Tesla tauscht den Namen „Full Self-Driving“ gegen Berlins Rückhalt – und eine 10-Prozent-Leine
Deutschland hielt den Namen für irreführend: Seit dem 9. Oktober 2026 verkauft Teslas deutsche Website „Tesla Assisted Driving“ – und räumt im Kleingedruckten ein, dass ein autonomer Betrieb unmöglich ist. Berlin unterstützt inzwischen eine EU-weite Zulassung, gekoppelt an eine Obergrenze von 10 Prozent über dem Tempolimit. Im Dezember entscheidet eine Abstimmung, ob der Rest der Union folgt.
Vincent Jiang · 3 min read
Die deutsche Website von Tesla+2.08% — Tesla, up 2.08 percent today verkauft „Full Self-Driving“ seit dem 9. Oktober 2026 nicht mehr 12. Das Produkt heißt jetzt „Tesla Assisted Driving“, und die eigene Fußnote des Produkts hält fest, dass die aktuellen Funktionen eine aktive Überwachung durch den Fahrer erfordern – was einen autonomen Betrieb unmöglich macht 3. Auf dem Spiel steht ein Produkt für 99 Dollar im Monat mit 1,48 Millionen aktiven Abos 2.
Das Bundesverkehrsministerium nannte den alten Namen am 6. Oktober irreführend: Das System übernehme nie die gesamte Fahraufgabe 12. Tesla schlug den neuen Namen bei Gesprächen im September mit Verkehrsminister Steffen Bilger vor; Elon Musk antwortete auf die Rückendeckung mit einem „Danke schön“ auf X 14.
Jetzt trägt die Software die Bewertung
Der Druck ist finanziell. Die Zahl der aktiven FSD-Abos stieg im zweiten Quartal um 56 Prozent 5; das Paket kostet in Europa 99 Euro im Monat 6. Die Auslieferungen des dritten Quartals übertrafen mit 486.532 Fahrzeugen den Analystenkonsens von 461.974 – und lagen dennoch 2,1 Prozent unter dem Vorjahresquartal 7.
Die operative Marge sank von 4,1 auf 1,4 Prozent, die operativen Ausgaben kletterten um 47 Prozent – getrieben von den Ausgaben für KI und Forschung 5. Das Autogeschäft finanziert die Wette, und die meisten EU-Staaten haben die Software, die mit der Umbenennung verkauft werden soll, noch nicht zugelassen 1.
Das Autogeschäft zahlt für die Wette auf das autonome Fahren: Operative Marge auf 1,4 Prozent gefallen
Data
| Operative Marge | |
|---|---|
| Q3/23 | 7.6% |
| Q4/23 | 8.2% |
| Q1/24 | 5.5% |
| Q2/24 | 6.3% |
| Q3/24 | 10.8% |
| Q4/24 | 6.2% |
| Q1/25 | 2.1% |
| Q2/25 | 4.1% |
| Q3/25 | 5.8% |
| Q4/25 | 5.7% |
| Q1/26 | 4.2% |
| Q2/26 | 1.4% |
An Berlins Rückhalt hängt eine Leine
Bilger will nun, dass Teslafahrer das System „so schnell wie möglich“ in der gesamten EU nutzen können 14. Der Preis dafür stand im September fest: Das System darf höchstens 10 Prozent über dem ausgewiesenen Tempolimit fahren – eine Position, die Berlin in Brüssel vertreten will 14. Die niederländisch zugelassene Version erlaubt bis zu 50 Prozent über dem erkannten Limit, und die ausgelieferte Software überschreitet die 10 Prozent häufig deutlich 1.
Die Belege für die Leistungsfähigkeit sprechen eine klare Sprache: Eine belgische Verkehrssicherheitsorganisation stellte fest, dass das System auf 55 Prozent der von ihr in Brüssel getesteten Tempo-30-Abschnitte zu schnell war – im Schnitt 44 km/h 8. Eine unabhängige Testfahrt vor Ort kam zum selben Ergebnis 9. Europa bekommt ein langsameres Auto, als Tesla es im Heimatmarkt ausliefert: Dort hält die Software nach wie vor einen „Mad Max“-Geschwindigkeitsmodus bereit, den die niederländische Zulassung ausschließt 6.
Die Beweisgrundlage ist umstritten
Musk kämpft seit Jahren dafür: Im Juni 2025 schrieb er, „FSD in Europa werde Leben retten“, im März dieses Jahres beklagte er die „extreme Regulierungslast“ der EU, die „Innovation ersticke“ 10. Sieben unabhängige Verkehrssicherheitsforscher, die Teslas Sicherheitsnachweise geprüft haben, fanden zu wenige Testmeilen und „Verhaltenssurrogate“ (behavioral surrogates), die nicht belegen können, dass das System tödliche Unfälle verhindert 11.
Interne E-Mails zeigten, wie Tesla auf die niederländische Zulassungsbehörde RDW drängte, die Strenge ihrer Prüfung zu lockern. Die RDW nennt den Austausch Routine 11. Die US-Verkehrsbehörde NHTSA untersucht FSD separat wegen Verkehrsverstößen bei fast drei Millionen Tesla-Fahrzeugen 122.
Im Dezember fällt die Entscheidung
Acht EU-Staaten haben das System zugelassen 1. Für eine Zulassung in der gesamten Union braucht es 15 von 27 Mitgliedstaaten, die 65 Prozent der Bevölkerung vertreten. Die Abstimmung im Technischen Ausschuss für Kraftfahrzeuge hat sich frühestens auf Dezember verschoben. Frankreich und Schweden erheben wegen der Geschwindigkeitsüberschreitungen Einspruch 18. Auf EU-Märkten ohne Zulassung bekommen Kunden für die gleichen 99 Euro „Tesla Assisted Driving Basic“ – im Grunde der frühere Enhanced Autopilot 8.
Acht Länder ja, fünfzehn nötig: die Dezember-Rechnung
Data
| Value | |
|---|---|
| Zugelassen | 8 |
| Für die Zulassung nötig | 15 |
| Mitgliedstaaten gesamt | 27 |
China erhielt bereits „Intelligent Assisted Driving“. Die USA behielten „Full Self-Driving (Supervised)“ – ein Name, den ein Richter in Kalifornien im Dezember 2025 für eindeutig falsch erklärte. Das Abo kostet dort weiterhin 99 Dollar im Monat 1212. Den Namen änderte Tesla überall dort, wo eine Aufsichtsbehörde Druckmittel hatte.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.



