Xcels 780-Megawatt-Deal mit Google zahlt auch dann, wenn der KI-Boom abkühlt – zwei Wetten warten auf einen Bescheid aus Minnesota

Xcel Energy hat der Regulierungsbehörde in Minnesota zwei Deals vorgelegt: das 780-Megawatt-Rechenzentrum von Google und einen über vorgezogene Steuergutschriften finanzierten Tarifstopp. Über den Tarifstopp entscheidet die Kommission bis Januar; die Quartalszahlen erscheinen am 29. Oktober.

Original lesen

Vincent JiangVincent Jiang · 3 min read
Share
Luftaufnahme des Rechenzentrum-Campus von Google im niederländischen Eemshaven, umgeben von Windrädern und Hochspannungsleitungen
1 / 6Slide 1 of 6
Googles Rechenzentrum im niederländischen Eemshaven steht in einem windreichen Netz. Der geplante Campus in Pine Island im US-Bundesstaat Minnesota soll auf 1.900 Megawatt finanzierte Erzeugung setzen: 1.400 Megawatt Windkraft, 200 Megawatt Solar und 300 Megawatt Batteriespeicher.

Zwei Wetten auf den KI-Stromboom liegen jetzt in ein und demselben Posteingang: dem der Minnesota Public Utilities Commission, der Energieraufsichtsbehörde im US-Bundesstaat Minnesota. Xcel Energy−1.63% — Xcel Energy, down 1.63 percent today, der Versorger mit Sitz in Minneapolis, der in acht Bundesstaaten im Westen und im Mittleren Westen der USA aktiv ist, braucht deren Zustimmung für ein 780-Megawatt-Rechenzentrum von Google in Pine Island, einem Ort mit rund 4.000 Einwohnern eine Autostunde südöstlich von Minneapolis 1. Auch über Xcels Plan, die Basistarife in Minnesota bis Ende 2028 einzufrieren, muss dieselbe Behörde befinden; eine Antwort wird bis Januar erbeten 2. Beide Vorhaben ruhen auf derselben Prämisse: dass Rechenzentren in diesem Jahrzehnt den Großteil des Wachstums der Stromnachfrage in Nordamerika antreiben werden, wie der für Versorgungssicherheit zuständige Regulator NERC prognostiziert 1.

Google zahlt auch, wenn der Boom abkühlt

Google würde 1.900 Megawatt neue Erzeugungskapazität für den Campus finanzieren: 1.400 MW Windkraft, 200 MW Solar und 300 MW Batteriespeicher – mehr, als das Rechenzentrum abnimmt, denn Wind und Sonne liefern nicht durchgehend 1. Die Konditionen sind auf einen Einbruch gebaut. Google+1.45% — Google, up 1.45 percent today zahlt mindestens 75 Prozent der vertraglich vereinbarten Kapazität, selbst wenn es weniger verbraucht, und schuldet bei einem vorzeitigen Ausstieg bis zu acht Jahre lang Mindestleistungspreise 1. „Niemand will einen großangelegten Ausbau – und dann Strom, den niemand abnimmt und niemand bezahlt“, sagt Amanda Rome, Chief Customer Officer bei Xcel 1.

Google würde mehr Kapazität finanzieren, als sein Rechenzentrum abnimmt

0 MW500 MW1,000 MW1,500 MWWindkraft1,400 MWRechenzentrum-Bedarf780 MWBatteriespeicher300 MWSolar200 MW
Data
Value
Windkraft1,400 MW
Rechenzentrum-Bedarf780 MW
Batteriespeicher300 MW
Solar200 MW
Kapazität in Megawatt unter dem geplanten Abkommen, das noch der Zustimmung der Minnesota Public Utilities Commission bedarf. Quelle: CNBC, 19. Oktober 2026.1

