prozent währungsbereinigt gesenkt, zuvor waren es mindestens 7,6 Prozent; Kotak bezeichnet den Chefwechsel als Umsetzungsrisiko 7. Bei Coforge können laut Management nur rund 5 Prozent der Kunden Autonomie orchestrieren 4.

Entscheidend ist, ob die Token-Deals ziehen

Vivek Jetley übernimmt am 28. Oktober die Führung bei Hexaware 8. Das entscheidende Signal sind die Auftragseingänge: Werden aus Angeboten mit Token-Preis tatsächlich Aufträge – oder werden sie nur beigelegt? Die Obergrenze, die Kunden einst forderten, ist zum Produkt geworden, das die IT-Dienstleister verkaufen.

Deepdive

AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.

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