GlobalFoundries könnte eine Fab für 19 Milliarden Dollar betreiben – ohne sie je bauen zu müssen
Japans 550-Milliarden-Dollar-Fonds aus dem Zollabkommen könnte eine US-Fab für Logikchips im Wert von 12,8 bis 19,3 Milliarden Dollar finanzieren, die GlobalFoundries betreiben würde – ein Werk, das rund elfmal so viel kostet, wie der Konzern jährlich investiert. Ob Tokios Geld als Beteiligung, Kredit oder Zuschuss zurückfließt, wird noch verhandelt.
Vincent Jiang · 3 min read
Eine Fab, für die jemand anderes zahlt
Washington hat das Werk vorgeschlagen, finanzieren würde es Japans 550-Milliarden-Dollar-Fonds aus dem Zollabkommen, und betreiben würde es GlobalFoundries – das berichtet die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei unter Berufung auf über die Gespräche auf Arbeitsebene informierte Kreise 12. Das Projekt wird auf 2 bis 3 Billionen Yen taxiert, umgerechnet 12,8 bis 19,3 Milliarden Dollar 12 – eine Größenordnung vergleichbar mit der Expansion von TSMC in Arizona 1.
Das Geld aus Japans Zollabkommen ist bislang in Energieprojekte geflossen; die Investition wäre die erste Wette auf Halbleiter 1. Für Konzernchef Tim Breen würde das Werk an die beiden Fabs anknüpfen, die er bereits auf amerikanischem Boden betreibt: in Malta im US-Bundesstaat New York und in Essex Junction im US-Bundesstaat Vermont 18.
Eine Fab für 19 Milliarden Dollar – bei 1,1 Milliarden Dollar Investitionen im Jahr
Die Unterlagen erklären, warum das Unternehmen einen Partner sucht. Das zweite Quartal brachte 1,786 Milliarden Dollar Umsatz und 167 Millionen Dollar Nettogewinn 13, dazu eine bereinigte Bruttomarge (non-IFRS) von 29,9 Prozent 1; Breen verwies auf die sich beschleunigende Nachfrage nach optischer Vernetzung in KI-Rechenzentren 1.
Die Bilanz ist dünner als die Ambitionen. Die Investitionen (Capex) beliefen sich im Quartal auf 411 Millionen Dollar, 158 Prozent mehr als im Vorjahresquartal – und das bei 1,09 Milliarden Dollar an Barmitteln und einem Free Cashflow knapp unter null 3. Über die vier Quartale bis Juni summiert sich die Capex auf 1,11 Milliarden Dollar 3. Schon die günstigste Variante der geplanten Fab kostet rund elfmal so viel wie diese Summe 13.
Die geplante Fab kostet bis zu 17-mal so viel wie GlobalFoundries jährlich für seine Werke ausgibt
- Estimate
Data
| Value | |
|---|---|
| Geplante Fab, Obergrenze (estimate) | $19.3B |
| Geplante Fab, Untergrenze (estimate) | $12.8B |
| GF-Capex, letzte vier Quartale | 1.11 |
Die Investitionen haben sich seit dem Tief von 2024 mehr als verdreifacht, der Umsatz bleibt nahe 1,8 Milliarden Dollar je Quartal
- Umsatz
- Capex
Data
| Umsatz | Capex | |
|---|---|---|
| Q3/24 | $1.74B | $0.16B |
| Q4/24 | $1.83B | $0.12B |
| Q1/25 | $1.59B | $0.17B |
| Q2/25 | $1.69B | $0.16B |
| Q3/25 | $1.69B | $0.19B |
| Q4/25 | $1.83B | $0.2B |
| Q1/26 | $1.63B | $0.31B |
| Q2/26 | $1.79B | $0.41B |
Drei Hauptstädte, ein Betreiber
Das Muster ist älter als der aktuelle Deal. Im Februar 2024 erhielt GlobalFoundries die erste große Zusage aus dem US-Chipsgesetz: 1,5 Milliarden Dollar. Seither hat das Unternehmen mehr als 2 Milliarden Dollar aus dem CHIPS-Programm abgerufen 58. Am 8. September wurde eine Förderung über 375 Millionen Dollar für Quantentechnologie finalisiert 4, im Juli folgte eine Absichtserklärung über 300 Millionen Dollar für Silizium-Photonik 6. Und Deutschland und Sachsen finanzieren gemeinsam eine Erweiterung in Dresden über 1,1 Milliarden Euro 8.
Washington ließ sich das Privileg mit Aktien bezahlen: 9.907.399 Aktien zu je 37,85 Dollar, rund 1 Prozent des Unternehmens – binnen Tagen waren sie auf dem Papier um rund 79 Millionen Dollar mehr wert 5. Am 15. September reichte das US-Handelsministerium die Unterlagen für den Verkauf der Beteiligung ein, zwölf Tage nach dem Abkommen, das sie begründet hatte 7. Washingtons einziger Versuch, Fördergeld über eine Beteiligung zurückzuholen, wird rückabgewickelt – noch bevor die japanische Klausel geschrieben ist.
Die Klausel, die niemand beziffert hat
Kein Dokument beziffert das Risiko. Auf Arbeitsebene wird noch verhandelt, wie Japans Investition „zurückgeholt“ werden könnte und ob das Geld als Beteiligung, Kredit oder Zuschuss fließt; ein formelles Abkommen dürfte in beiden Ländern die Zustimmung der Parlamente benötigen 1.
Die Nachfrage ist real: Der Umsatz mit Kommunikationsinfrastruktur und Rechenzentren legte im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 62 Prozent zu 1, und zu den Kunden des Photonik-Programms zählen Nvidia, Microsoft und Meta 6. Die Aktie ist seit Jahresbeginn um mehr als 23 Prozent gestiegen – für einen Deal ohne Standort und ohne Zeitplan 1.
Die Rückholungsklausel entscheidet, wer bezahlt hat
Erst die Rückholungsklausel, dann der Standort. Wird Japan aus den Wafer-Umsätzen bedient, trägt Tokio das Nachfragerisiko ausgereifter Prozessknoten bis in die 2030er-Jahre. Entscheidet sich Japan für eine Beteiligung, ist sein Mitanleger Mubadala, der Staatsfonds Abu Dhabis, der weiterhin 82 Prozent an GlobalFoundries hält 8. Eine einzige Klausel wird entscheiden, wer die Chipkapazität in den USA tatsächlich bezahlt hat.
Deepdive
AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.