Ein Tarifstopp, gebaut auf vorgezogenen Steuergutschriften

Der zweite Vorstoß datiert vom 9. Oktober: Northern States Power, die Minnesota-Sparte von Xcel Energy, hat einen zweijährigen Tarifstopp für die Basistarife angeboten – anstelle des von ihr vorbereiteten Tarifverfahrens. Finanziert wird der Schritt durch die vorgezogene Verbuchung föderaler Investitionssteuergutschriften aus fünf Batterieprojekten 24. Gleichwohl will Xcel Energy in Minnesota innerhalb von zwei Jahren 4,5 Milliarden Dollar investieren, davon 1,4 Milliarden Dollar für das Verteilnetz und 500 Millionen Dollar für die eigenen Kernkraftwerke 3. Der Puffer ist allerdings einmalig: Gutschriften, die heute verbucht werden, stehen 2029 nicht mehr zur Verfügung 4. Die Stromkunden sind längst verstimmt. Eine im Juni 2026 genehmigte Strompreiserhöhung um 5,8 Prozent zog Tausende ablehnende Stellungnahmen nach sich – und eine Untersuchung zur Bezahlbarkeit der Strompreise im ganzen Bundesstaat 5.

Xcels Investitionen pro Quartal sind von rund 1,6 auf 3 Milliarden Dollar gestiegen

$1.5B$2B$2.5B$3B$3.5BQ4/23Q2/24Q4/24Q2/25Q4/25Q2/26$2.95B
Data
Investitionsausgaben
Q3/23$1.64B
Q4/23$1.61B
Q1/24$1.54B
Q2/24$1.83B
Q3/24$1.78B
Q4/24$2.22B
Q1/25$1.99B
Q2/25$2.43B
Q3/25$3.06B
Q4/25$3.44B
Q1/26$3.02B
Q2/26$2.95B
Vierteljährliche Investitionsausgaben in Milliarden US-Dollar, drittes Quartal 2023 bis zweites Quartal 2026, laut den SEC-Unterlagen von Xcel Energy. Quelle: Xcel-Energy-Quartalsberichte über SEC EDGAR, abgerufen am 19. Oktober 2026.8

Der Generalstaatsanwalt sieht das Risiko bei den Stromkunden

Keith Ellison, der Generalstaatsanwalt von Minnesota, teilte der Kommission am 1. Oktober mit, dass der Google-Deal die übrigen Kunden nach Auslaufen der 15-jährigen Laufzeit oder bei einem vorzeitigen Ausstieg Millionen, womöglich mehr als eine Milliarde Dollar, kosten könnte. Zugleich bemängelte Ellison, dass Xcel die meisten Dollarbeträge geschwärzt hat 6. Xcel selbst behauptet in seiner Prognose vom Juni das Gegenteil: Einsparungen von bis zu 1,5 Milliarden Dollar für die übrigen Kunden über 15 Jahre 7. Verbraucherschützer üben zudem Grundsatzkritik: An Neubauten verdienen Versorger rund zehn Prozent Rendite; billigeres Kapital der Hyperscaler gefährdet dieses Modell. Kleinere Rechenzentren, angesiedelt an freien Netzkapazitäten, würden die Tarife für alle senken 1.

Die Kommission kann beides noch umschreiben

Die Kommission kann jede der beiden Vorlagen genehmigen, abändern oder ablehnen; unabhängig davon wägt ein Richter einen Antrag auf eine vertiefte Umweltprüfung ab 6. Xcel legt am 29. Oktober die Zahlen für das dritte Quartal vor; Analysten werden dort zu den in Minnesota erwirtschafteten Renditen nachhaken 4. Die Mindestleistungspreise stellen Googles Geld hinter den Ausbau; das bereitgehaltene Tarifverfahren stellt Xcels Renditen hinter den Tarifstopp. Google hat seine Garantien unterschrieben. Der Staat nicht.

Loading XEL…

Deepdive

AI-generated from this story and its cited sources. Not investment advice.

Reader comments

0 comments

    Sign up

    Get your curated digest

    After email confirmation, you will receive a daily digest of the most relevant news that matter to your portfolio