Ein Drittel der führenden US-E-Commerce-Seiten sperrt Metas Muse aus – Googlebot kommt überall hinein
Die Investmentbank Jefferies hat Metas Agenten Muse auf mehreren hundert führenden US-Shopping- und Reise-Websites getestet: Rund ein Drittel blockt ihn komplett, fast täglich kommen neue Sperren hinzu. Die Take-Rate-Erlöse, die Metas Rekord-Capex rechtfertigen sollen, müssen nun Tür für Tür verhandelt werden – und die eine Tür, die Google nutzt, traut sich kein Händler zu schließen.
Vincent Jiang · 3 min read
Muse, der Agent, den Meta−1.36% — Meta, down 1.36 percent today am 8. September gestartet hat, surft, bucht und kauft im Auftrag seines Nutzers durchs Netz. Meta will dafür eine Take Rate haben – eine Provision auf jede Transaktion 1. Bis zum 20. Oktober wurde Muse 10,9 Millionen Mal heruntergeladen 1. Dann zählte die Investmentbank Jefferies−1.84% — Jefferies, down 1.84 percent today die Türen.
Türkontrolle im Web: Muse muss sich ausweisen
Auf mehreren hundert führenden US-Websites von Online-Händlern, Fluggesellschaften, Online-Reisebüros, Hotels und Reservierungsdiensten fanden die Analysten: Etwa ein Drittel blockierte Muse komplett, ein weiteres Drittel erschwerte oder beschränkte den Zugriff, auf einem Drittel lief alles reibungslos – und fast täglich kommen neue Beschränkungen hinzu. Weil der agentische Handel (Agentic Commerce) damit zu einem Zugangsproblem wird, könnte dies – so Analyst Brent Thill – „Metas Take-Rate-Chance nach hinten schieben und Googles Burggraben verbreitern“ 23.
Ein Drittel der führenden US-Handels- und Reise-Websites blockiert Muse komplett
- Komplett blockiert33.333.3%
- Erschwert oder beschränkt33.333.3%
- Reibungslos funktioniert33.433.4%
Data
| Slice | Value | Share |
|---|---|---|
| Komplett blockiert | 33.3 | 33.3% |
| Erschwert oder beschränkt | 33.3 | 33.3% |
| Reibungslos funktioniert | 33.4 | 33.4% |
Amazon−0.72% — Amazon, down 0.72 percent today blockte Muse im September komplett – Einkaufsagenten von außen sollten, so der Konzern, „die Entscheidungen der Dienstanbieter respektieren“ 4. Und bei eigenen Tests von NBC News wiesen auch namentlich genannte Partner den Agenten ab 5. Metas Antwort: offizielle Anbindungen an Walmart−0.92% — Walmart, down 0.92 percent today, Best Buy−0.35% — Best Buy, down 0.35 percent today, Wayfair−1.09% — Wayfair, down 1.09 percent today, Sephora und Dick's Sporting Goods – viele davon sind noch nicht live 2.
Für Anleger zählt die Asymmetrie: Die Händler werden den Googlebot, den Webcrawler von Google, nicht blockieren – aus Angst, Suchtraffic zu verlieren. Meta muss sich den Zugang dagegen Website für Website verhandeln 23. Jede Tür, die für Muse zu ist, bleibt für den Googlebot offen.
Eine Säule ohne Preisliste – finanziert wird sie trotzdem
Meta-Chef Mark Zuckerberg nennt die Meta Enterprise Platform „die nächste große Säule unseres Geschäfts“ 6 und hat Chirantan „CJ“ Desai, der bis zu diesem Monat noch Chef von MongoDB war, mit der Führung der Plattform betraut 7. Beim Start am 28. September nannte Meta weder Produkte noch Preise noch Enterprise-Kundenverträge 7. Meta hat sich aus diesem Geschäft schon einmal zurückgezogen: Workplace wurde im Mai geschlossen, Horizon Workrooms im Februar 7.
Die Ausgaben lassen nicht auf sich warten: Im dritten Quartal standen Kapitalausgaben von 33,9 Milliarden Dollar einem Nettogewinn von 9,9 Milliarden Dollar gegenüber – zum zweiten Quartal in Folge lagen die Capex-Ausgaben über dem Gewinn 8. Die Capex-Prognose für das Gesamtjahr wurde auf 135 bis 145 Milliarden Dollar hochgeschraubt 9, und die Aktie gab trotz solider Quartalszahlen aus Sorge vor den Ausgaben um 6 Prozent nach 4.
Capex übersteigt den Nettogewinn seit zwei Quartalen
- Kapitalausgaben
- Nettogewinn
Data
| Kapitalausgaben | Nettogewinn | |
|---|---|---|
| Q3 '24 | $8.26B | $15.69B |
| Q4 '24 | $14.43B | $20.84B |
| Q1 '25 | $12.94B | $16.64B |
| Q2 '25 | $16.54B | $18.34B |
| Q3 '25 | $18.83B | $2.71B |
| Q4 '25 | $21.38B | $22.77B |
| Q1 '26 | $19B | $26.77B |
| Q2 '26 | $30.12B | $15.85B |
| Q3 '26 | $33.94B | $9.86B |
Milliarden eingepreist, während die Mauern wachsen
Benjamin Black von der Deutschen Bank taxiert die Erlöse von Muse bis 2030 auf 2,4 bis 36 Milliarden Dollar 10; Citi−1.57% — Citi, down 1.57 percent today rechnet über mehrere Jahre mit 27 Milliarden Dollar 4. In seiner Analyse moniert Jefferies zudem, dass Muse Dossiers über seine rund vier Millionen Nutzer anlegt – und über deren Freunde 2, ein Vorgehen, das weitere Mauern herausfordert. Und Barron's argumentiert, dass selbst ein unverzichtbarer Agent womöglich nicht profitabel ist 11.
Getragen wird die Aktie weiterhin von der Werbung: Von den 64,60 Milliarden Dollar Umsatz im dritten Quartal entfielen 63,06 Milliarden Dollar auf Werbung 9. Das Wachstum der Werbeausgaben übertraf im Quartal das von Google−0.98% — Google, down 0.98 percent today – so ein von Jefferies befragter Experte 2.
Vor dem Weihnachtsgeschäft auf die Anbindungen achten
Zu beobachten bleibt, ob die offiziellen Anbindungen an Walmart und die übrigen Händler live gehen, bevor das Weihnachtsgeschäft seinen Höhepunkt erreicht – und ob die Umsatzprognose von 73 bis 76 Milliarden Dollar für das vierte Quartal 9 mit einem Zeitplan für die Take Rate daherkommt. Bis dahin bemisst sich der Preis der zweiten Geschäftssäule an Zuckerbergs Wort.
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