Bolt scheitert mit seiner britischen Steuerberufung – Uber bucht im selben Streit 1,8 Milliarden Dollar als Rückzahlung
Der britische Supreme Court hat Bolts Berufung im Mehrwertsteuerstreit nicht zugelassen. Ubers Parallelverfahren, das dahinter ruhte, läuft jetzt wieder an – gegen eine Präzedenz, die die reine Provisionslesart ausgeschlossen hat. Uber legt am 4. November Quartalszahlen vor, mit 1,4 Milliarden Pfund an bereits gezahlten Bescheiden, die weiter als Rückfluss gebucht sind.
Richard Tang · 3 min read
Nach Bolts Niederlage läuft Ubers größeres Verfahren wieder an
Der britische Supreme Court hat dem estnischen Fahrdienstvermittler Bolt~$2B — Bolt, private, latest valuation ~$2B die Zulassung zur Berufung in seinem Mehrwertsteuerstreit mit der britischen Steuerbehörde HMRC verweigert. Zurück bleibt eine geschätzte Nachzahlung von 190 Millionen Pfund 12. Uber−2.20% — Uber, down 2.20 percent today streitet um dieselbe Regelung, mit weitaus mehr auf dem Spiel: Wie der jüngste Quartalsbericht zeigt, hat das Unternehmen rund 1,4 Milliarden Pfund (1,8 Milliarden Dollar) gegen angefochtene Steuerbescheide an HMRC gezahlt – Geld, das der Bericht weiterhin als Rückfluss verbucht 3.
Für die reine Provisionslesart gibt es keine Instanz mehr
Streitpunkt ist die Pauschalregelung für Reiseveranstalter (Tour Operators' Margin Scheme), die einer Plattform erlaubte, die Mehrwertsteuer nur auf die Provision zu zahlen – statt auf den gesamten Fahrpreis. Zwei untere Instanzen hatten Bolt noch Recht gegeben, ehe der Court of Appeal sie im Juni zugunsten von HMRC kippte 12. Der Supreme Court befand, der Fall „wirft keine begründbare Rechtsfrage von allgemeiner öffentlicher Bedeutung auf, die der Supreme Court derzeit anhören sollte“ 12.
Ubers eigenes Berufungsverfahren war bis zum Ausgang des Bolt-Verfahrens ausgesetzt 4. Der Quartalsbericht hält zudem fest, dass HMRC weitere Bescheide vorerst nicht durchsetzen will, und zwar bis zur „Entscheidung über die Berufung eines Wettbewerbers in einer damit zusammenhängenden Sache“ 3. Diese Entscheidung liegt inzwischen vor – und sie fällt gegen die Plattformen aus.
Die Regelung ist beendet – die Bescheide nicht
In derselben Anmerkung stehen zwei Grenzen des Schadens: Die Regelung ist für Mietwagen mit Fahrer seit dem 2. Januar 2026 geschlossen, und das Geld ist zwischen 2023 und 2025 von Uber abgeflossen 3. Es geht also um eine Rechnung für die Vergangenheit. Doch eine Niederlage würde die Forderung gleichwohl aus der Bilanz streichen, und HMRC kann für die Jahre bis 2025 noch Bescheide erlassen, was neues Geld kosten würde 3.
Die Zahlen am 4. November sind der erste Test
Uber legt am 4. November seine Zahlen für das dritte Quartal vor – die ersten seit der Ablehnung 5. Die großen Barausgaben fallen erst nach dem Ende dieses Quartals an. Am 6. Oktober – der September war abgelaufen – einigte sich Uber auf eine Barzahlung von 2,3 Mrd. Dollar für ezCater, den Marktplatz für Firmen-Catering 56. Dahinter steht der Deal mit dem Berliner Essenslieferkonzern Delivery Hero+1.61% — Delivery Hero, up 1.61 percent today, über den im Juli 14,8 Mrd. Dollar vereinbart wurden 6.
Die Aufmerksamkeit des Marktes gilt stattdessen der Autonomie. Taylor Manley, Analyst bei Guggenheim, bestätigte diese Woche die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 125 Dollar; seine Begründung: Wachstum und die Roadmap für autonomes Fahren 7. Die Aktie notiert nahe 70 Dollar, und die genannte Sorge gilt den Robotaxis 7.
Uber hat HMRC bereits 1,8 Mrd. Dollar gezahlt, die weiterhin als rückzahlbar gebucht sind
Data
| Value | |
|---|---|
| Bolts britische Mehrwertsteuernachzahlung | $0.26B |
| Ubers Zahlungen an HMRC | $1.8B |
| Ubers Barzahlung für ezCater | $2.3B |
Eine Robotaxi-Fahrt dürfte den Streit um die Bemessungsgrundlage beenden
Die strittige Bemessungsgrundlage haben Ubers Preisalgorithmen geschaffen. Consumer Reports, die amerikanische Organisation für Produkttests, bezifferte Ubers Anteil an jedem Fahrpreis Ende 2024 auf 42 Prozent 8. 2022 lag dieser Anteil bei 32 Prozent 8. Die Plattformlesart besteuerte nur diesen Anteil, die Lesart von HMRC den gesamten Fahrpreis – und die Differenz zwischen den beiden Bemessungsgrundlagen über die Streitjahre hinweg ist das Geld, das heute bei der Steuerbehörde liegt 3.
Der Streit betrifft Fahrten, in deren Mitte der Fahrpreis eines menschlichen Fahrers steht. Die Fahrzeuge in Ubers Robotaxi-Einsätzen stammen von den Autonomiepartnern: In London sind es die Robotaxis der siebten Generation von Pony 4. Eine Fahrt ohne unabhängigen Fahrer dürfte Uber vollends zum Verkäufer der Fahrt machen – und die Frage, welche Bemessungsgrundlage zu besteuern ist, würde sich erledigen.
Das Geld ist gezahlt, das Urteil steht aus
Das Geld liegt bereits bei der Steuerbehörde. Der Musterprozess, der es zurückbringen sollte, ist verloren. Und am 4. November erscheint die erste Bilanz, die sich dieser Tatsache stellen muss.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.



