Texas-Akten beziffern den Google-Campus auf 2,08 Milliarden Dollar – Zahlen, die Crusoe und Google nicht nennen wollen
Crusoes Ankündigung nannte den Campus von Google – nur eben ohne Zahlen. Genehmigungsakten aus Texas beziffern mindestens 2,08 Milliarden Dollar an Baukosten, und mit diesen Belegen ist das Duell der Stromstrategien mit Fermi im benachbarten County eröffnet.
Vincent Jiang · 2 min read
Crusoe hat sich in einer Ankündigung vom 28. September 2026 selbst als Entwickler des KI-Rechenzentrum-Campus von Google im Armstrong County im US-Bundesstaat Texas, nahe Amarillo, bezeichnet 1. Von sauberer Energie handelt die Mitteilung ausführlich, von Größe oder Kosten kein Wort: keine IT-Kapazität, keine Investitionssumme 13. Ein Preisschild existiert trotzdem – begraben in den Genehmigungsakten von Texas.

Die Akten reden, wo andere schweigen
Unterlagen des Texas Department of Licensing and Regulation für den Campus an der 10001 Lima Road in Claude – eingetragene Eigentümerin ist die GN DC1 LLC, als Architekturbüro zeichnet HKS – weisen sechs Rechenzentrumsgebäude aus und beziffern die geschätzten Baukosten für fünf davon auf mindestens 2,08 Milliarden Dollar 2. Gebäude 1 ist mit geschätzten 292 Millionen Dollar und einem Baubeginn im August 2025 registriert. Gebäude 2, rund 484.954 Quadratfuß groß, bringt es in einer späteren Einreichung für vier Serverhallen auf 500 Millionen Dollar. Die Gebäude 3, 4 und 5 kommen jeweils auf rund 805.000 Quadratfuß; für die Gebäude 3 und 4 sind 500 Millionen Dollar veranschlagt, Gebäude 4 soll im März 2027 fertiggestellt werden 2. Gebäude 6, eine weitere Halle mit 805.000 Quadratfuß, hat laut Akte einen geschätzten Fertigstellungstermin im Juli 2027 2. Weder Crusoe noch Google haben die Gesamtinvestition des Projekts offengelegt 13.
Vier bezifferte Gebäude machen 1,79 Milliarden der 2,08 Milliarden Dollar aus, die für den Campus eingereicht sind
Data
| Value | |
|---|---|
| Gebäude 1 | $292M |
| Gebäude 2 | $500M |
| Gebäude 3 | $500M |
| Gebäude 4 | $500M |
Google zahlt die Capex, Crusoe baut
Die Belege entscheiden, wer das Risiko trägt. Google stemmt die Capex, Crusoe setzt das Vorhaben um: mehr als 5.500 Fachkräfte täglich auf der Baustelle, erster Spatenstich im Juni 2025 – und das Versprechen, „im selben rasanten Tempo“ zu bauen wie in Abilene, wo zwei weitere Campus entstehen 12. Als offizieller Entwickler eines Hyperscaler-Standorts zu firmieren, ist ein Schritt nach oben gegenüber der Rolle des Kapazitätsverkäufers.
Zwei Strommodelle, ein County weiter
Der Campus hängt direkt an Serenas Windpark Goodnight 1, der mit 265,5 MW in Betrieb ist, und an Goodnight 2, einem weiteren Park mit 265,5 MW im Bau. Diesen zweiten Park, so Crusoe, habe die eigene Campus-Entwicklung angestoßen. Überschussstrom fließt zurück ins Netz 1. Die Kühlung arbeitet in geschlossenen Kreisläufen und ohne Verdunstung, der Wasserverbrauch beschränkt sich auf die Küchen 12.
Im benachbarten Carson County setzt Fermis Project Matador aufs Gegenteil: eine private Strominsel aus Gas, Sonne, Kernkraft und Batterien, alles hinter dem Zähler. NAES wurde am 28. September mit dem Betrieb der Turbinenflotte betraut 2. Der Kontrast entzündet sich an der ERCOT-Warteschlange, in der 474 GW an Netzanschlussanfragen liegen, 90 Prozent davon aus Rechenzentren – inzwischen Gegenstand eines vom Gouverneur angeordneten Verifizierungsaudits 3. Ein an Wind gebundener Campus, der in Überschussstunden ins Netz einspeist, hängt von Prüfregeln ab, die erst noch geschrieben werden; eine Strominsel hinter dem Zähler muss sich gar nicht erst anstellen. Welches Modell seine Netzanschlusspapiere zuerst bekommt, ist der Punkt, auf den es zu achten gilt – entschieden wird die Frage in Austin, nicht in Claude.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.



