National Grid verdrahtet fünf Londoner Rechenzentren – und die eigene Lieferbilanz steckt die Treffer ein

Laut Berichten sollen die Aufträge fünf Londoner Rechenzentren mit zusammen 1 GW Bedarf ans Netz anbinden – nur Tage, nachdem ein Branchendienst zu dem Ergebnis kam, National Grid habe in der Regulierungsperiode T2 deutlich zu wenig neue Grenzkapazität geliefert. Die britische Regulierungsbehörde Ofgem schreibt neu, wer den Netzanschluss bezahlt – und von London bis Albany heißt es für das Geld: warten.

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Vincent JiangVincent Jiang · 3 min read
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Hochspannungs-Umspannwerk Creyke Beck von National Grid, mit Freileitungsmasten und Leitungen bei klarem Himmel
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Das Umspannwerk Creyke Beck von National Grid. Das Unternehmen vergibt derzeit die Aufträge für Hochspannungskabel und die Arbeiten an Umspannwerken, mit denen fünf Rechenzentren ans Netz angebunden werden sollen.

Der Londoner Netzanschluss wird vergeben

Aus der KI-Stromwelle in London werden Kabel und Beton. Zentrale Bauaufträge für das „North West London Upgrade“ von National Grid gehen an Laing O’Rourke und an ein Joint Venture aus Hochtief und Murphy. Das Gemeinschaftsunternehmen verlegt die Hochspannungskabel und baut Tunnel aus 12. Der Netzausbau dient dazu, fünf Rechenzentren mit einem Bedarf von insgesamt 1 GW ans Netz anzubinden 1. Wie viel die Aufträge wert sind, wurde nicht bekannt; die Vergabe stützt sich auf Agenturberichte, die sich auf ungenannte Medien berufen – nicht auf eine Mitteilung des Unternehmens 1.

Hochspannungskabel auf Gestellen in einem Versorgungstunnel aus Beton
Hochspannungskabel in einem Versorgungstunnel, fotografiert bei einem Projekt der US-Behörde Bureau of Reclamation. Die Londoner Aufträge umfassen dieselben Arbeiten: Verlegung von Hochspannungskabeln und Ausbau von Tunneln im Nordwesten Londons. · Bernie Marine, US Bureau of Reclamation

Der Anschluss steckt in einem Ausbau von knapp fünf Milliarden Pfund

Dahinter stehen der Rahmenvertrag über Tiefbauarbeiten für Umspannwerke im Wert von 600 Mio. Pfund, den National Grid in diesem Monat mit 31 Lieferanten geschlossen hat 3, und die Eastern Green Link 2 zwischen Schottland und England – 4,3 Mrd. Pfund, 2 GW, geplant bis 2029 1. Die Capex der Gruppe belief sich im Geschäftsjahr bis März 2026 auf 13,2 Mrd. Dollar, ein Plus von 16 Prozent; der Umsatz sank um rund 1 Prozent auf 23,6 Mrd. Dollar 4. Das Geld ist vergeben. An der Lieferung hängen die Erträge.

Capex stieg im GJ 2026 um 16 Prozent, der Umsatz sank leicht

  • Umsatz
  • Capex
$0B$10B$20B$30BGJ 2025GJ 2026
Data
UmsatzCapex
GJ 2025$23.9B$11.4B
GJ 2026$23.6B$13.2B
Geschäftsjahre (GJ) mit Ende März, wie an die US-Börsenaufsicht SEC gemeldet, in Dollar, auf eine Nachkommastelle gerundet. Die Capex stieg im Jahresvergleich um 16,4 Prozent, der Umsatz sank um 1,2 Prozent. Quelle: Sharadar-Jahreskennzahlen auf Basis der SEC-Unterlagen von National Grid, abgerufen am 4. Oktober 2026.10

Die Lieferbilanz wird benotet

Am 2. Oktober kam ein Branchendienst zu dem Befund, National Grid habe in der Regulierungsperiode T2 bei neuer Grenzkapazität „in erheblichem Umfang zu wenig geliefert“ 5. Ofgem hat die Anschlusswarteschlange unter die Lupe genommen – betreut wird sie von dem Systembetreiber, den der britische Staat 2024 von National Grid übernommen hat. Ergebnis der Prüfung: Die Reform hat Fristen verpasst und Projektentwicklern fehlerhafte Angebote unterbreitet 6. Der Regulierer berät nun über eine erstattbare Anschlussgebühr zwischen 237.500 und 712.500 Pfund je Megawatt für Antragsteller aus dem Rechenzentrumsbereich. Grund: Die Nachfrage in der Warteschlange ist binnen sieben Monaten von 41 auf 125 Gigawatt gesprungen, davon entfallen mindestens 80 Gigawatt auf Rechenzentren 7. Wer zahlt, wird neu geschrieben – während die Leitungen verlegt werden.

Amerika lockt mit eigenem Geld

Die USA mildern das Bild. Das US-Energieministerium hat National Grids DREAM-Projekt zur dynamischen Belastungsbewertung mit rund 49 Mio. Dollar in seinem SPARK-Programm bedacht – ein auf vier Jahre angelegtes Vorhaben ab dem kommenden Jahr, das noch von einer endgültigen Vereinbarung abhängt. Eine Größenordnung, die die eigene Mitteilung des Konzerns unerwähnt ließ 18. Andrew Schneller, Vizepräsident für Technik, pries das Vorhaben als Chance, „mehr Wert aus der Infrastruktur zu ziehen, die wir bereits haben“ 8. In New York schlägt das Unternehmen vor, die Gasliefertarife für knapp zwei Millionen Kunden bis zum Frühjahr 2028 konstant zu halten; Verbraucherschützer warnen, der Plan vertage Kosten, die mit geplanten Pipeline-Investitionen von mehr als 1,7 Mrd. Dollar zusammenhängen. Eine Frist, bis zu der die Regulierer entscheiden müssen, gibt es nicht 9.

Drei Termine benoten den Ausbau

Bernstein nahm die Berichterstattung zur Aktie am 15. September wieder auf – Einstufung „Outperform“, Kursziel 1.310 Pence. Die Aktie notiert 18 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch 1. Zu beobachten sind drei Termine: die Flexibilitätsvergaben im Verteilnetz im Januar 2027, aus einer Ausschreibung über mehr als 800 Zonen 1; die Entscheidung in Albany, wann immer sie fällt 9; und die nächste Preisregulierung, die den Ausbau benoten wird, den die KI-Warteschlange bereits finanziert. Der Anschluss wird in Megawatt verkauft – und in Lieferjahren beurteilt.

Deepdive

AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.

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