Vicor fordert US-Einfuhrverbot für KI-Server-Strommodule von Monolithic Power – MPWR berichtet am 29. Oktober
Ein am 9. Oktober eingeleitetes US-Handelsverfahren soll Module der vertikalen Stromversorgung (Vertical Power Delivery) vom US-Markt verdrängen – jene Hardware, die KI-Beschleuniger unmittelbar von unten mit Strom versorgt. Bei Monolithic Power liegt die beanstandete Produktlinie in der Sparte, die 38,8 Prozent des Umsatzes ausmacht und in diesem Jahr um 130 Prozent wachsen soll; das Unternehmen legt am 29. Oktober seine Zahlen vor.
Vincent Jiang · 3 min read
Der Fall spielt sich unter dem KI-Rack ab
Am 9. Oktober hat die US-Handelsbehörde ITC das Ermittlungsverfahren 337-TA-1526 eingeleitet – auf eine Beschwerde vom 9. September, eingereicht von Vicor−13.38% — Vicor, down 13.38 percent today, einem Hersteller von Stromversorgungsmodulen mit Sitz in Andover im US-Bundesstaat Massachusetts 1. Zwanzig Rechtsträger müssen sich nun verantworten: die Gruppen Foxconn+1.88% — Foxconn, up 1.88 percent today, Quanta, Luxshare und Delta, der Chiphersteller Infineon, die Hersteller Flex−8.63% — Flex, down 8.63 percent today und Celestica−4.52% — Celestica, down 4.52 percent today sowie drei Gesellschaften von Monolithic Power 1. Bei Monolithic gehört die beanstandete Hardware zur Sparte Enterprise Data – sie steuerte im vergangenen Quartal 38,8 Prozent zum Umsatz bei 2.
Gegenstand ist die vertikale Stromversorgung: Module, die gestapelt direkt unter stromintensiven Prozessoren sitzen und die Zuleitung zu KI-Beschleunigern, GPUs und CPUs verkürzen 3. Vicor verlangt keinen Schadensersatz. Das Unternehmen hat eine beschränkte Ausschlussanordnung (Limited Exclusion Order) und Unterlassungsanordnungen beantragt – eine Grenzmaßnahme, die beanstandete Produkte vom US-Markt fernhalten würde 1.
Die beanstandete Produktlinie ist der Wachstumsmotor
Enterprise Data, die Stromversorgungssparte von Monolithic für KI-Server, erwirtschaftete im Juni-Quartal 380,6 Millionen Dollar – ein Plus von 164,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und 38,8 Prozent des Rekordumsatzes von 980,6 Millionen Dollar 2. Am 30. Juli, zehn Wochen vor Beginn des Verfahrens, hob das Management die Wachstumsuntergrenze der Sparte für das Gesamtjahr von 85 auf 130 Prozent an und sagte für das September-Quartal einen Umsatz von 1,14–1,16 Milliarden Dollar voraus; die vertikalen 48-V-Module gehen laut Unternehmen bereits an mehrere Kunden 2. Der nächste Quartalsbericht wird um den 29. Oktober erwartet 2.
