ASML hat Chinas 13-Milliarden-Dollar-Kaufrausch kassiert – Washington will das Wartungsgeld
Eine Studie aus Washington zählt 343 Anlagen zur Immersionslithografie in chinesischen Chipfabriken – gekauft für mehr als 13 Milliarden Dollar, bevor die Kontrollen schärfer wurden. Die Investitionen sind getätigt, Chinas Anteil an ASMLs Systemumsatz auf 14 % gesunken. Was der Kongress jetzt kappen will, sind die Dauereinnahmen aus dem Servicegeschäft – und die Aktie stieg trotzdem.
Vincent Jiang · 3 min read
Washington hat Chinas Lithografie-Maschinenpark endlich gezählt
Chipfabriken in chinesischer Hand verfügten Anfang 2026 über schätzungsweise 343 Anlagen zur Immersionslithografie, rund 270 davon Twinscan-Anlagen des Typs NXT:1980i von ASML. Das ergibt eine Studie vom 26. September des Center for Technology & Statecraft, verfasst von zwei ehemaligen US-Beamten: dem Exportkontroll-Veteranen Nicholas Brown und Saif Khan, einst Technologieberater im Weißen Haus und im US-Handelsministerium 12. Mehr als 13 Milliarden Dollar gaben chinesische Fabriken für NXT:1980i-Anlagen aus – rund 90 Systeme im Jahr 2024, weitere 89 im Jahr 2025 1. Die Maschinen lassen sich für Logik-Chips der 7-Nanometer-Klasse umrüsten und für die fortschrittlichen Speicher, die hinter den Ascend-KI-Beschleunigern von Huawei stecken 1.
Die Käufe endeten – ASMLs Zahlen zuckten nicht
Auf China entfielen 2024 noch 41 % des Netto-Systemumsatzes von ASML, 2025 waren es 33 %, im ersten Quartal 2026 19 % und im zweiten 14 % 13; allein im vierten Quartal 2025 lag der Anteil bei 36 % 4. Der Gesamtumsatz erreichte im zweiten Quartal 9,3 Milliarden Euro, der Nettogewinn 2,9 Milliarden Euro; das Management hob seinen Ausblick für 2026 auf 43 bis 45 Milliarden Euro an 5. Die Erlöse aus dem Anlagenverkauf sind kassiert – was in China bleibt, ist die installierte Basis.
Chinas Anteil an ASMLs Systemumsatz sank in zwei Quartalen von 36 auf 14 %
Data
| China-Anteil am Netto-Systemumsatz | |
|---|---|
| Q4 2025 | 36% |
| Q1 2026 | 19% |
| Q2 2026 | 14% |
Der Gesamtumsatz erzählt dieselbe Geschichte – nur von der anderen Seite.
Der Umsatz kletterte weiter, während Chinas Anteil einbrach
Data
| ASML-Quartalsumsatz | |
|---|---|
| Q3 23 | $7.1B |
| Q4 23 | $8.04B |
| Q1 24 | $5.75B |
| Q2 24 | $6.71B |
| Q3 24 | $8.3B |
| Q4 24 | $9.65B |
| Q1 25 | $8.42B |
| Q2 25 | $8.94B |
| Q3 25 | $8.84B |
| Q4 25 | $11.43B |
| Q1 26 | $10.08B |
| Q2 26 | $10.6B |
Treffen kann ein Verbot nur noch die Wartung
Die Maschinen sind bezahlt, ihre Wartung nicht. Die Sparte Installed Base Management – ASMLs Geschäft mit Service und Field-Optionen – setzte im zweiten Quartal 2,76 Milliarden Euro um, rund 30 Prozent des Gesamtumsatzes 5. Wie hoch der China-Anteil daran ist, legt ASML nicht offen; die Lücke füllt eine Schätzung der Bank of America: Ein vollständiges Verbot von Immersions-DUV-Anlagen samt Wartungsstopp würde 14 bis 15 Prozent des Umsatzes und 16 bis 17 Prozent des operativen Ergebnisses kosten 4. Das MATCH-Gesetz – im April vom Außenausschuss des US-Repräsentantenhauses mit 44 zu 0 Stimmen gebilligt, mit CXMT, YMTC und SMIC als erfassten Einrichtungen – würde Lizenzen für die Wartung von Anlagen erzwingen, die bereits in chinesischen Chipfabriken stehen; sein Pendant im Senat liegt im Bankenausschuss, eine Ausschussabstimmung ist bislang nicht angesetzt 4. Die Studie räumt ein, dass ein Wartungsstopp unmittelbar wenig verändert, weil der Bestand nun einmal existiert 1.
Die Obergrenze für 2035 ist die eigentliche politische Zahl
In der weitreichendsten Hochrechnung der Studie könnte Chinas Anlagenpark bis 2035 für eine Jahresproduktion von bis zu 434 Millionen H100-äquivalenten KI-Chips reichen – vorausgesetzt, China überwindet andere Engpässe der Chipfertigung und importiert weiter rund 90 Systeme pro Jahr. Ein Importstopp im Jahr 2027 würde diese Obergrenze auf 153 Millionen drücken 1. CXMT und YMTC halten einen Ausbaubestand von rund drei Jahren 4; der heimische Hoffnungsträger Yuliangsheng peilt in diesem Jahr 12 Anlagen an – ASML plant 130 45. Chinas Lithografie-Programm steht laut UBS etwa auf dem Stand von ASML im Jahr 2004 9.
Der Markt preiste Samsung ein, nicht das Verbot
Tage nachdem die Studie öffentlich wurde, legten die ASML-Aktien in den USA um 3,5 Prozent auf 1870,48 Dollar zu – doch die Nachricht, die den Kurs bewegte, war drei Wochen alt: Samsungs Zusage vom 8. September, High-NA-EUV bis 2028 in die Serienproduktion von DRAM zu bringen 6. Die Vereinbarung enthält weder Auftragssummen noch einen Lieferzeitplan noch eine Prognose für die Serviceerlöse; der Kurs liegt 47,7 Prozent über einer Bewertungsschätzung von 1270 Dollar 6. Der Rückgang des China-Geschäfts folge der niederländischen Lizenzvergabe, nicht der Nachfrage, sagt ASMLs Finanzchef 4.
Zwei Termine entscheiden
Die Ergebnisse für das dritte Quartal am 14. Oktober liefern neue Zahlen zum China-Anteil und zum Servicegeschäft 7. Eine Ausschussabstimmung im Senat würde das Verbot einpreisen – sofern eine angesetzt wird. Die Anlagen stehen längst in den Chipfabriken. Offen ist allein, wer dafür bezahlt wird, sie am Laufen zu halten.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.



