Aurora verspricht 30.000 fahrerlose Lkw bis 2030 – von dieser Story hat Uber bereits Aktien für 1,1 Milliarden Dollar verkauft
Beim Kapitalmarkttag am 23. September versprach Aurora eine fahrerlose Flotte, die 1.500-mal so groß ist wie die 20 Lkw, die das Unternehmen heute betreibt – ab 2027 sollen Speditionen den Großteil davon besitzen. Einen Tag später fiel die Aktie um 8,78 Prozent, und der größte Aktionär verkauft bereits seit Juni.
Vincent Jiang · 3 min read
Zwanzig Lkw heute, dreißigtausend versprochen
Wer auf der Interstate 45 zwischen Dallas und Houston unterwegs ist, überholt womöglich einen Sattelzug von Aurora Innovation ohne Fahrer hinterm Steuer; rund 20 von ihnen sind heute kommerziell im Frachtverkehr unterwegs 1. Am 23. September versprach das Unternehmen auf seinem Analystentag, bis 2030 mehr als 30.000 fahrerlose Lkw im Einsatz zu haben 2. Die Antwort kam am Morgen darauf: Die Aktie gab um 8,78 Prozent nach 3.
Die Flotte von 2030 steht auf fremden Bilanzen
Der Plan trägt nur, wenn jemand anderes die Lkw kauft. Die Flotte, die Aurora selbst besitzt und betreibt – Transport-as-a-Service (TaaS) –, begrenzt das Unternehmen auf rund 500 Fahrzeuge; ab 2027 verlagert sich das Wachstum auf Driver-as-a-Service (DaaS): Dann besitzen die Speditionen den Lkw und zahlen Aurora mindestens 0,85 Dollar pro Meile – gegenüber rund 2 Dollar pro Meile bei Lkw unter Aurora-Regie 4. Das Aushängeschild dieses Schwenks, Hirschbachs 500 Lkw ab 2027, ist in Auroras eigener Mitteilung eine unverbindliche Absichtserklärung 2.
Zwanzig fahrerlose Lkw heute, dreißigtausend versprochen bis 2030
- Fahrerlose Lkw
- Estimate
Data
| Fahrerlose Lkw | |
|---|---|
| Jetzt (Sept. 2026) | 20trucks |
| Ende 2026 (estimate) | 200trucks |
| Ende 2027 (estimate) | 1,000trucks |
| 2028 (estimate) | 7,500trucks |
| 2030 (estimate) | 30,000trucks |
Zwei Millionen rein, 270 Millionen raus
Im zweiten Quartal standen 2 Millionen Dollar Umsatz einem Nettoverlust von 270 Millionen Dollar gegenüber; an Barmitteln und kurzfristigen Geldanlagen blieben knapp 1,2 Milliarden Dollar 56. Die Jahresprognose liegt bei 14 bis 16 Millionen Dollar 6; selbst die 200 Lkw, mit denen Aurora das Jahr 2026 abschließen will, ergäben aufs Jahr hochgerechnet nur rund 80 Millionen Dollar Umsatz 4 – weniger als die Verluste eines einzigen Quartals im aktuellen Tempo. Aurora hat erklärt, dass vor einem positiven freien Cashflow im Jahr 2028 womöglich noch einmal 650 bis 850 Millionen Dollar nötig sind 7.
Uber, Auroras größter Aktionär, hat seit Juni drei Aktienpakete für rund 1,1 Milliarden Dollar verkauft; das letzte – 29,4 Millionen Aktien zu 6,21 Dollar – kam am 15. September über die Bühne, acht Tage vor dem Kapitalmarkttag, und ließ Uber rund 157 Millionen Aktien 68. Die Verkäufe setzten vor dem Versprechen ein, nicht danach: Die deutlichste Einschätzung des Versprechens vom 1.500-Fachen kam bislang aus Auroras eigenem Aktionärsregister.
Ein Roboter am Steuer für 0,85 Dollar pro Meile – ein Mensch für 1,30 Dollar
- Estimate
Data
| Value | |
|---|---|
| Aurora-TaaS-Preis, Kraftstoff inklusive (estimate) | $2/mile |
| Löhne und Sozialleistungen menschlicher Fahrer (estimate) | $1.3/mile |
| Aurora-DaaS-Preis, Zielwert (estimate) | $0.85/mile |
Die Bullenthese trägt – gehandelt wird sie längst
Die Bank of America taxiert Auroras Dienstleistung auf rund 0,85 Dollar pro Meile – gegenüber 1,30 Dollar für die Löhne und Sozialleistungen eines menschlichen Fahrers. Morgan Stanley argumentiert, eine autonome Flotte im großen Maßstab könne 7,5-mal so profitabel sein, mit einem Kursziel von 18 Dollar gegenüber 8 Dollar bei Evercore 17. In der Spanne steckt der Trade: Von einer Robotermeile zu 0,85 Dollar bleiben rund 0,45 Dollar für die Spedition übrig – oder, sobald die Raten im Wettbewerb stehen, für den Verlader. Die Spedition setzt den Lkw in ihre Bilanz, und Aurora streicht Margen wie ein Softwarekonzern ein, ohne die Lkw kaufen zu müssen.
Nach Auroras eigener Rechnung sparen die Kunden mehr als 20 Prozent, rund 0,40 Dollar pro Meile 4. Diese Prognosen beruhen auf 20 Lkw, 500.000 fahrerlosen Meilen und einer Fahrleistung von mehr als 225.000 Meilen im Jahr, bei einem Branchendurchschnitt von 85.991 26. Aurora-Chef Chris Urmson kontert: „Wir konnten Zeitpläne aufstellen und haben diese im Wesentlichen auch eingehalten“ 1.
Zwei Unterschriften entscheiden
Der Ausrüster Roush soll im Oktober auf 20 Lkw pro Woche hochfahren 2. Um die Marke von 200 Lkw zu erreichen, müssen im vierten Quartal noch etwa 180 dazukommen 6. Zwei Unterschriften entscheiden dann: ob aus Hirschbachs Absichtserklärung eine verbindliche Bestellung wird – und ob Uber seine restlichen 157 Millionen Aktien im Depot lässt 8. Das Fahren hat Aurora automatisiert. Die Finanzierung nicht.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.