Der Umsatz hat sich in zwei Jahren mehr als verdoppelt – und die Q3-Guidance lässt ihn weiter steigen
- Umsatz
- Estimate
Data
| Umsatz | |
|---|---|
| Q3/23 | $474.87M |
| Q4/23 | $454.01M |
| Q1/24 | $457.89M |
| Q2/24 | $507.43M |
| Q3/24 | $620.12M |
| Q4/24 | $621.67M |
| Q1/25 | $637.55M |
| Q2/25 | $664.57M |
| Q3/25 | $737.18M |
| Q4/25 | $751.16M |
| Q1/26 | $804.19M |
| Q2/26 | $980.64M |
| Q3/26 (estimate) | $1,150M ($1,140–1,160M) |
Enterprise Data, die angegriffene Sparte, ist der größte Endmarkt von Monolithic Power
- Enterprise Data$380.6M38.8%
- Storage & Computing$199.8M20.4%
- Automotive$157.1M16%
- Communications$131.5M13.4%
- Consumer$56.8M5.8%
- Industrial$54.8M5.6%
Data
| Slice | Value | Share |
|---|---|---|
| Enterprise Data | $380.6M | 38.8% |
| Storage & Computing | $199.8M | 20.4% |
| Automotive | $157.1M | 16% |
| Communications | $131.5M | 13.4% |
| Consumer | $56.8M | 5.8% |
| Industrial | $54.8M | 5.6% |
Vicor kennt dieses Spiel – und hat es schon einmal gewonnen
Anfang 2025 verbot dieselbe Behörde die Einfuhr patentverletzender Stromversorgungsmodule und -systeme von Delta Electronics, Quanta Computer und zwei Foxconn-Gesellschaften; alle drei Gruppen gehören erneut zu den Antragsgegnern 4. In einer Erklärung zum neuen Verfahren sagt Vicor Serverherstellern und Rechenzentrumsbetreibern, die bei den Antragsgegnern zukaufen, dass sie eine Lizenz „benötigen werden“, wenn sie weiter importieren wollen. Das ist ein Werbefeldzug für Lizenzen – und die darin genannten Lizenzgebühren steigen, je näher das Ermittlungsverfahren einer Ausschlussanordnung rückt 5.
Die beiden Unternehmen lagen schon zuvor vor Gericht. Monolithic verklagte Vicor am 7. Juli vor einem Bundesgericht. Vicor habe einen früheren Ingenieur eingeschaltet, der im Labor des Chipherstellers AMD−6.27% — AMD, down 6.27 percent today in Austin arbeitete, um an vertrauliche Daten zu gelangen – so der Vorwurf. Zudem sagt Monolithic, es habe Geschäft bei AMD verloren, nachdem Vicor bei der US-Zollbehörde auf die Blockade der Monolithic-Stromrichter gedrängt hatte 6.
In der Sache ist noch nichts entschieden
Mit der Verfahrenseröffnung ist noch nichts entschieden: Die ITC hat in der Sache selbst nicht befunden, zunächst nimmt ein Verwaltungsrichter die Beweise auf, und für ein Importverbot wären eine vollständige Anhörung und eine endgültige Entscheidung nötig 17. Anordnungen werden 60 Tage nach ihrem Erlass endgültig, sofern der US-Handelsbeauftragte sie nicht ablehnt 1. Binnen 45 Tagen nach Verfahrenseröffnung muss die Behörde einen Zieltermin festlegen; diese Frist endet am 23. November 1.
Luxshare hat eine Verteidigung, die Monolithic nicht zur Verfügung steht
Luxshare meldete seiner Heimatbörse am 11. Oktober, es erwarte keine wesentlichen Auswirkungen: Die betroffenen Stromversorgungsmodule für Rechenzentren würden noch von Kunden getestet und seien nicht in die Serienproduktion gegangen 37. Dasselbe kann Monolithic nicht von sich behaupten: Die vertikalen 48-V-Module des Unternehmens gehen bereits an mehrere Kunden 2.
Die Verkaufswelle am Freitag verschonte niemanden: Monolithic schloss am 16. Oktober bei 1.210,86 Dollar, 3,1 Prozent im Minus; Vicor gab um 12,9 Prozent nach 85. Insider verkauften in den vergangenen zwölf Monaten Monolithic-Aktien im Wert von 746,3 Millionen Dollar – und kauften keine 8.
Zwölf Tage bis zur Quartals-Telefonkonferenz
Für die Telefonkonferenz am 29. Oktober gilt inzwischen eine Frage, die erst nach der Guidance formuliert wurde: Übersteht eine Wachstumsuntergrenze von 130 Prozent ein Verfahren, das auf eine Grenzmaßnahme gegen genau diese Module zielt? Zu beobachten bleiben der Zieltermin am 23. November, die Zuweisung des Verwaltungsrichters und die Frage, ob sich das Unternehmen überhaupt äußert.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.



